"Entwicklung bereitet mir Sorgen"

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Piding - Im Altwirt gab Bürgermeisterkandidat Walter Pfannerstill einen Einblick in die Besonderheiten der Freien Wählergemeinschaft und erläuerte vor der Kommunalwahl seine Vorhaben.

Die FWG Piding lud kürzlich zu ihrer ersten Wahlveranstaltung in den Altwirt Piding. Bürgermeisterkandidat Walter Pfannerstill und seine Gemeinderatskandidaten konnten sich über einen gut gefüllten Saal und reges Interesse der Besucher freuen. Der 1. Vorsitzende der FWG Piding Josef Dendl begrüßte die Gäste und bedankte sich für das Interesse. Er gab einen kurzen Einblick in die Besonderheiten der FWG als freiem Zusammenschluss engagierter Bürger in einem Verein und die Unterschiede zum Parteiwesen.

Zügig übergab er das Wort an den Bürgermeisterkandidaten Walter Pfannerstill, der nach einer kurzen Einleitung die Gemeinderatskandidaten aufrief, die sich selbst und ihre Schwerpunkte für die kommende Wahlperiode in einigen Sätzen kurz vorstellten.

Obwohl dem einen oder anderen Kandidaten die Nervosität anzusehen war, gestalteten sie die kurzen Vorträge abwechslungsreich und interessant. Viele sprachen die angespannte Finanzlage in Piding an und legten großen Wert auf eine konsequente Planung in der Gemeindeführung. Ebenso ist das Engagement der Kandidaten für die Vereins- und Jugendarbeit ein zentrales Thema. Es fiel ein klares Bekenntnis zum Tourismus und zum verantwortungsvollen Umgang mit den verbliebenen landwirtschaftlichen Flächen.

Im Anschluss stellte sich Walter Pfannerstill umfassend persönlich vor. Der Bürgermeisterkandidat legte seine Beweggründe für die Kandidatur dar: „Piding ist meine Heimat, ich konnte mir nie vorstellen woanders zu leben. Die aktuelle Entwicklung der Gemeinde bereitet mir Sorgen. Es wurden keine großen Fehler gemacht, es ist vielmehr das, was nicht passiert ist. Ich war also vor die Wahl gestellt, weiter in der 2. Reihe zu verharren und das Beste zu hoffen oder selbst die Initiative zu ergreifen. Da mir unser Piding sehr am Herzen liegt, entschied ich mich für die zweite Variante.“

Walter Pfannerstill erläuterte die Eigenschaften, die seiner Meinung nach für die erfolgreiche Ausübung des Bürgermeisteramtes von Bedeutung sind: Entscheidungskraft, Führungskompetenz und soziale Kompetenz.

Anschließend stellte er den direkten Bezug zum seinem beruflichen Werdegang her.

  • Bei seinen bisherigen Tätigkeiten als Kundenbetreuer, Finanzierungsberater und insbesondere als Abteilungsleiter waren und sind Entscheidungen „tägliches Brot“.
  • Aktuell ist er für ca. 45 Mitarbeiter verantwortlich. Führungsarbeit ist für Pfannerstill eine äußerst interessante Aufgabe. Höchstmögliche Motivation erreicht man seiner Ansicht nach, indem man den Mitarbeitern die Verantwortung für ihr Aufgabengebiet überlässt.
  • Ein großer Schatz an Erfahrungen aus dem privaten und beruflichen Leben erlaubt es ihm, sich in Lage von Mitmenschen hinein zu versetzen und deren Anliegen ernst zu nehmen.

So fühlt er sich den Anforderungen, die das Amt des Bürgermeisters mit sich bringen, gewachsen. Anschließend erläuterte Pfannerstill die Themen aus seinem Wahlprogramm. Er sprach über die Bedeutung der Gewerbebetriebe, den Tourismus, die wichtige Jugendarbeit der Vereine ebenso wie über den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen. Dann bat Pfannerstill die Besucher um ihre Fragen. Die erste Wortmeldung kam zum Thema Feuerwehrhaus. Der Besucher wollte wissen, ob denn hier nun schon Pläne für den Neubau vorlägen und wie das von Pfannerstill im Gemeinderat vorgeschlagene Multifunktionshaus denn nun genau aussehe.

