Ausbau der A8:

Holzner beugt sich dem Druck der Grünen

Piding - Bürgermeister Holzner weigerte sich bisher, die Bevölkerung laufend über die Planungen der A8 zu informieren. Unter dem Druck der Grünen weicht er von dieser Haltung ab. Ein Wahlkampfmanöver?

Gut 60 Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung der Grünen nach Aufham gefolgt und haben sich über die neuesten Entwicklungen in Sachen A8 Ausbau informiert.  Eine erste positive Meldung konnte Dr. Bernhard Zimmer, Bürgermeisterkandidat in Piding berichten, denn Pidings Bürgermeister Holzner hat sich dem Druck der Grünen gebeugt, hat die Gemeinderäte nicht nur zur heutigen Gemeinderatssitzung eingeladen, sondern kurzfristig auch am Donnerstag zu einer gemeinsamen Fahrt nach München zur Autobahndirektion. Er gibt damit seine Verweigerungshaltung, die Bevölkerung laufend über die Planungen der A8 zu informieren teilweise auf. Ob das ein reines Wahlkampfmanöver ist oder nicht, wird man sehen.

Die Forderung der Grünen nach einer umfassenden und frühzeitigen Information der Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinden Anger, Piding und Bad Reichenhall ist damit längst nicht vom Tisch. Die jetzt bereits sehr detailliert ausgearbeitete „Nordtrasse“ zeigt, dass unser Tal dem Verkehr bzw. den Vorstellungen der Entscheidungsträger in Bayern sowie im Bund geopfert werden soll. Völlig am Bedarf und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort vorbei, wird hier ein auch volkswirtschaftlich unsinniges Projekt geplant. „Die Autobahndirektion Südbayern hat den Auftrag eine Autobahn mit sechs Fahrspuren und zwei Standstreifen in der Entwurfsklasse eins (Hochgeschwindigkeit zu jeder Zeit) zu planen, sie erfüllen damit den Auftrag der Politik die der Stimmkreisabgeordnete Dr. Peter Ramsauer zu verantworten hat“ ärgert sich Zimmer und ergänzt, dass die, im so hoch gelobten Planungsdialog, aufgestellte Forderung nach einer Bewertung der Referenz vier+zwei nie nachgegeben wurde. Die Verkehrsprognosen, die einen sechstreifigen Ausbau gar nicht rechtfertigen werden nicht beachtet, denn man möchte sich ein Denkmal setzen.

„105 landwirtschaftliche Flurstücke sollen zerstört werden, weil die Gemeinde Piding, so die Begründung des Bürgermeister Holzner, dann auf der jetzt bestehenden Trasse einen Sportplatz bauen kann“ erinnert Wolfgang Ehrhardt vom Klingerhof die Versammlung an die Aussagen Holzners im Spätsommer anlässlich der Podiumsdiskussion. Ehrhardt hat sich intensiv mit dem Thema Autobahn „Norddurchfahrung von Piding“ auseinandergesetzt  und erläutert anhand der lokalen Windsysteme im Tal, dass die Pidinger im Nordosten, die eigentlichen Verlierer sein werden, da der Lärm sich nicht wie berechnet verhalten wird sondern vom Wind verfrachtet werden wird.

Die Alternative: auf dem Bestand mit eingegrünter Einhausung, wie beispielsweise bei unseren Nachbarn in Liefering. Mit einer beeindruckenden Visualisierung, die öffentlich unter: http://www.youtube.com/watch?v=NjP4Il0V368&feature=youtu.be zur Verfügung steht, wollen die Grünen die Diskussion beleben. Die Anregung einer Besucherin, die Autobahndirektion zum Bau eines Modells für beide Varianten aufzufordern, werden die Grünen gerne aufgreifen, denn die Lage der geplanten Autobahn in der Landschaft mit all ihren Anschlüssen wird manchem die Auge öffnen.

Die TeilnehmerInnen, auch Kandidaten und Kandidatinnen aus allen drei betroffenen Gemeinden für die unterschiedlichsten Fraktionen, waren sich einig, dass die drei Gemeinden nach den Wahlen den Schulterschluss schaffen müssen, um nicht unter die Räder der Verkehrsplaner zu kommen.

Pressemitteilung Bayerisches Institut für nachhaltige Entwicklung

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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