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Architekten bauen Kritik in neuen Plan ein

Piding entscheidet erneut über Neubichler Alm: „Sollten keine Bausünde ermöglichen“

Neubichler Alm Högl Piding Neubau Euroboden Gemeinde Piding Hannes Holzner
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Triste Stimmung: Bleiben die Pforten der Neubichler Alm für immer geschlossen? Oder wird doch noch neu gebaut?
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Wird die Neubichler Alm am Högl doch noch von den Architekten Euroboden gebaut? Geschäftsführer Stefan Höglmaier ist mit einem neuen Bauplan-Vorschlag auf die Gemeinde zugekommen.

Piding - Wieder kassiert die Neubichler Alm eine Abfuhr. Eigentlich soll die bestehende Alm, die derzeit eigentlich leer steht, abgerissen werden. Investoren der Firma Euroboden haben der Gemeinde bereits im Sommer ein Neubauprojekt vorgestellt. Anfang August lehnte der Gemeinderat das Projekt ab. Zu groß sei die Dimension des Gebäudes, zu schmal die Zufahrtsstraße und die Anwohner würden sich auch eher sträuben.

Doch Euroboden gibt nicht auf. Ende August kommt die Firma noch einmal auf die Gemeinde zu - mit einem Bauvorschlag, der die Kritikpunkte berücksichtigt. Es zeigt sich deutlich: Geschäftsführer Stefan Höglmaier ist bereit für eine Diskussion.

Die wesentlichen Änderungsvorschläge umfassen:

  • Die Gebäude der alten Neubichler Alm sind zusammenaddiert 194 Meter lang. Die Länge des Neubaus orientiert sich an den jetzigen Gebäuden und ist somit kürzer als ursprünglich geplant.
  • Die Zimmer werden auf 120 für Gäste und 30 Apartments / Zimmer für Mitarbeiter reduziert.
  • Die Bürger werden frühzeitig und während der Durchführung beteiligt.
  • Die Planung berücksichtigt die Topographie und die Bestandsbäume.
  • Es soll offene Wegeverbindungen, etwa für Wanderer geben. Die Architektur soll dem Gemeinschaftsgedanken entsprechen. Es wird ein „Almgeschoss“ für alle Besucher gebaut.
  • Touristische Experten betreuen das Projekt.

„Wir würden es als wirklichen Gewinn sehen, wenn man diesen Ort wiederbeleben würde, wenn er wieder für die Öffentlichkeit zugänglich wäre“, erklärt Stefan Höglmaier, Geschäftsführer von Euroboden, der mit weiteren Vertretern von Euroboden extra zur Gemeinderatssitzung am Dienstagabend (5. Oktober) gekommen ist. Man nehme die Kritik natürlich ernst, und sei deswegen auch in der Zimmeranzahl deutlich runter gegangen, so Höglmaier weiter. Der Unternehmer glaube, dass man das Hotel auch mit nur 120 Zimmern wirtschaftlich betreiben könne.

Neubau-Projekt Neubichler Alm - Dimension zu groß?

Doch für viele im Gemeinderat ist das Gebäude nach wie vor zu groß. Zumindest lassen dies zahlreiche Wortmeldungen der Gemeinderäte vermuten: „Ich habe einen sehr guten Eindruck von ihrer Firma und kann mir eine touristische Nutzung am Högl vorstellen. Die Dimension des Gebäudes hat sich aber an sich nicht verändert. Es sind jetzt 16 Meter weniger, aber das ist eigentlich keine Abhandlung des Kritikpunkts, sagt Gemeinderat Michael Leirer (SPD). „Auch wenn wir nicht über die Größe abstimmen, dem kann ich so nicht zustimmen.“

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Gerhard Rotter (CSU) ist der Baukörper „fast zu groß“. Außerdem findet Rotter, dass die Zufahrtsstraße verbreitert gehöre. Markus Schmidtmeier (FWG) kann sich nicht vorstellen, „dass Euroboden das Projekt so kleiner dimensioniert“, wie er sich das vorstelle. „Mehrere Gebäude würden besser passen.“ In dieser Größe würde Schmidtmeier nicht zustimmen.

Bärbel Schöndorfer (FWG) bemängelt, dass es keinen Ortstermin gegeben habe. „Gibt es die Befürchtung, dass der Gemeinderat die Fläche besser abschätzen könne, wenn das Gelände abgesteckt ist?“ Auch Schöndorfer werde ablehnen. Wir „sollten keine Bausünden ermöglichen“.

Selbst Bürgermeister Hannes Holzner (CSU) sagt nein. Aus der Diskussion heraus sehe er, dass das Projekt nicht umsetzbar sei. Für viele sei es zu groß. „Wir müssen ja im vorhabenbezogenen Bebauungsplan ein Projekt dahintersetzen. Deshalb werde ich diese Sache jetzt ablehnen. Ich kann den Bebauungsplan mit diesem Projekt so nicht nachvollziehen.“

Touristische Nutzung der Neubichler Alm ermöglichen

Andere Gemeinderäte würden zwar gerne in das Verfahren einsteigen, doch auch sie sähen die Dimension als zu groß an: „Für mich ist die Bebauung sehr wuchtig“, so Rüdiger Lerach (CSU), doch er möchte gerne eine touristische Nutzung ermöglichen. Deswegen werde Lerach dem Verfahrensbeginn zustimmen. Wenn aber der wuchtige Bau weiter bestehe, werde er nicht mitmachen.

Dritte Bürgermeisterin Sabine Wolf (CSU) findet, dass man sich schon trauen sollte, das Projekt anzustoßen. „Das Verfahren wird ja zeigen was noch möglich ist.“ Christian Wagner (FWG) könne die Bedenken verstehen, „aber wenn wir im Vorhinein jedes Projekt abwürgen, dann wird es echt schwierig.“ In dem Schreiben der Firma Euroboden stünde, dass man gesprächsbereit sei. Man solle ins Verfahren starten, so Wanger.

Letzten Endes zeigt sich: der Gemeinderat ist sich uneins. Zehn der anwesenden Gemeinderäte stimmen für den Beschlussvorschlag, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Projekt aufzustellen, die anderen zehn stimmen dagegen. Für das Neubauprojekt bedeutet es das Ende, denn der Beschlussvorschlag ist positiv formuliert, heißt bei Stimmengleichheit ist er automatisch abgelehnt.

ce

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