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Bürgermeister erklärt die nächsten Schritte

Kommt ein Stromverbund in Piding? Geschenkte Photovoltaik-Anlage tritt Verfahren los

Bürgermeister von Piding Hannes Holzner Schule Kindergarten Mehrzweckhalle Photovoltaikanlage
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Bürgermeister Hannes Holzner (CSU) spricht über die mögliche Schenkung einer Photovoltaik-Anlage auf der Schule in Piding zur Stromversorgung der Schule, des Kindergartens und der Mehrzweckhalle.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Die Gemeinde Piding soll eine Photovoltaikanlage auf der Schule im Ort geschenkt bekommen. Fraglich ist die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Ein Gutachter hat jetzt im Gemeinderat mögliche Betriebsvarianten vorgestellt. Bürgermeister Holzner erklärt im Gespräch mit BGLand24.de, wie die nächsten Schritte aussehen und ob die Schenkung wohl angenommen wird.

Piding - Nach rund 20 Jahren Betrieb einer Photovoltaik-Anlage des Bürgersolarkraftwerks auf der Schule in Piding ist jetzt der Vertrag ausgelaufen. Für die Einspeisung des Stroms ins allgemeine Stromnetz bekommen die Betreiber, die damals auch die Anlage bezahlten, wenig bis keine Vergütung mehr. Die Anlage ist somit nicht mehr rentabel. Deswegen gab es eine Anfrage an die Gemeinde Piding - schließlich befindet sich die Anlage auf einem Gebäude der Kommune - ob man denn die Photovoltaikanlage geschenkt bekommen wolle.

Gemeinde bekommt Photovoltaik-Anlage geschenkt

Die Gemeinde hat jetzt prüfen lassen, ob eine Annahme der Schenkung für die Kommune Sinn macht. Später würden die Entsorgungskosten anfallen. Außerdem befindet sich auf der Schule bereits eine eigene Anlage. Unklar war deswegen, wie sich die zweite Anlage auf die eigene Einspeisevergütung auswirken würde. Gregor Dachs von der Energieagentur Südbayern GmbH hat dazu im Gemeinderat ein Gutachten vorgestellt. Einem der drei Vorschläge des Experten wurde durch den Gemeinderat zugestimmt, wie Bürgermeister Hannes Holzner auf Nachfrage von BGLand24.de erzählt.

Drei Möglichkeiten für Gemeinde

In der ersten Variante werde durch das Bürgerkraftwerk voll ins Stromnetz eingespeist. Das Gesamtergebnis zeige aber, dass ein Weiterbetrieb mit Volleinspeisung nicht rentabel sei, weil die Vergütung zu gering sei, so Holzner. „Also entweder verbraucht man den Strom selbst oder man hat einen Altvertrag, ansonsten rechnet es sich nicht.“

Die zweite Variante sehe eine Umrüstung auf Eigenverbrauch zur Stromabdeckung in der Schule vor. „Da haben wir aber eine eigene Anlage und die ist mit einer Einspeisevergütung anders bezuschusst.“ Ein Weiterbetrieb mit einer Überschusseinspeisung aufgrund geringer Eigenabdeckung sei wahrscheinlich nicht sinnvoll. Der Großteil des Eigenbedarfs werde durch die Photovoltaik-Anlage der Gemeinde bereits abgedeckt. Laut Holzner wäre es zwar „sinnvoll für den Umweltschutz, aber von den Kosten her eher unrentabel“, schließlich gebe es auch an der Anlage in den nächsten Jahren einiges zu erneuern.

Zusammenschluss von Schule, Kindergarten und Mehrzweckhalle

Interessant sei schließlich die dritte Variante: die Schaffung eines Stromverbundes und die Umrüstung auf den Eigenverbrauch zur Stromabdeckung aller Liegenschaften in einem Quartier. „Wenn man die Schule, den Kindergarten und die Mehrzweckhalle zusammenschließen würde, wäre der größte Teil mit Eigenstromverbrauch abgedeckt. Dann wäre auch ein Weiterbetrieb zur Eigennutzung sinnvoll und wirtschaftlich“, erklärt Holzner. Auch die notwendigen Kosten zur Umsetzung des Projekts würden sich innerhalb von 3,5 bis 4 Jahren amortisieren. Der Gemeinderat hat dieser Variante zugestimmt.

„Wir müssen aber noch verschiedene Punkte abklären“, stellt der Bürgermeister klar. Dies sei die Vorstellung des Gutachters gewesen. Jetzt müsse man messen lassen, in welchem Zustand sich die Anlage und ihre technischen Komponenten befänden. Schließlich hätten sich auch die Vorschriften in den letzten 20 Jahren geändert. Außerdem müsse man bei der Bayernwerk AG, dem Stromversorger der Kommune, anfragen, ob man die notwendigen Stromnetze abkaufen könne, um das Quartier schaffen zu können.

Weiterer möglicher Standort in Piding

„Wenn alles so ist, wie vom Gutachter beschrieben, dann könnte man einen Schritt weitergehen und die Anlage geschenkt nehmen. Dann nutzt man den produzierten Strom, auch wenn er weniger ist als anfangs, bevor man die Anlage verfallen lässt oder runterreißt“, so Holzner. Der Bürgermeister rechnet mit Investitionskosten in Höhe von 50.000 bis 100.000 Euro. Anfangs habe man diese Variante, also die Schaffung eines Quartiers, nicht im Blick gehabt, wie Holzner erklärt. „Dieses Thema wird in den nächsten Jahren jedoch mehrfach auf Kommunen und Anlagenbetreiber zukommen, da die Verträge alle nach 20 Jahren auslaufen.“

Für einen weiteren Standort in Piding wird nun wahrscheinlich ebenfalls ein Gutachten eingeholt. Beim neuen Feuerwehrhaus soll auch eine Photovoltaikanlage kommen. Hier sei die Anfrage gekommen, ob man die Liegenschaften der Gemeinde auf der gegenüberliegenden Seite des Feuerwehrhauses ebenfalls mit dem produzierten Strom der Anlage versorgen könne. „Damals kam die Aussage, dass dies technisch und rechtlich nicht bzw. nur schwierig möglich wäre. Aber das hat sich geändert.“ Man werde deshalb mit einem Gutachter Kontakt aufnehmen und dies untersuchen lassen, so der Bürgermeister.

ce

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