Auch Milchpreisentwicklung bei Pidinger Milchwerken Thema

Glyphosat-Verbot beschert Molkerei "Spitzenwerte im Absatz"

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796 Bäuerinnen informieren sich aus erster Hand vom Vorstandsvorsitzenden Andreas Argstatter auf den diesjährigen Informationsveranstaltungen für die Bäuerinnen über die aktuelle Situation ihrer Molkereigenossenschaft Berchtesgadener Land.
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Piding - Im Oktober sorgte der Glyphosat-Einsatz eines Lieferanten der Molkerei für Schlagzeilen - in Piding zeigte man dann entschlossene Reaktion, die sich nun auszahlt.

Eigentlich ist der Absatz der Molkereien in den Wintermonaten traditionell eher schwächer - doch heuer ist es anders: Mit "Spitzenwerten im Absatz" sei man ins Jahr 2018 gestartet, so die "Milchwerke Berchtesgadener Land" aus Piding nach den jetzigen Bäuerinnenversammlungen. "Das im Oktober ausgesprochene Anwendungsverbot für Wiesen und Ackerland haben die Verbraucher mit einer deutlich gesteigerten Nachfrage honoriert", vermeldet nun die Pidinger Molkerei.

"Breite Mehrheit lehnt Glyphosat ab"

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Nach Ansicht von Bernhard Pointner, Geschäftsführer der Molkerei, habe das Glyphosat-Verbot schlicht den Verbrauchererwartungen entsprochen: "Wie schon die grüne Gentechnik, so wird auch der Einsatz von Totalherbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat von einer breiten Mehrheit der Verbraucher abgelehnt." Die Entscheidung des Vorstands der Genossenschaft aus dem vorigen Herbst war also wohl goldrichtig.

Im Oktober entdeckten Verbraucher den Einsatz von Glyphosat bei einem Bauern nahe Traunstein, der die Milchwerke-BGL beliefert. Sie dokumentierten das gelb-verblichene Gras und wandten sich mit den Fotos auch an unsere Redaktion. Die Molkerei reagierte umgehend, führte mit dem Traunsteiner Landwirt ein ernstes Gespräch und beschloss gut zwei Wochen nach dem Vorfall ein Glyphosat-Verbot für ihre Bauern.

Die Entwicklung der Milchpreise bei der Molkerei

Fast 800 Bäuerinnen kamen bei den traditionellen Treffen in den letzten Wochen in Bischofswiesen, Siegsdorf, Teisendorf, Kirchberg/Mattighofen und Lenggries zusammen. Erfreuliche Meldungen gab es für das vierte Quartal 2018 von den Milchpreisen: der Endverbraucher spürte dies unter anderem bei der Butter, die teils auf über 2,50 Euro pro Stück kostete. Auch die Fettknappheit am Markt spielte eine Rolle. 

Aktuell zahlt die Pidinger Molkerei ihren Bauern 42,5 Cent pro Kilo konventionelle Milch, die Bergbauern bekommen einen Cent mehr, für Naturland-Biomilch werden 54 Cent gezahlt und für Demeter-Biomilch 55 Cent. Europaweit gingen die Erzeugerpreise inzwischen aber wieder zurück - nach den Marktgesetzen wurde insgesamt mit einer Ausweitung der Produktion reagiert, die Preisspirale für Milch bewegt sich laut Milchwerke-BGL weltweit weiter nach unten.

xe/Pressemitteilung Milchwerke BGL

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