Es klopft bei Wanja in der Nacht

Piding - Für Bürgermeister Hannes Holzner ist der Auftritt der Reichenhaller Philharmonie im HPZ Piding bereits zur Tradition geworden. Das Konzert hatte integrativen Charakter:

"Eine kleine Tradition", nennt Pidings Erster Bürgermeister Hannes Holzner die liebgewordenen Aufführungen der Bad Reichenhaller Philharmonie im Heilpädagogischen Zentrum. Auch heuer erfreuten und begeisterten die Musiker mit ihrem Besuch die jungen Menschen des HPZ, aber auch ihre Lehrer und Betreuer sowie die Vertreter des öffentlichen Lebens, die die einmalige Atmosphäre des unmittelbaren Kontaktes zu Dirigent und Orchester miterlebten. Unter der Leitung von Christoph Adt, als Professor der Münchner Hochschule für Musik selbst ein ausgewiesener Pädagoge, präsentierte die Philharmonie diesmal "Es klopft bei Wanja in der Nacht".

Thomas Mandl schuf die Vertonung des beliebten Kinderbuches von Tilde Michels und Reinhard Michel, als Erzähler sprach sich Heiko Ruprecht in die Herzen der zahlreichen Besucher. Wanja ist ein russischer Jäger, der in seiner einsamen Hütte Hase, Fuchs und Bär Zuflucht vor einem Schneesturm gewährt. Die Vier verbringen so mehr oder weniger freiwillig eine friedliche Nacht. Den Jäger symbolisiert die Posaune, den Hasen - je nach Angstzustand - Englischhorn oder Oboe, die Bratsche mimt den Fuchs und der Bär zeigt sich in gleich zwei Kontrabässen. Schnee und Feuer vermitteln Violinen, Flöten und Klarinetten. Wie bei "Peter und der Wolf" werden Instrument und Charaktere zuerst vorgestellt, so dass sie die Zuhörer später wiedererkennen können. Adts Orchesterleitung aus Leidenschaft und Einfühlungsvermögen, die liebevolle Erzählweise und das authentische Spiel der Musiker schufen einen dichten Raum an hautnahmen Erleben und Entstehen von Musik. Mit höchster Disziplin verfolgten die überwiegend jungen Hörer die Tondichtung und entluden ihre Begeisterung in starkem Applaus. Höhepunkt waren sicher wieder die Dirigierversuche aus dem Publikum, die den direkten Bezug zu Musik und Musikern weiter verstärkten. Unter den Gästen war neben dem Bürgermeister auch Schulamtsdirektor Frank Thieser, der die Aufführung "schlicht phantastisch" nannte.

Musik in die Schule zu tragen sei eine "hervorragende pädagogische Maßnahme der Philharmonie", so Thieser. Gerade für eine "ganz besondere Klientel", der es nicht ohne Weiteres möglich sei, "normale" Konzerte zu besuchen. Die "originäre Begegnung", die "phantastische Atmosphäre" und die "hohe Professionalität" sieht Thieser als Grundlage für die ungeteilte Begeisterung und hohe Aufmerksamkeit an. "Ein besseres Zeichen für Inklusion kann man kaum setzen", so der Schulchef des Landkreises. Er bedanke sich dafür in besonderer Weise bei der Reichenhaller Philharmonie und ihren Verantwortlichen. Ähnliche Worte fand auch Bürgermeister Hannes Holzner: "Nicht nur für unsere Gemeinde ist die Begegnung von Musik und Kunst mit Kindern und Jugendlichen von hoher Bedeutung.

Die begeisterte Teilnahme und spürbare Freude, ganz an der Musik teilhaben zu dürfen, verdeutlicht den integrativen Charakter dieses Konzerts." Die Konzerte der Philharmonie seien eine "Bereicherung von HPZ und Gemeinde", verdeutlichten sie doch in besonderer Weise, dass die Einrichtung und ihre Menschen nicht am Rande, sondern im Mittelpunkt der Kommune stünden. "Höchste Wertschätzung" sprach auch er dem Orchester aus: "Das geht ans Herz, wenn man die Freude der Kinder sieht."

Pressemitteilung Bad Reichenhaller Philharmonie

Rubriklistenbild: © Bad Reichenhaller Philharmonie

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