Einfach, um „am Ball“ zu bleiben

Pidinger Kicker engagieren sich sozial und beteiligen sich an „Wings for Life World Run“

Die Pidinger Fußballer unterstützen die Rückenmarksforschung zur Heilung von Querschnittslähmung mit ihrer Teilnahme am „Wings for Life World Run“ am 9. Mai. Exemplarisch trafen sich Initiator Michael „Mille“ Unterreiner (links) und ASV-Gesamt-Vorstand Sebastian Reiter zum Vorab-Bild.
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Die Pidinger Fußballer unterstützen die Rückenmarksforschung zur Heilung von Querschnittslähmung mit ihrer Teilnahme am „Wings for Life World Run“ am 9. Mai. Exemplarisch trafen sich Initiator Michael „Mille“ Unterreiner (links) und ASV-Gesamt-Vorstand Sebastian Reiter zum Vorab-Bild.

Piding - Sie würden sich so gern treffen, um gemeinsam gegen den Ball zu treten: Am 3. Oktober 2020 durften die Pidinger Fußballer – wie so viele in der Umgebung – das letzte Mal zu einem Spiel zusammenkommen. Danach gab es Corona-bedingt nicht einmal mehr auch nur ein einziges Training. Von Anfang an, also seit Frühjahr letzten Jahres, steckten die ASV-Kicker den Kopf jedoch nicht in den Sand und engagierten sich für den guten Zweck: Von Einkaufshilfen für ältere und nicht mehr so mobile Menschen in der Gemeinde über einheitliche Masken, um einen einheimischen Betrieb zu unterstützen, bis hin zu einer internen Lauf-Challenge und einer 1000 Euro-Spende für den Pidinger Sozialfonds.

Jetzt steht eine neue Aktion auf dem Programm, die von Kapitän Michael „Mille“ Unterreiner und seinen Vereins- und Mannschaftskollegen unterstützt wird: Der für die Rückenmarksforschung zur Heilung von Querschnittslähmung ausgetragene „Wings for Life World Run“ am 9. Mai. Schon 2020 beteiligten sich einige ASV-Fußballer – wie der ehemalige Keeper Markus Schmidtmeier – privat an diesem Bewerb. Heuer sollen es, ganz offiziell, weitaus mehr werden. „Wir haben bereits 27 Anmeldungen“, freut sich Unterreiner.

Heidi Simone Mayr (TopPrint) spendierte bereits den Aufdruck mit dem Wings for Life- und dem ASV-Vereinslogo sowie dem Schriftzug „#LilaWeiß“ in eben dieser Vereinsfarbe auf hochwertigen T-Shirts. Aus anderen Abteilungen des Vereins gibt es bereits ebenfalls einige Anmeldungen. „Das freut uns sehr“, so Unterreiner, aus dessen Fußball-Sparte heraus die Idee und Initiative entstand. Sie entwickelt sich nun Stück für Stück in die richtige Richtung, denn anfangs lief es eher schleppend: „Wir haben ja gemerkt, dass es mit dem Fußball so schnell nichts werden wird. Darum überlegten wir, was wir machen können“.

Das Projekt nahm an Fahrt auf, sogar Fans und Spielerfrauen meldeten sich bereits an, dazu einige AH-Akteure, die Trainer der 1. Mannschaft, Georg „Gig“ Wieser und Ingo Pilz sind ebenfalls mit dabei. Für seine jeweilige Fitness ist natürlich jeder selbst verantwortlich. Freilich gibt es am Ende eine welt- und deutschlandweite Rangliste, die für die meisten – auch Profis nehmen daran teil – jedoch unerheblich ist, weil in erster Linie der Charity-Gedanke zählt. „Es ist ein Alternativ-Programm zum Fußball. Wir können die Leute damit ein Stückweit zusammenhalten und ein gemeinsames Ziel verfolgen“, so Unterreiner.

