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Bürgermeister Holzner im Interview

Firma Maier baut nicht in Urwies: So wirkt sich die Entscheidung auf Piding aus

Piding Urwies Hannes Holzner Bürgermeister Gemeinderat Firma Obst Maier Gewerbegebiet
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Der Gemeinderat hat entschieden: Die Firma Obst Maier darf nicht in Urwies bauen. Bürgermeister Hannes Holzner hatte sich ein anderes Ergebnis gewünscht.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Die Firma Maier darf nicht in Urwies bauen. Bleibt der Verkehr trotzdem in Piding? Und was geschieht jetzt mit dem Gewerbegebiet in Urwies? Bürgermeister Holzner erklärt, was die schwerwiegende Entscheidung für die Gemeinde bedeutet.

Piding - Ein klares Nein. Das bekam die Firma Maier von der Gemeinde Piding. Heißt, die Firma darf nicht mehr in Urwies bauen. Eigentlich sollte der Dienstagabend (28. September) anders ablaufen. Die Sondergemeinderatssitzung sollte darüber entscheiden, ob in weiterer Folge die Behörden, etwa das Wasserwirtschaftsamt, zur Einschätzung der vorliegenden Gutachten hinzugezogen werden. Letzten Endes entwickelte sich die Sitzung anders als geplant - mit dem vorzeitigen Ende des Verfahrens.

Bürgermeister wollte Bauplanverfahren für Urwies fortsetzen

Auch Bürgermeister Hannes Holzner (CSU) hat sich eigentlich ein anderes Ende gewünscht, nämlich, dass die Behörden sich noch einmal die Gutachten ansehen und einschätzen. Es handle sich schließlich um eine „seit Jahrzehnten ortsansässige Firma“, erklärt Holzner. Der Bürgermeister hätte der Firma Maier gerne diese Möglichkeit geboten. „Es ist ja keine neue Firma. Wir wissen ja was damit verbunden ist, also kein Betrieb mit nur Büros als Arbeitsplätzen.“ Das sei aber auch jedem klar gewesen in den letzten Jahren des Verfahrens, oder hätte zumindest jedem klar sein müssen, so Holzner.

Fachbehörden sollten Gutachten von Urwies bewerten

Die Entscheidung sei aber „ein demokratischer Prozess“ gewesen und den „sollte man auch so hinnehmen und akzeptieren“. Nur „ganz verstehen kann ich es zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass man das so gemacht hat“, so Holzner. Der Gemeinderat habe ja Mehrheitsbeschlüsse gehabt. Es ging ja nicht von der alleinigen Seite des Bürgermeisters aus, dass auch etwa die Gutachten gemacht werden. „Wir hatten auch die Forderungen, dass die Gutachten kommen und dass wir auch die Einschätzungen von den Fachbehörden abklären. Wir und auch die Firma Maier und alle anderen im Verfahren haben die Aufgaben erledigt“, die man hätte machen müssen für die nächsten Schritte. „Dann hätten wir eigentlich auch noch den Zwischenschritt machen müssen und die Fachbehörden das bewerten lassen“, erklärt Holzner.

Der Bürgermeister hat während der Sitzung bereits verdeutlicht: Er sei kein Fachmann. Er könne sich auch nur auf die Gutachten stützen, aber bewerten müssten dies die Behörden. „Da haben wir vorgegriffen.“

Wo baut die Firma Maier jetzt? - Verkehr bleibt in Piding

Wo und ob die Firma Maier neu bauen wird, ist derzeit nicht klar. Bei einer Sache ist sich der Bürgermeister jedoch sicher: „Wenn die Firma im Landkreis bleibt, geht der Verkehr wieder über die A8 bei Piding.“ Das heiße für die Gemeinde: trotzdem mehr Verkehr. Die Strecken würden dann schließlich auch länger. Die Fahrwege gingen nach und von den Richtungen Freilassing und Berchtesgaden. „Dann fährt man auch an und durch die Gemeinde Piding komplett durch, was mit dem jetzigen Standort und auch dem Standort Urwies nicht der Fall ist. Das sind die Konsequenzen daraus, die auch die Gemeinde tragen muss und auch die Bürger mit hinnehmen müssen. Denn das Recht, auf der Bundesstraße zu fahren, hat jeder.“

Aus für Gewerbegebiet Urwies?

Gemeinderat Dr. Bernhard Zimmer (Die Grünen) machte schon in der Sitzung deutlich: Er werde dem Gewerbegebiet in Urwies allgemein nicht zustimmen. Derzeit handelt es sich bei dem Bereich, in dem Obst Maier gebaut hätte, noch um landwirtschaftliche Flächen. Hätte der Gemeinderat dem Bau zugestimmt, wäre nicht nur ein Bebauungsplan aufgestellt, sondern auch der Flächennutzungsplan geändert worden. Mit dem Verfahrenstopp für die Firma Maier ist somit auch das zusätzliche Gewerbegebiet derzeit gestorben.

Vor allem in der Frage- und Diskussionsrunde der Bürger mit der Firma Maier wurde es teilweise emotional oder sogar hitzig. „Grundsätzlich war ich froh, dass es nicht schlimmer geworden ist“, sagt Holzner. Er könne die persönliche Betroffenheit auch nachvollziehen. „Emotion ist bei so einem Thema immer mit dabei.“ „Es gibt durchaus schlimmere Sitzungen, dann wird es aber immer unsachlicher. Für diese Größenordnung steht dann viel zu viel auf dem Spiel, dass man das emotional ablaufen lassen kann.“

ce

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