Ärger über Vermüllung des Spielplatzes in Piding

Holzner: "Normalerweise sollte es kein Schild brauchen"

Hannes Holzner will Müll durch Appell reduzieren
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Hannes Holzner kann den Ärger über den Müll zwar verstehen, sieht die Lösung aber nicht in weiteren Verboten.

Piding - Glasflaschen, Scherben, Müll, Zigaretten, Kronkorken, alles Gegenstände, die eigentlich fachgerecht entsorgt werden sollten. Am Pidinger "Enten"-Spielplatz sorgen sie aber für immer mehr Unmut. Ein Vater hat seinem Ärger jetzt in einem offenen Brief an die Gemeinde Luft gemacht.

"Ich war heute mit meinem fünfjährigen Sohn wieder mal auf dem Enten-Spielplatz", beginnt Denis Meye seine Schilderungen. "Leider haben wir den Spielplatz wieder mal in einem erschreckenden und Kinder-feindlichen Zustand vorgefunden. Für mich hat es sich angefühlt als sei ich in einem Problembezirk einer Großstadt."


Die Rede ist von Glasflaschen, Scherben, Müll, Zigaretten, Kronkorken. Alles stelle eine Gefahr für die spielenden Kinder dar. Für Meye kein tragbarer Zustand mehr. Darum stellt er die Fragen: "Was werden Sie für das Wohl der Kleinsten in der/unserer Gemeinde tun? Wie werden Sie diese ständig anhaltende Situation des Vermüllens am Spielplatz entgegnen?" Aus seiner Sich wäre es Zeit zu handeln und "sich nicht in Ausreden und Erklärungen zu verlieren".

Jugendliche und Foodsharing-Kühlschrank der Grund für den Zustand des Spielplatzes?

Für Meye gibt es mehrere Gründe, warum der Spielplatz so aussieht: Jugendliche, die dort schon rauchend und Bier trinkend angetroffen worden sein sollen und der Foodsharing Kühlschrank auf der Terrasse der Rückseite des Vereinsheimes. Er ziehe aus Sicht des Vaters "umtriebige Personen" an.


Pidings Bürgermeister kann den Ärger von Denis Meye grundsätzlich verstehen. "Vor allem der Müll stört mich auch immer wieder", gibt Hannes Holzner gegenüber BGLand24.de zu. Bereits am Freitag, nachdem die Schilderungen des Vaters in der Gemeinde die Runde gemacht haben, wurde die Säuberung des Spielplatzes angeordnet.

Für Vater sind klare Verbote die Lösung

So könnte aus Sicht von Denis Meye die Beschilderung am Spielplatz aussehen.

"Die Mitarbeiter des Bauhofes kontrollieren generell zweimal die Woche den Spielplatz und räumen auf", bekräftigt der Bürgermeister. "Eine tägliche Kontrolle ist aber nicht möglich." Diese hatte Meye in seinem offenen Brief gefordert. Außerdem wünscht sich der Vater eine Beschilderung, in der klare Verbote ausgesprochen werden sollen: "Kein Alkohol, keine Zigaretten, Müll entsorgen, keine Hunde, nur für Kinder unter 13 Jahren, evtl Spielplatz am 20 Uhr geschlossen."

Bisher gibt es nur ein Schild, dass Hunde verboten sind. Da es offensichtlich beschädigt ist, werde es ausgetauscht, sichert der Bürgermeister zu. Über eine Erweiterung der Verbote könne man sprechen, so Holzner, aber was dann? "Wer kontrolliert, wie ist die Handhabe?" Natürlich könne die Gemeinde Verstöße dann ahnden, aber es gebe schon so viele Regelungen. "Normalerweise sollte es kein Schild brauchen", appelliert Pidings Bürgermeister an die Vernunft.

Projekt Foodsharing-Kühlschrank verantwortlich?

Bisher sind lediglich Hunde am Pidinger Enten-Spielplatz verboten, nicht mehr ganz lesbar.

Eine Einzäunung des Spielplatzes sei schon einmal diskutiert worden, führt Hannes Holzner weiter aus. Dabei sei die Frage aufgetaucht: "Müssen wir jetzt unsere Kinder einsperren?" In so einer Diskussion werde immer der Schutz gegen die Freiheit ausgespielt."Wenn du die einen aussperrst, schränkst du die Freiheit anderer ein."

Holzner will auf alle Fälle im Gemeindereport an die Vernunft der Jugendlichen appellieren. Dass der Foodsharing-Kühlschrank allerdings "umtriebige Personen" anlocke, höre er zum ersten Mal. "Ich halte es nach wie vor für eine super Idee. Ehrenamtliche füllen den Kühlschrank mit Lebensmittel, die weggeworfen würden, obwohl sie noch essbar sind. Auch der Platz ist trocken, hat einen Stromanschluss und ist frei zugänglich, somit ideal. Im direkten Umfeld hat es bisher keine Probleme gegeben."

