Großer Verwaltungsakt für Bürgermeisterkandidaten in Piding

Argstatter: "In der Wahlkabine sein Kreuz machen, ist etwas anderes"

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Andreas Argstatter traut sich das Bürgermeisteramt zu und will den Wählern zeigen, was er für Piding will.
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Piding - Überraschend, aber endgültig hat sich die CSU entschieden, bei der Kommunalwahl 2020 keinen eigenen Bürgermeister-Kandidaten zu stellen. Der amtierende Bürgermeister Hannes Holzner und der nominierte Kandidat Andreas Argstatter sind jetzt auf sich allein gestellt.

"Wahlvorschläge können nur von Parteien oder Wählergruppen eingereicht werden (=sog. Wahlvorschlagsträger), deshalb ist der erste Schritte die Gründung einer Wählergruppe (mit Gründungsversammlung)", erklärt Pidings Geschäftsleiterin Anette Hirsch gegenüber BGLand24.de. "Dann muss die Wählergruppe eine Aufstellungsversammlung durchführen. Anschließend kann der Wahlvorschlag bei der Gemeinde eingereicht werden."

Alles Aufgaben, die auf Hannes Holzner und Andreas Argstatter jetzt zukommen. Was vorher die CSU übernommen hätte, müssen die beiden Kandidaten jetzt eigenständig organisieren. Und damit nicht genug: "Da es sich um Wahlvorschläge von neuen Wahlvorschlagsträgern handelt, müssen diese Vorschläge jeweils von mindestens 120 Wahlberechtigten unterstützt werden."

"Wir dürfen aber nicht mit Listen von Haus zu Haus gehen und 120 Unterschriften sammeln", schränkt Argstatter gegenüber BGLand24.de ein. Die Unterschriften müssten im Rathaus unter Vorlage des Personalwausweises geleistet werden. "In der Wahlkabine sein Kreuz zu machen, ist etwas ganz anderes." Dennoch will sich der 55-jährige Landwirt und Vorstandsvorsitzender der Molkerei "Berchtesgadener Land" die Arbeit antun. "Ich sehe es sportlich. Ich würde es gerne machen und traue es mir zu."

Soweit sind die Vorbereitungen der Bürgermeister-Kandidaten in Piding

Hannes Holzner will nochmal Bürgermeister werden und freut sich, dass die Bürger selbst darüber entscheiden können.

Ähnliches gilt für Hannes Holzner. Als amtierender Bürgermeister hatte er schon vor dieser Entscheidung mitgeteilt: "Ich möchte weitermachen." Doch wie weit sind seine Vorbereitungen für eine eigenständige Kandidatur schon gediehen? "Die Planungen für meine weitere Vorgehensweise laufen schon auf vollen Touren", verrät er BGLand24.de. "Aktuell steht bei mir persönlich nach wie vor meine Arbeit als 1. Bürgermeister im Vordergrund. Für die kommende Wahlkampfzeit hoffe ich auf ein faires Miteinander, unsere christlichen Grundwerte sollten parteiübergreifend eine Selbstverständlichkeit sein. Vor allem freut es mich aber für alle Pidinger, die nun am 15. März selbst eine Entscheidung treffen dürfen."

Andreas Argstatter versucht ebenfalls "aus den Startblöcken zu kommen". Derzeit arbeitet er an einer Muster-Satzung für eine Wähler-Gruppe. Auch die Gründungsversammlung soll zeitnah stattfinden. "Ich werde mich bemühen, den Pidingern zu zeigen, was ich vorhabe." Aus seiner Sicht ist jetzt nur noch entscheidend, was "der einzelne für Piding will".

Kaniber respektiert Entscheidung der CSU in Piding

Eine Tatsache, die die CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber bedauert. Denn somit hat die CSU keinen eigenen Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl 2020 und wird auch keinen unterstützen. "Dass das Schiedsgericht, wie auch ein ordentliches Gericht, einige Zeit in Anspruch nimmt, um alle Beteiligten zu befragen und die vorliegenden Dokumente gründlich zu prüfen ist verständlich", erklärt sie gegenüber BGLand24.de.

"Aufgrund der Fristen für die Nominierungen der Kandidaten hat sich nun die CSU vor Ort in Piding auf den Schritt geeinigt, dass kein Bürgermeisterkandidat für die CSU antreten wird. Diese Entscheidung ist nunmehr zu respektieren. Zudem spricht es für den Zusammenhalt der Gemeinderatskandidaten der CSU, dass sie noch immer bereitstehen und sich für ihren Heimatort einsetzen wollen." Wichtig sei in jedem Fall, dass die CSU in Piding, als auch im Landkreis, mit einer guten, ausgeglichenen und starken Liste in die Kommunalwahlen gehe.

cz

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