ÜPW Ainring gegen Globus-Baumarkt

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Im Bild: Besuchergruppe der ÜPW Ainring mit Gärtnerei-Besitzer Karl Pichler (Mitte) und Vertretern der Bürgerinitiative

Ainring - Die Verwirklichung eines Globus-Baumarktes in Freilassing wird vielfach kritisch gesehen. Auch die ÜPW sprach sich nun dagegen aus.

Die Überparteiliche Wählergruppe (ÜPW) Ainring besuchte mit Gemeinderäten, Kandidaten und Freunden die Gärtnerei Pichler in Adelstetten. Die Gärtnerei übersiedelte im Jahr 2000 aus Freilassing nach Ainring und wäre nun bei einem möglichen Bau des Globus-Baumarktes in der Existenz bedroht. Das ist aber nicht der einzige Nachteil für die Gemeinde Ainring bei Durchführung des Groß-Bauvorhabens.

Zunächst machten sich die Besucher ein Bild vom Gärtnerei-Betrieb, welcher aus Freilassing kommend mittlerweile seine Heimat in Adelstetten gefunden hat. Beeindruckend war die Betriebsbesichtigung auch deshalb, weil der Betrieb nachhaltig und ökologisch wirtschaftet. So wird zum Beispiel das gesamte anfallende Regenwasser in großen Becken gesammelt und für die Bewässerung der Pflanzen verwendet.

Ein sehr großer Anteil der Pflanzen wird dabei im Familienbetrieb auf einer Gesamtfläche von 3.000 Quadratmeter selbst produziert. Aktuell widmet sich die Gärtnerei verstärkt dem Anbau von Kräutern unterschiedlicher Art.

Direkt am Sonnwiesgraben gelegen, war natürlich das Thema Hochwasser ein wichtiger Besichtigungsgrund für die Ainringer Kommunalpolitiker. Karl Pichler stellt dabei anschaulich dar, welche Schäden er aufgrund der Hochwasserereignisse hatte, und wo seiner Ansicht nach noch Optimierungsmöglichkeiten im Hochwasserschutz bestehen.

Der Schwerpunkt der Besichtigung war im Anschluss eine Diskussion mit Vertretern der Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung des Globus-Baumarkt im nur wenige hundert Meter entfernten Gewerbegebiet Freilassing-Süd. Zunächst verdeutlichte Wolfgang Hartmann die Argumente der Bürgerinitiative. Freilassing habe mit zwei Baumärkten bereits eine ausreichende Verkaufsfläche und brauche keinen weiteren Baumarkt mit einer Verkaufsfläche von geplanten 14.500 m2. Ein neuer, dritter Baumarkt mache hier keinen Sinn. Zudem werde die Freilassinger Innenstadt weiter geschwächt. Wolfgang Hartmann, Bert Gastager und Edeltraud Rilling zeigten auf, dass die Innenstadt nicht nur einen rein Konsum orientierten Zweck, sondern auch für das soziale Leben einer Stadt und der umliegenden Gemeinden eine wichtige soziale Funktion erfüllt.

ÜPW-Fraktionssprecher Martin Strobl erklärte, dass die Ansiedlung vordergründig ein Thema der Stadt Freilassing sei und daher viele der Meinung seien, dass die Gemeinde Ainring davon nicht betroffen ist. „Ich sehe für die Gemeinde Ainring nur Nachteile!“, so Strobl. „Die Existenz von Betrieben wie der Gärtnerei Pichler oder anderen Unternehmen in unserer Gemeinde wird von dieser Ansiedlung bedroht. Darüber hinaus ist mit einem noch mehr werdenden Verkehr durch die Hallerstraße in Perach und entlang der B304 durch Straß und Adelstetten aus Richtung Traunstein zu rechnen. Vermutlich wird auch der Verkehr auf der Kreisstraße BGL 18 rund um Mitterfelden zunehmen. Wir können unseren Bürgerinnen und Bürgern nicht noch mehr Verkehr zumuten. Das Maß ist voll!“, so Strobl.

Dietrich Nowak, selbst Gemeinderat und Vorsitzender der ÜPW, machte deutlich, dass erst die Verkehrsprobleme zu lösen sind und dann über solche Projekte nachgedacht werden kann. „Die Ansiedelung der Firma Sanitär Heinze durch die Gemeinde Ainring wird die Verkehrsbelastung erhöhen. Der Globus-Baumarkt würde diese Mehrbelastung um ein Vielfaches steigern. Alleine schon aus diesen Gründen kann ein Ainringer Gemeinderat diese Entwicklung im Gewerbegebiet Freilassing-Süd nicht unterstützen.“.

Simon Kern, langjähriger Ainringer Gemeinderat und Unternehmer, zeigte die Entwicklung der B304 auf. Vor vielen Jahren und Jahrzehnten war geplant, die B304 nicht auf der aktuellen Trasse, sondern als logische Verlängerung der Münchner Straße in Freilassing bei Brodhausen anzubinden.

Auch Gemeinderat Peter Rottmair und Gemeinderatskandidat Martin Öttl, beide aus Bach, machten deutlich, dass eine Steigerung des Verkehrs für die Anlieger an der B304 eine Katastrophe ist. Zudem steckt der geplante Bau des Gehsteiges in Adelstetten derzeit offensichtlich in einer Sackgasse. Zahlreiche Kinder müssen neben der stark befahrenen Straße ihren täglichen Weg in Richtung Perach / Heidenpoint z.B. zum Kindergarten nehmen.

Nowak bedankte sich bei den Vertretern der Bürgerinitiative für das offene Gespräch und versicherte die Unterstützung der ÜPW Ainring. „Wir können zwar nicht direkt auf die Entscheidung der Stadt Freilassing Einfluss nehmen, wollen aber ein klares Signal in die Nachbarschaft senden, dass auf Ainringer Seite zumindest die ÜPW der Ansiedelung nicht tatenlos zusehen wird. Die ÜPW Ainring unterstützt die Bürgerinitiative und spricht sich gegen den Globus-Baumarkt aus.“, so Dieter Nowak in seinem Schlusswort.

Pressemitteilung ÜPW Ainring

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