Nach Informationsveranstaltung in Piding

Pläne für A8-Ausbau liegen auf Eis? "Das ist alles völliger Quatsch"

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Bei Ekin Deligöz (links) und Peter Ramsauer (CSU) steht derzeit Aussage gegen Aussage in puncto A8-Ausbau.
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Piding/Traunstein - Die Nachricht hat erstaunt: Die Planungen für den A8-Ausbau zwischen Chiemsee und Landesgrenze ruhen, hat die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz jüngst in Piding erklärt. Nun meldet sich der Traunsteiner Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer zu Wort.

Diese Aussage hat für Verwirrung gesorgt. Die Grünen-Bundestagsabgeordnet Ekin Deligöz - ihrerseits auch stellvertretende Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses des Bundestages - hat am vergangenen Freitag in Piding verkündet, die Pläne für den A8-Ausbau zwischen Chiemsee und Landesgrenze zu Österreich lägen derzeit auf Eis. "Das ist alles völliger Quatsch", hält nun aber der langjährige Traunsteiner CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer (CSU) gegenüber Reichenhaller Tagblatt und Freilassinger Anzeiger entgegen.

Peter Ramsauer erklärt laut dem Bericht, dass mit "Volldampf" am geplanten sechsspurigen A8-Ausbau gearbeitet werde und wirft den Verfechtern eines 4+2-Ausbaus Denkfehler vor: "Sie vergessen, dass wir bis 2060 vorausplanen."

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Auch das Urteil des Bundesrechnungshofes über den sechsspurigen A8-Ausbau, das Ekin Deligöz als stellvertretende Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses des Bundestages ernst nehmen muss, kritisiert der frühere Bundesverkehrsminister. Es sei heller Wahnsinn, eine Autobahn wie die A8 in einzelne Planungsabschnitte aufzuteilen, um dann deren Wirtschaftlichkeit zu überprüfen, sagt er in dem Bericht und stellt einen Vergleich an: "Das ist vergleichbar mit einer Busstrecke: Dort ist auch nicht jeder Abschnitt wirtschaftlich." Folglich könne man Trasse nur im Gesamten betrachten.

Beratungen zu A8-Ausbau dauern an

Der Bundesrechnungshof hat jüngst kritisiert, dass der sechsspurige Ausbau der A8 mit zusätzlichen Standstreifen überdimensioniert und nicht wirtschaftlich sei. Vor allem das Maß an Verkehr reiche nicht aus, um den Bau zu rechtfertigen. Folglich solle zwischen Chiemsee und Landesgrenze zu Österreich ein vierspuriger Ausbau stattfinden sowie der Anbau von Standstreifen.

Die einzige Behörde, die derzeit für Entwirrung wegen des A8-Ausbaus sorgen könnte, ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Doch ausgerechnet das, hält sich bedeckt. Die Frage, wie der aktuelle Stand zum A8-Ausbau ist und ob derzeit trotz der Kritik des Bundesrechnungshofes weiter geplant werde, bleibt unbeantwortet.

"Der Ausbau der A8 zwischen Felden am Chiemsee und der Bundesgrenze ist Gegenstand der Beratungen im Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages", heißt es lediglich. "Die Meinungsbildung im Ausschuss ist noch nicht abgeschlossen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur möchte der Befassung nicht vorgreifen und kann daher momentan zu konkreten Fragen keine Stellung nehmen."

ksl

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