Pfannerstill freute sich sichtlich über die Frage. Er erklärte, dass im Gemeinderat bis dato noch nichts entschieden sei und das Thema auch schon seit Monaten nicht mehr auf der Tagesordnung gewesen sei. Überhaupt sei man auf den schlechten Zustand des Feuerwehrhauses eigentlich erst durch Gemeinderat Hubert Dießbacher aufmerksam gemacht worden.

Dießbacher habe bei einer Diskussion über die Rathaussanierung darauf hingewiesen, dass die Verwaltung und der Bürgermeister bereits seit längerem über Mängel im Feuerwehrhaus informiert seien. So kam man im Gemeinderat zu dem Entschluss Rathaus und Feuerwehrhaus zusammen zu betrachten. Mit seinem Vorschlag zum Multifunktionshaus sei Pfannerstill eher belächelt worden. Deshalb nutze er nun die Gelegenheit, den Anwesenden seine Idee zu erläutern.

Der Plan sei einfach. Durch die Zusammenlegung mehrerer öffentlicher Einrichtungen (z. B. Feuerwehrhaus, Rathaus und Haus der Vereine), könne man Synergien nutzen. Z. B. gemeinsame Nutzung von sanitären Anlagen, man benötige nur eine Heizungsanlage und könne Räume, wie etwa Sitzungssäle mehrfach belegen. Der Bau könne in 2 Bauabschnitten erfolgen. Je nach Priorisierung durch den Gemeinderat zum Beispiel zuerst das Feuerwehrhaus. Anschließend in einem zweiten Abschnitt Vereinsräume und Rathaus. Die frei werdenden alten Räumlichkeiten und Flächen könne man verkaufen und so zur Gegenfinanzierung nutzen.

Ein zweiter Mitbürger meldete sich zu Wort. Pfannerstill weise immer auf die schlechte Finanzlage der Gemeinde hin. Dabei seien die getätigten Investitionen in Schule, Straßen, Kanal und besonders das Wasserwerk doch unabdingbar gewesen. Er fragte, welche Investitionen Pfannerstill denn selbst gestrichen hätte. Der Bürgermeisterkandidat erklärte, dass der Erhalt der Infrastruktur einer Gemeinde selbstverständlich eine Pflichtübung sei. Natürlich hätte es zu Wasserwerk und Kita keine Alternativen gegeben.

Es gehe darum künftig sämtliche Einsparpotenziale zu nutzen. Sparen beginne bei 1.000 Euro und nicht erst bei 100.000 Euro, so Pfannerstill.

Im Übrigen sei fraglich, ob der Gemeinderat bei Kenntnis aller anstehenden Projekte (Schule, Rathaus, Feuerwehrhaus) einer so umfangreichen Sanierung des Schulhauses zugestimmt hätte.

Ein Bürger stellte noch eine Frage zu seiner persönlichen Situation im Rahmen des Autobahnausbaus. Weitere Besucher beschränkten sich darauf, ihre Fragen nicht öffentlich zu diskutieren, sondern den Kandidaten zu einem kurzen Gespräch zu bitten. Diesen Wünschen kam Walter Pfannerstill gerne nach.

In guter Stimmung klang der Abend schließlich im unteren Gastraum aus, wo sich die Vortragenden erst einmal stärkten. Wer nun Lust bekommen hat, Walter Pfannerstill und seine Kandidaten auch einmal persönlich kennen zu lernen, der hat am 6. März im Albrecht Dürer noch einmal die Möglichkeit dazu.

Pressemitteilung der Freien Wählergemeinschaft Piding

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