Piding: Kandidaten stellen sich vor

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Gleich drei Kandidaten fordern Hannes Holzner (o.l.) in Piding heraus: Markus Schlindwein (o.r.), Bernhard Zimmer (u.l.) und Walter Pfannerstill (u.r.)
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Piding - Zwei Wochen vor der Kommunalwahl beziehen die einzelnen Kandidaten Stellung. BGLand24 hat in Piding nachgefragt, was gut läuft oder verbessert werden könnte.

Die Kandidaten:

Hannes Holzner, CSU (amtierend): 42 Jahre, ledig, Schuhmachermeister, seit 2008 Bürgermeister

Markus Schlindwein, SPD: 42 Jahre, ledig, gelernter Zahntechniker, Versicherungs- und Immobilienmakler

Bernhard Zimmer, Die Grünen: 52 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, Diplom Forstwirt, 2011 Bayerisches Institut für nachhaltige Entwicklung gegründet

Walter Pfannerstill, FWG: 53 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, gelernter Bankkaufmann, Sparkassenfachwirt, Sparkassenbetriebswirt

Was läuft gut in Piding?

Holzner: 

  • Eigene Wasserversorgung durch hohe Investitionen gesichert (Wasserpreis im Landkreisvergleich guter 4. Platz von 15)
  • Umweltentlastung durch Sanierung und Neubau (alleine Höglkanal 3 km) des Kanalnetzes (Abwasserpreis im Landkreis 1. Platz)
  • Schaffung von Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer durch Straßensanierung und gleichzeitig Verbesserung des Ortsbildes (u.a. Untersbergstraße)
  • Breites Betreuungsangebot unserer Kinder durch hohe Investitionen im Krippen- und Kindergartenbereich sicher gestellt
  • Schulstandort durch Generalsanierung der Schule gesichert
  • Vereinsunterstützung in allen Bereichen, unter anderem durch Schulturnhallen- und Fußballplatzsanierung
  • Gewerbebetriebe zur Sicherung der wohnortnahen Arbeitsplätze bestmöglich Unterstützt (so gut wie keine freien Gewerbeflächen vorhanden)
  • Breitbandausbau mit mindestens 10 MB für 98 % der Gewerbebetriebe und Gemeindebürger umgesetzt
  • Große Energieeinsparungen durch wirtschaftliche Energiekonzepte in vielen Bereichen realisiert
  • Durch nachhaltige und verlässliche Konzepte die positive Grundstimmung in der Gemeinde gefördert
  • Transparenz durch große Bürger- und Gemeinderatsinformation sowie Bürgerbeteiligung sichergestellt

Schlindwein: Die große Stärke unserer Gemeinde sind die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich für andere engagieren – ob in Vereinen und Verbänden oder im privaten Bereich. Dieses Miteinander hat in Piding als kleiner Gemeinde eine gute Tradition und ich möchte diesen sozialen Zusammenhalt als neuer Bürgermeister wieder neu stärken. Das große Interesse, dass sich bei der Erstellung des Ortsentwicklungskonzepts für die Gemeindepolitik gezeigt hat, sehe ich ebenfalls als sehr positiv an und werde mich deswegen dafür einsetzen, dass die Ergebnisse dieser Arbeit nicht in der Schublade verschwinden, sondern die tägliche Arbeit in der Kommunalpolitik prägen.

Bernhard Zimmer

Zimmer: Piding ist ein liebens und lebenswertes Dorf mit einer guten Infrastruktur, das war einer der Gründe warum wir uns im Jahr 2001 hier angesiedelt haben. Die Dorfgemeinschaft funktioniert, ist aber offen damit sich auch "Großstadtmigranten", wie ich einer bin, integrieren können und mitmachen dürfen. Die große Anzahl derer, die sich ehrenamtlich engagieren ist ein guter Beleg. Piding wird aber auch getragen von vielen kompetenten und sehr engagierten Mitarbeitern in der Gemeinde, denen "Ihr" Piding am Herzen liegt. Piding hat und das zeigt die leidenschaftlich geführte Diskussion um die Ortsentwicklung, viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, die mitmachen und ihre Kompetenzen einbringen wollen. Auf dieses solide Fundament können wir unsere Zukunft bauen.

Pfannerstill: Ich kandidiere für das Amt des ersten Bürgermeisters, weil ich mit der aktuellen Entwicklung meiner Heimatgemeinde nicht zufrieden bin. Die Verschuldung ist von EUR 850.000,00 im Jahr 2008 auf aktuell EUR 4.270.000,00 angestiegen. Wir verlieren weiter Gewerbebetriebe. Die Übernachtungszahlen sind seit 2011 deutlich rückläufig. Unsere Liste der unerledigten Themen umfasst inzwischen mehr als 20 Punkte die teilweise seit über 3 Jahren offen sind. Die Vielzahl an kleineren Aufträgen und Anfragen sind dabei nicht mitgezählt.

