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Übergabe an Pidinger Feuerwehr noch später

Steigende Kosten und verlängerte Bauzeit: Feuerwehrhaus-Neubau erhitzt Gemüter

Piding Feuerwehr Feuerwehrgerätehaus Neubau
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Die Arbeiten am Feuerwehrgerätehaus in Piding schreiten voran. Dennoch verzögert sich der Bau - und auch die Kosten mehren sich.

Höhere Kosten, eine verlängerte Bauzeit und dann noch ein Radweg für die Molkerei aus dem Nichts. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Piding wird zum Dauerthema im Gemeinderat.

Piding - 208.959,09 Euro. So viele Mehrkosten für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses sind bereits seit Juni entstanden. Doch über die Nachträge soll erst jetzt entschieden werden. Dazu kommt, dass die Fertigstellung des Baus sich massiv verzögert. Die Gründe sind vielfältig. Beschlüsse zu den Mehrkosten gibt es am Dienstag (7. Dezember) nicht, da Bürgermeister Hannes Holzner nicht anwesend ist und somit seine Entscheidungen vor dem Gemeinderat nicht erklären kann.

Neubau Feuerwehrhaus in Piding: Kosten steigen

Statt knapp 3000 sind über 88.000 Euro für die Wasserhaltung und Stromüberführung fällig. Herr Pitzke vom Architekturbüro SSP erklärt, dass dies nach einem Bodengutachten „nicht absehbar“ gewesen sei, hingegen das „Budget ganz schön belastet“.

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Warum man das nicht ahnen konnte bzw. so wenig eingeplant hatte, fragt Dr. Bernhard Zimmer (Grüne). Das Wasserwirtschaftsamt habe bereits im April 2019 darauf hingewiesen, „dass wir einen Standort mit erschwerter Versickerung und hoher Grundwasserstände“ haben. Zimmer überrasche es, dass hier ein Gutachter sage, man habe kein Problem im Sommer bei den Niederschlagsmengen und sei dann überrascht über das Wasser. Dadurch wiederum sei es zu Verzögerungen gekommen. „Wenn man im Juni auf der Mauthauser Seite das Bauen anfängt, wird ihnen kein Grundeigentümer sagen, dass man überrascht ist, dass da Wasser im Juni ist. Sie werden verstehen, dass ich das aus meiner Sicht nicht nachvollziehen kann.“

Im Gutachten stehe laut Pitzke explizit, dass eine Wasserhaltung in der Baugrube nicht notwendig sei. „Das ist die Grundlage in der Kostenberechnung.“ Es sei üblich, dass man sich auf Spezialisten verlasse.

Mehrkosten für Kampfmittelräumdienst und Benzinabscheider

Dann wurden im Baubereich Sprengkörper gefunden. Es sei laut Pitzke nicht viel gewesen, dennoch musste man den Räumdienst aktivieren. Knapp 97.000 Euro sind für das Entsorgen von Aushubmaterial und den Kampfmittelräumdienst angefallen.

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Auch hier habe man sich auf einen Gutachter berufen. Die Wahrscheinlich, Kampfmittel zu finden, sei sehr gering gewesen, So Pitzke. Ein Benzinabscheider sei zu Beginn gar nicht eingeplant gewesen. Auch hier fallen knapp 27.000 Euro Mehrkosten an.

Anbindung Berchtesgadener Straße und Radweg zur Molkerei

Das Grundstück der Feuerwehr muss noch an die Berchtesgadener Straße angeschlossen werden, doch Christian Kleinert (2. Bürgermeister, FWG) möchte bis in den Januar warten, um ein Ingenieurbüro damit zu beauftragen. Denn die angrenzenden Milchwerke wollen einen Fahrradweg anlegen. Das Konzept soll im Januar vorgestellt werden. Die Gespräche laufen jedoch bereits seit März.

Dass man als Gemeinderat erst jetzt von dem Vorhaben höre, stößt einigen sauer auf. Schließlich soll der Radweg auch über Gemeindegrund verlaufen.

Mehrkosten für Feuerwehrhaus: Gemeinderat zu spät informiert?

Dr. Zimmer kritisiert, warum man erst in der Dezembersitzung über die Nachträge bei den Mehrkosten abstimmen solle und dies nicht bereits im Sommer geschehen sei. Dies hätte jeweils bereits in der darauffolgenden Sitzung nach den Ereignissen besprochen werden sollen. Zimmer fordert deswegen einen monatlichen Bericht über den aktuellen Baustand des Feuerwehrhauses „bis das Ding übergeben worden ist“. Das Ziel müsse sein, alle vier Wochen die Möglichkeit zu besitzen, Nachträge beschließen zu können, so Zimmer.

Bau verzögert sich: Übergabe erst 2023?

Eigentlich hätte der Bau im September 2022 an die Feuerwehr übergeben werden sollen. Jetzt ist der Plan, die Ehrenamtlichen Ende März 2023 einziehen zu lassen. Laut Pitzke gab es von dem Bauherrn eine noch „sportlichere Vorgabe“. „Damals war der Wunsch: macht es so schnell wie möglich.“ Man habe versucht, diese sportliche Schiene umzusetzen, aber insbesondere wegen Sicherheitsbedenken und der Logistik gebremst. So wolle man etwa nicht, dass der Zimmerer am Dach beschäftigt ist und gleichzeitig die Rohbauer unten durch gehen. Teilweise habe man auch Probleme bei der Materialbesorgung gehabt - Stichwort Holz.

Unklar ist derzeit auch noch, ob und wie über den Winter auf der Baustelle weitergearbeitet werden kann.

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Beschränkte Ausschreibungen

Dank einer Anfrage von Rüdiger Lerach (CSU) werden die Ausschreibungen zum Neubau des Feuerwehrhauses künftig - wenn möglich - beschränkt. Heißt, dass der Bauträger, also die Gemeinde Piding, selbst regionale Firmen auswählt und keine deutschlandweite Ausschreibung durchführt. Dies sei derzeit bis zu einer Summe von einer Million Euro möglich.

Maximaler Ausbau der Photovoltaik-Anlage

Das Feuerwehrhaus bekommt eine Photovoltaik-Anlage. Diese wird maximal ausgebaut. Darauf hat sich der Gemeinderat geeinigt. Anstatt der wirtschaftlich günstigeren, aber auch kleineren Variante, bekommt das Feuerwehrhaus die größere PV-Anlage mit einer Listung bis 150 Kilowatt.

ce

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