Grüne setzen auf Produkte aus dem BGL

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Regionale Produkte brauchen einen Marktplatz

Piding - Im Bio- und Regionalladen in Piding machte sich die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Gisela Sengl, ein Bild von dem Angebot.

Die Entwicklung ist ungebrochen: Die Nachfrage nach Bioprodukten steigt und die Deutschen sparen gerne am Essen. „Die Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischem Anbau übersteigt das heimische Angebot bei weitem, auch in Bayern und Deutschland ist längst zum Importland geworden“ berichtet die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Gisela Sengl anlässlich eines Informationsbesuches im Berchtesgadener Land. Sie bewertet die Initiative des Ministers Brunner deshalb durchaus positiv. Im vergangenen Jahr hatte der Minister das Landesprogramm „BioRegio Bayern 2020“ gestartet, um die Erzeugung von Bio-Lebensmitteln aus heimischer, regionaler Produktion anzukurbeln. Es setzt gleichermaßen auf Bildung, Beratung, Förderung, Vermarktung und Forschung und soll bis zum Jahr 2020 eine Verdoppelung der Bioproduktion im Freistaat ermöglichen. „Die Verdoppelung ist nominal gesehen, angesichts des geringen Anteils, den der ökologische Landbau in Bayern heute hat natürlich immer noch sehr wenig, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung“ fügt Gisela Sengl hinzu.

Besonders wichtig wäre es Sengl, das Thema: „Lebensmittel, ihre Erzeugung und Verwertung“ wieder fest in der schulischen Ausbildung aller Schularten zu verankern, um auf lange Sicht die Wertschätzung für gesunde hochwertige Lebensmittelerzeugung sowie gesunde Ernährung zu erhöhen. Kurzfristig sollen die Schulen ermuntert werden über das Angebot von Wahlfächern nachzudenken, gute Beispiele gibt es bereits, die sollten in der Öffentlichkeit sichtbarer werden.

Regionaler und ökologischer Anbau braucht Fläche, aber auch angepasste Vermarktungsstrategien und den Zugang zum Markt. Was nützt es, wenn die Erzeuger regionaler Produkte aufgrund der monopolartigen Strukturen in der Lebensmittelindustrie den Zugang zum Markt, zum Kunden verlieren, weil die kleinen Nahversorger von den Lebensmittelketten mit ihren globalisierten Einkaufstrukturen längst verdrängt wurden. Ähnlich dramatisch verläuft die Entwicklung wie Sengl berichtet im Handwerk, beispielhaft seien nur Metzger oder Bäcker genannt. Mit der Industrialisierung der Nahrungsmittel verlieren wir ein Stück weit unsere regionale Identität und Selbstbestimmung. Die Grünen wollen hier gegensteuern, denn der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft bedeutet letztlich die Bewahrung unserer Kultur. Im Berchtesgadener Land unterstützen die Grünen aktiv regionale Erzeugergemeinschaften und Vermarktungsstrategien.

„Den Produkten wieder ein Gesicht geben, denn hinter jedem Lebensmittel stehen die Menschen mit ihrer Arbeit und ihrem handwerklichen Können“ fasst Dr. Bernhard Zimmer, der ehrenamtlich im Vorstand der Regiostar eG tätig ist den Ansatz der Regionalisierung zusammen. Im Bio & Regioladen in Piding, der von der Genossenschaft betrieben wird, konnte sich Sengl davon überzeugen, wie vielfältig das regionale Angebot sein kann, wobei das Potenzial noch viel größer wäre. Traditionelle bäuerliche Landwirtschaft, ökologisches Wirtschaften in der Region braucht die Wertschätzung der Verbraucher, die dann bereit sind hohe Qualität und Frische zu honorieren. Der Verbraucher wird aber täglich massenhaft umworben, über den Preis einzukaufen, auch Bioprodukte über den Preis einzukaufen. Nur zu welchen Bedingungen? Regionale Lebensmittel holen nicht nur die Wertschöpfung wieder zurück sondern auch die Saisonalität. Jetzt kommt dann bald die Spargelzeit, dann die Erdbeersaison und vorher schon der erste Salat aus dem eigenen Garten oder dem lokalen Gartenbaubetrieb. Alles zu seiner Zeit, eine Redewendung, die nicht Verzicht bedeuten muss sondern Qualität.

Pressemitteilung Bündnis90/Die Grünen

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