Was würden Sie ändern?

Holzner: Für die nächsten Jahre liegt mir besonders am Herzen:

  • Positive Weiterentwicklung der Wirtschaftskraft und damit verbunden wohnortnahe Arbeitsplätze
  • Investitionen in die Sicherheit (u.a. neues Feuerwehrgerätehaus)
  • Den Tourismus weiterhin unterstützen und als Gewerbezweig stärken
  • Innovative und finanzierbare Energiekonzepte vorantreiben
  • Nachhaltige Sanierungsarbeiten im Straßensystem und der Wasserversorgung
  • Gesunde Gemeindefinanzen erhalten
Hannes Holzner

Darüber hinaus ist es für mich eine Selbstverständlichkeit die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen und in den sozialen Bereichen als Grundlage unserer Gesellschaft weiterhin zu fördern und zu unterstützen, sowie meine Entscheidungen nach den christlichen Grundwerten auszurichten.

Markus Schlindwein

Schlindwein: Unsere Gemeinde ist weiterhin schwer durch den Verkehr belastet; gleichzeitig hat die Diskussion über den Autobahnausbau in unserer Gemeinde tiefe Gräben aufgerissen. Ich werde mich als Bürgermeister für eine Lösung bei der A 8 einsetzen, bei der alle Pidinger Bürgerinnen und Bürger vom Verkehr entlastet werden und will auch neue Wege gehen, um die Anwohner der B 20 besser vor Lärm und Abgasen zu schützen. Außerdem möchte ich die Information über Entscheidungen und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an wichtigen Fragen der Gemeindepolitik verbessern. Und ich werde dafür sorgen, dass die Gemeinde die Initiative ergreift, um für genügend guten und bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen in Piding zu sorgen.

Zimmer: Die Gemeindepolitik lässt sich derzeit treiben und bestimmt die Richtung zu wenig. Nachhaltige Ortsentwicklung heißt nicht abwarten, sondern Ziele definieren, Impulse setzen und eine Strategie entwickeln, wie man die Ziele auch erreichen will. Beispiel Autobahn, die eine echte Bedrohung für Piding ist: egal für welche Variante der Gemeinderat gestimmt hat, die A8 ist "Chefsache", da erwarte ich mir als Bürger einen permanenten Informationsfluss. Da muss jede Gelegenheit genutzt werden, sich zu kümmern. Da heißt es in jedem Fall gegen den Strom schwimmen, denn mit freiwilligen (Mehr-)Leistungen ist nicht zu rechnen. Piding will doch nicht von außen bestimmt werden, eine Ortsentwicklung über das Reißbrett einer Autobahndirektion will ich nicht.

Hier geht's zu den Listen für die Pidinger Gemeinderatswahl!

Piding muss klare Signale setzen: wir wollen kein bayerisches "Wals" oder "Eugendorf" werden. Investoren, die Piding als lukrativ identifizieren, weil wir eine Autobahnausfahrt haben, müssen wissen, dass wir keinen Platz für Spekulanten haben und keine zusätzliche Frequenz an "Schnäppchenjägern" im Ort brauchen.

Wir leben in einer Region, in einer Biosphärenregion, dort wo andere gerne Urlaub machen. Zu uns kommen die Menschen, weil es so schön ist, aber wir vergessen offensichtlich, dass die Kulturlandschaft ihre Wurzeln in der bäuerlichen Landwirtschaft hat und die nur überleben kann, wenn wir aufhören die Flächen in Bauland umzuwandeln.

Ich möchte echte Bürgerbeteiligung und ich finde es einen Skandal, dass der Bürgermeister es abgelehnt hat eine Informationsveranstaltung zum Thema Tetrafunk zu organisieren und auch abgelehnt hat für die von der A8 betroffenen Bürgerinnen und Bürger eine Informationsveranstaltung zu organisieren. Das möchte ich ändern, denn wer Transparenz will, der muss Informationen bereitstellen.

Pfannerstill: Ich habe unter anderem vor:

  • Unsere Gewerbebetriebe aktiv zu betreuen, um Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. Sie schaffen ortsnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze und tragen über die Gewerbesteuer zum Unterhalt der Gemeinde bei.
  • Ein eindeutiges Bekenntnis zum Tourismus abzugeben, um Planungssicherheit für die Vermieter zu schaffen. Von der Wertschöpfung aus dem Fremdenverkehr profitieren neben den Gastgebern auch unsere Einzelhandel- und Dienstleistungsbetriebe und alle Bürger durch die Belebung des gesellschaftlichen Lebens in Piding.
  • Mit den Haushaltsmitteln die uns zur Verfügung stehen verantwortungsbewusst umzugehen.
  • Wir müssen die anstehenden Projekte priorisieren und die Finanzierung sichern.
Walter Pfannerstill

Ein erster Schritt wird sein, die offenen Projekte abzuarbeiten und endlich die überfälligen Entscheidungen herbeizuführen.

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