1000 Euro wären ein schönes Ziel

Hintergedanke ist der gute Zweck: „Und mit der Teilnahme haben wir sogar sportlich noch etwas getan“, sagt der Pidinger Fußballer, der bereits 2020 mit ein paar Angerer Spezln an der Aktion teilnahm. Durch die 20 Euro Anmeldegebühr liegen die Pidinger mit ihren 27 Läufer/-innen bereits bei über 500 Euro für die Rückenmarksforschung. „1000 Euro wären noch besser und ein schönes Ziel“, sagt Michi Unterreiner augenzwinkernd und appellierend an alle, die noch nicht mit dabei sind. Die ASVler legen Wert auf die Tatsache, all ihre Aktionen nicht zu initiieren, um in der Öffentlichkeit besonders positiv dargestellt zu werden, sondern um intern gut vernetzt und quasi am Ball zu bleiben: „Wenn wir dadurch wohlwollend ins Gespräch kommen, ist das ein angenehmer Nebeneffekt“, unterstreicht Unterreiner. „Normalerweise ist es unser Ziel, am Wochenende ein Fußballspiel zu gewinnen. Unser Sport ist momentan leider nicht möglich. Wir wollen aber nicht tatenlos rumsitzen, sondern etwas bewegen – dass sich möglichst viele Menschen an diesem Lauf beteiligen, um etwas Gutes zu tun.“

Übrigens: Die Pidinger Kicker gewannen ihr letztes Pflichtspiel in der Kreisklassen-Meister-Saison am 25. Mai 2019, ein 4:3 gegen den TSV Fridolfing war es. In die Kreisliga aufgestiegen gelang den Violetten im Herbst 2019 dort kein Dreier. Nach der Winterpause kam Corona.

Und selbst in den nur drei Partien im Herbst 2020 konnten die Violetten keinen Sieg einfahren und zieren somit das Tabellenende. Die letzte Partie war ein dramatisches 3:4 am „Tag der deutschen Einheit“ daheim gegen Peterskirchen – mit dem Knockout für den ASV in der Nachspielzeit. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) erwägt nun den endgültigen Abbruch der erweiterten Saison 2019/21, gegebenenfalls mit einer Quotienten-Regelung.

Die Violetten würden womöglich davon profitieren. Ob und wie eine Auf- oder Abstiegsregelung getroffen werden kann, ist völlig unklar. Kapitän Mille Unterreiner sagt jedoch: „Wir wollen einfach nur wieder gegen diesen Ball treten, egal in welcher Liga. Das ist unsere Motivation.“ Denn neben dem Platz gewinnen die so lange sieglos gebliebenen Pidinger Fußballer momentan ganz viel, mit ihren Aktionen.

Über die „Wings for Life World Run“ Aktion

Die 7. Auflage des Wings for Life World Run“ unter dem Motto „Laufen für den guten Zweck“ steigt heuer am Sontag, 9. Mai. Der Start in Deutschland erfolgt um 13 Uhr. Bei diesem weltweiten Charity-Event wird für all jene gerannt, die es selbst nicht können. Die Startgebühren – 20 Euro pro Teilnehmer, beliebig als Spende aufstockbar – fließen zu 100 Prozent in die Rückenmarksforschung zur Heilung von Querschnittslähmung.

30 Minuten nach dem Start fährt das virtuelle Catcher-Car los, zunächst mit zwölf Stundenkilometern. Es wird sukzessive immer schneller, bis der letzte Läufer „eingeholt“ ist. Dazu muss jeder Läufer die Wings for Live-App auf sein Smartphone oder iPhone runterladen und am Renntag mit einem voll aufgeladenen Akku starten. Wohin gelaufen wird, bleibt jedem Teilnehmer unbenommen. Im Berchtesgadener Land möchte der eine flach laufen und wählt die Strecke Piding – Freilassing, der nächste bevorzugt die Steigung und läuft auf die Stoißer Alm in Anger, ins Wimbachgries in der Ramsau oder auf die Kühroint-Alm vor dem Watzmann – alles ist erlaubt. Der App-Lauf kann von jedem beliebigen Ort gestartet werden, wichtig ist jedoch: Alleine laufen.

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