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Maßnahmen für Umweltschutz

Mehr Verkehrssicherheit: Höhenfreier Anschluss an B20 für Lebenshilfe in Piding

Der Spatenstich für die Baumaßnahme in Hirschloh
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Der Spatenstich für die Baumaßnahme in Hirschloh

Die Forderung der Lebenshilfe Berchtesgadener Land, den Anschluss der Gemeindeverbindungsstraße bei Hirschloh an die B20 zu verbessern, steht bereits seit vielen Jahren im Raum. Nun wird die Einmündung zu einem höhenfreien Anschluss umgebaut.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Piding – Nachdem die baurechtlichen Voraussetzungen vorliegen, wird das Projekt seit Anfang Mai realisiert. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit der unfallauffälligen Kreuzung zu erhöhen und die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Insbesondere die Linksabbieger Richtung Bad Reichenhall führten in der Vergangenheit in den Spitzenstunden zu langen Rückstauungen aus Richtung der Werkstätten.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Der Umbau verbessert die Verkehrssicherheit auf der B20 erheblich. Wir wollen die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten so weit wie möglich senken, deshalb bauen wir unsere Infrastruktur so, dass menschliche Fehler möglichst keine schwerwiegenden und erst recht keine tödlichen Folgen haben. Mein Dank gilt dem Bund, der hier 1,5 Millionen Euro investiert, und dem Staatlichen Bauamt Traunstein, das die Maßnahme koordiniert, genauso wie den beteiligten Firmen und Grundstücksbesitzern. Ich freue mich schon, wenn wir in rund einem Jahr die Verkehrsfreigabe feiern können.“

Ein Blick auf die Unfallkarten zeigt, dass sich auf dem Streckenabschnitt der B20 zwischen der nördlichen Einmündung Piding und dem Hammerauer Berg in den vergangenen Jahren immer wieder Unfälle ereigneten. Insbesondere die bestehende Anbindung der Gemeindeverbindungsstraße Hirschloh stellte dabei eine Gefahrenstelle dar. Das Staatliche Bauamt Traunstein verfolgt daher seit längerer Zeit das Ziel, die höhengleiche Anbindung durch einen höhenfreien Anschluss zu ersetzen.

In den letzten Jahren wurde die technische Planung für den neuen Anschluss und für das erforderliche Unterführungsbauwerk entwickelt und die landschaftspflegerische Begleitplanung erstellt. Anschließend wurden die erforderlichen naturschutzfachlichen und wasserrechtlichen Abstimmungen mit den Fachbehörden herbeigeführt. Zuletzt wurde noch der erforderliche Grunderwerb sichergestellt. Da auch die Finanzierung gesichert ist, konnte die Ausschreibung Anfang dieses Jahres starten.

Den Auftrag für die Baumaßnahme hat die Firma Aicher aus Freilassing erhalten, die das zentrale Brückenbauwerk errichtet. Die provisorische Umfahrung der Baustelle und die Straßenbauarbeiten werden als Subunternehmer von der Firma Velz – ebenfalls aus Freilassing - ausgeführt.

Nach diversen bauvorbereitenden Arbeiten im März und April wie z.B. Rodungsarbeiten und Umsetzung naturschutzfachlicher Schutzmaßnahmen konnten die Straßenbauarbeiten nach Ostern endlich beginnen. In den vergangenen Wochen wurde bereits eine provisorische Anbindung der Werkstätten errichtet, um deren Erreichbarkeit während der Bauzeit zu gewährleisten.

Seit Anfang Mai wird die Behelfsumfahrung im Zuge der B20 gebaut, die für das verbleibende Jahr den Verkehr von rund 16.000 Fahrzeugen am Tag aufnehmen soll. Nach deren Fertigstellung wird der Verkehr ab Mitte Juni auf die Behelfsumfahrung umgelegt und mit dem eigentlichen Brückenneubau begonnen. Dieser wird - einschließlich der abschließenden Straßenbauarbeiten auf der B20 - bis Mitte Dezember andauern, so dass die B20 dann wieder ohne Behelfsumfahrung befahren werden kann.

Der Rückbau der Behelfsumfahrung und der Bau der Anschlussäste der Gemeindeverbindungsstraße Hirschloh wird voraussichtlich erst im Frühjahr 2023 abgeschlossen. Dabei werden auch die Gemeindeverbindungsstraße Hirschloh in ihrer alten Lage wiederhergestellt und die verbleibenden naturschutzfachlichen Maßnahmen umgesetzt. Die Bauarbeiten dauern einschließlich Restarbeiten somit etwa ein Jahr.

Schutz von Fledermäusen durch Baumaßnahme

Mit der Baumaßnahme geht ein umfangreiches naturschutzfachliches Maßnahmenpaket einher. Neben Maßnahmen zum Schutz der Haselmaus und dem Ersatz von Brutplätzen für Vögel wird bzw. wurde vor allem dem Schutz von Fledermäusen durch die Schaffung von Quartieren und Leitstrukturen und durch die fledermausfreundliche Gestaltung der Unterführung mittels einer beidseits drei Meter hohen Iirritationsschutzwand Rechnung getragen. Die landschaftsplanerischen Maßnahmen werden durch eine Umweltbaubegleitung beaufsichtigt. Der naturschutzfachliche Kompensationsbedarf für die flächenhaften Eingriffe wird über ein Ökokonto des Staatlichen Bauamtes Traunstein gewährleistet.

Von der Baumaßnahme waren fünf Grundstückseigentümer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen betroffen. Es ist gelungen, mit den betroffenen Grundstückseigentümern einvernehmliche Regelungen zu erzielen und den Grunderwerb freihändig zu tätigen. Hierfür gilt allen Beteiligten ein sehr großer Dank, denn ohne die Bereitschaft das Eigentum abzugeben und die benötigten Flächen zur Verfügung zu stellen wäre die Realisierung der Maßnahme nicht möglich.

Die neue Anschlussstelle stellt insbesondere für die Werkstätten der Lebenshilfe Berchtesgadener Land eine wesentliche Verbesserung deren Anbindung an die B20 dar. Darüber hinaus eröffnet der höhenfreie Anschluss der Gemeinde Piding auch die Möglichkeit, den Raum nördlich Piding weiter zu entwickeln.

Zahlen und Fakten zum Projekt:

  • Baulänge:  etwa 50 Meter Hauptstrecke, circa 120 Meter GVS Hirschloh und etwa 400 Meter Provisorien
  • Bauwerke:  ein Überführungsbauwerk, lichte Weite 7,50 Meter; lichte Höhe über 4,50 Meter, Beidseitige Irritationsschutzwände mit drei Metern Höhe und circa 35 Metern Länge im Bauwerksbereich zum Schutz der Fledermäuse
  • Bauzeit:  April 2022 bis Mai 2023
  • Kosten:  etwa 1,5 Millionen Euro

Pressemitteilung des Staatlichen Bauamts Traunstein

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