Dennoch wissen die Betreiber, sollte es bei der Abholung der Lebensmittel zu Problemen kommen, müsse über einen anderen Standort oder generell über das Projekt diskutiert werden. Noch will der Bürgermeister das nicht. Aber alle von Denis Meye angesprochen Punkte seien sowohl dem Ordnungsamt als auch dem Bauhof bekannt und man werde darüber sprechen. Bis dahin bleibt es an den Eltern, Auffälligkeiten der Gemeinde zu melden. "Bei Hinweisen wird sofort kontrolliert", verspricht der Bürgermeister.

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrten Damen und Herren,

ich wende mich heute mit einem erschreckenden Erfahrungsbericht an Sie.

Ich war heute mit meinem 5 jährigen Sohn wieder mal auf dem Enten-Spielplatz.

Leider haben wir den Spielplatz wieder mal in einem erschreckenden und Kinder feindlichen Zustand vorgefunden. Für mich hat es sich angefühlt als sei ich in einem Problembezirk einer Großstadt.

Sollten Kinder an dem Karussell spielen, wären Verletzungen nicht ausgeschlossen, ist sich Denis Meye sicher.

Ich stelle mir die Frage, wie kann es sein, dass der Spielplatz immer wieder in so einem Zustand aufzufinden ist. Seit Monaten gehen immer wieder Berichte darüber durch die sozialen Medien. (Facebook „Du kommst aus Piding wenn…“)

Viele Bürger engagieren sich und beräumen täglich diesen Spielplatz.

Leider habe auch ich in der Vergangenheit schon öfter Jugendliche (ca 14-16 Jahre) vom Spielplatz verwiesen, da sie rauchend und Bier trinkend sich da aufgehalten haben. Leider ist dieses Verhalten am Spielplatz sehr oft zu erkennen. Immer wieder finden sich Glasflaschen, Scherben, Burger King Müllreste, Zigaretten, Kronkorken und Ähnliches. Dies stellt eine große Gefahr für unsere Kinder dar.

Nun stelle ich Ihnen als Verantwortliche der Gemeinde die Frage, was Sie für das Wohl der Kleinsten in der/unserer Gemeinde tun werden?

Wie werden Sie diese ständig anhaltende Situation des Vermüllens am Spielplatz entgegnen?

Es wäre Zeit, dass Sie handeln und sich nicht in Ausreden und Erklärungen verlieren.

Natürlich haben ich und andere Eltern sich Gedanken gemacht was zu tun ist.

Folgende Vorschläge von uns:

  1. Mülleimer:
    • Es gibt nur einen Mülleimer am Spielplatz. Es sollten noch weitere Mülleimer installiert werden.
    • Die Mülleimer sollten TÄGLICH in der Früh entleert werden.
  2. Beschilderung:
    • Es gibt keine Beschilderung am Spielplatz. Diese sollte unbedingt mit Verboten nachgebessert werden.
    • Inhalte z.B.: Kein Alkohol, keine Zigaretten, Müll entsorgen, keine Hunde, nur für Kinder unter 13 Jahren, evtl Spielplatz am 20 Uhr geschlossen.
  3. Einzäunen
    • Spielplatz als gesamtes Gebiet einzäunen
    • evtl Spielplatz ab 20 Uhr als geschlossen erklären mit Aufenthaltsverbot
  4. Kontrollen
    • Tägliche Funktions- und Sauberkeitskontrolle durch den Bauhof.
    • Tägliche Kontrollen durch das Ordnungsamt um Personen des Platzes zu verweisen.
    • Stichproben Kontrollen durch die Polizei um Präsenz zu zeigen
    • Platzverweise und Verbote aussprechen
  5. Jugendarbeit
    • Den Jugendlichen am und um den Spielplatz eine Alternative bieten
    • Streetworker einbinden
    • Wie Sie sicherlich wissen, gruppieren sich die Jugendlichen auf dem Spielplatz, auch auf der Terrasse der Rückseite des Vereinsheims und im Wäldchen auf der Bank hinter dem Ententeich.
  6. Food Sharing Kühlschrank
    • Der Foodsharing Kühlschrank auf der Terrasse der Rückseite des Vereinsheim zieht zudem umtriebige Personen an.
    • Es sollte über einen anderen Platz in der Gemeinde für dieses Projekt nachgedacht werden.
    • In meiner heutigen Anwesenheit haben sich Jugendliche hier bedient und ein älterer Herr saß Bier trinkend (Dose) am Spielplatz und hat sich Snacks aus dem Kühlschrank geholt.
    • Dadurch erhöht sich natürlich das Müllaufkommen am Spielplatz extrem.
  7. Gemeinde und Gemeinderat
    • Bitte nehmen Sie sich dieser Angelegenheit verantwortungsvoll an.
    • Investieren Sie in unsere Kinder.
    • Nehmen Sie es bitte als Beschluss in den Gemeinderatsitzung mit auf.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ich erwarte keine Stellungnahme von Ihnen ich erwarte Taten und Handlungen von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Herr Denis Meye

cz

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