Missglückte Winterbegehung endet glimpflich

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Bergrettung am Pidinger Klettersteig

Piding - In Bergnot gerieten zwei 25- und 26-jährige Bergsteiger am Pidinger Klettersteig. Sie verloren im letzten Steilstück der Begehung das Stahlseil. Die ganze Rettungsaktion:

Zwei 25 und 26 Jahre alte Bergsteiger aus dem Raum Traunstein sind am Samstagabend bei einer Winterbegehung des Pidinger Klettersteigs in der Nordwand des Hochstaufens in Bergnot geraten, da sie das Stahlseil im Schnee verloren hatten und umkehren mussten. Trotz Dunkelheit schafften sie es mit Hilfe der Bergwacht unverletzt ins Tal zurück.

Die beiden Männer waren um 11.30 Uhr in den Klettersteig eingestiegen; gegen 18 verloren sie im letzten Steilstück das Stahlseil im Schnee und mussten umkehren. Beide hatten den Klettersteig bereits einige Male im Sommer begangen, kannten das schwierige Gelände aber nur schnee- und eisfrei. Ausgerüstet mit nur einer Stirnlampe gestaltete sich der Rückzug trotz eines vorhandenen Kletterseils als sehr zeitaufwändig und schwierig. Per Handy teilte einer der Kletterer schließlich seinem Vater mit, dass sie auf dem Rückzug sind. Der besorgte Vater erkundigte sich dann bei einem befreundeten Bergwachtmann aus Traunstein über die Gefahren eines Rückzugs bei einer Winterbegehung des Pidinger Klettersteiges und setzte anschließend, auf dessen Anraten, einen Notruf bei der Integrierten Leitstelle Traunstein ab, die gegen 18.45 Uhr den Einsatzleiter der Bergwacht Bad Reichenhall alarmierte.

Per Handyverbindung leitete der Einsatzleiter die beiden Klettersteiggeher im Abstieg zum oberen Notausstieg, wobei sie aufgrund der schwierigen Verhältnisse nur sehr langsam vorankamen. Da zusätzlich eine angekündigte Schlechtwetterfront gegen Mitternacht das Berchtesgadener Land erreichen sollte, entschied sich der Einsatzleiter einen Voraustrupp aus fünf Bergwachtleuten mit Hilfe des All-Terrain-Vehicles (ATV) zum Einstieg des Klettersteiges zu schicken, um den beiden Kletterern entgegen zu gehen und keine Zeit bei einem eventuellen Notfall zu verlieren. Sieben weitere Sportkletterer der Bergwacht und ein Bergwacht-Notarzt standen ebenso auf Abruf für eine Rettungsaktion im Klettersteig bereit wie die beiden Bergwachten Teisendorf-Anger und Freilassing. Genaue Informationen über den Rückzug der beiden Kletterer erhielt der Einsatzleiter von einem Bergwachtkameraden, der auf der Heimfahrt vom Zentrum für Sicherheit und Ausbildung der Bergwacht Bayern in Bad Tölz war. Von Anger aus meldete er immer wieder die genaue Position des Stirnlampenlichts im Klettersteig.

Glücklicherweise erreichten die beiden in Bergnot Geratenen gegen 21 Uhr den oberen Notausstieg, wo sie einer Fußspur folgen konnten und dann zügig und sicher zum Normalweg gelangten. Damit konnten die bereits ausgerückten Einsatzkräfte wieder umkehren und die für einen Wintereinsatz im Pidinger Klettersteig umfangreiche Ausrüstung wieder aufräumen. Um kurz nach 23 Uhr meldeten sich die beiden Kletterer noch einmal beim Einsatzleiter, dass sie nun wohlbehalten und glücklich am Parkplatz Urwies angekommen sind. Insgesamt waren neun Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing drei Stunden lang beschäftigt.

„Als Handicap haben sich bei diesem Einsatz wieder einmal die beengten Räumlichkeiten sowie fehlende Parkplätze für die Einsatzkräfte im Depot in der Frühlingstraße erwiesen. Der verkehrsberuhigte Bereich in der Frühlingstraße bremst unsere Leute auf der Anfahrt regelrecht aus“, beklagt Bergwacht-Pressesprecher Marcus Goebel. So stand der Einsatzleiter nach der Alarmierung am Samstagabend zunächst ohne Mannschaft in der Bergrettungswache. Goebel: „Bei Lebensgefahr für die betroffenen Menschen vergehen hier wertvolle Minuten auf der Anfahrt und beim Zusammenstellen der notwendigen Ausrüstung für den Einsatz.“ Dabei eilt die BergwachtBad Reichenhall nicht nur Bergsteigern zu Hilfe: Auch für die Bewohner und Gäste im Stadtgebiet von Bad Reichenhall, Piding, Bayerisch Gmain und des Umlands steht sie zur Verfügung, wenn der Landrettungsdienst wegen der Straßenverhältnisse nicht an den Einsatzort fahren kann oder wegen anderer bereits laufender Einsätze bereits ausgelastet ist. Wie berichtet wurde die Bergwacht Bad Reichenhall in letzter Zeit mehrmals zur Unterstützung des Landrettungsdienstes gerufen. „Darum betreiben wir unser Projekt zum Neubau einer Bergrettungswache mit viel Nachdruck und bitten um rege, finanzielle Unterstützung. Informationen zum Neubau der Bergwacht Bad Reichenhall gibt es im Internet unter www.bergwacht-reichenhall.de“, berichtet Goebel.

Pressemitteilung BRK BGL

Zurück zur Übersicht: Piding

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser