Neue JU-Vorstandschaft will „Saustall“ aufräumen

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Die Bürgermeister Ludwig Nutz und Josef Flatscher mit Sebastian Zauner, Johann Heinz jun., Simon Seyfferth und Thomas Reiter-Hiebl (stehend von links). Johann Lederer jun., Maximilian Lederer, Mathias Moosleitner jun. und Christoph Schwaiger.

Saaldorf-Surheim - Die JU Freilassing-Saaldorf-Surheim hat bei ihrer Jahreshauptversammlung deutliche Worte gefunden, denen sollen jetzt Taten folgen.

Die Jahreshauptversammlung des JU-Ortsverbandes Freilassing-Saaldorf-Surheim fand dieses Jahr im Gasthaus Lederer in Surheim statt. Im Mittelpunkt standen die Neuwahlen der Vorstandschaft. Dabei wurde dem Vorsitzenden Maximilian Lederer bereits zum vierten Mal das Vertrauen ausgesprochen.

In seinem Rechenschaftsbericht ging Maximilian Lederer auf die Veranstaltungen und Aktionen der Jahre 2009 und 2010 ein. So war der JU-Ortsverband im Jahr 2009 vor allem im Bundestagswahlkampf aktiv und man besuchte auf Einladung von Dr. Peter Ramsauer die Bundeshauptstadt Berlin. Im Jahr 2010 beteiligte sich die JU zusammen mit der CSU bei der 1. Freilassing City-WM und in Surheim bei den Dorfmeisterschaften im Asphaltschießen, als die JU-Mannschaft ein Spanferkel im Zielschießen gewann. Desweiteren nahmen viele Mitglieder aus dem Ortsverband an der Reise des JU-Kreisverbandes nach Frankfurt am Main teil.

In den Jahren 2009 und 2010 traten insgesamt elf neue Mitglieder der JU Freilassing-Saaldorf-Surheim bei. Der Altersschnitt liege bei 23,9 Jahren, so Lederer, und insgesamt zähle der Verband derzeit 42 Mitglieder. Damit ist der JU-Ortsverband mittlerweile der Mitglieder stärkste Verband innerhalb der JU Berchtesgadener Land.

Junge Menschen für politisches Engagement gewinnen

Weiterhin sei es das Ziel der JU junge Menschen für politisches Engagement zu gewinnen, sagte der JU-Ortsvorsitzende und Gemeinderat Maximilian Lederer. „Jeder, der sich gerne beteiligen möchte, sei es politisch oder gesellschaftlich, ist bei uns herzlich willkommen“, führte Lederer weiter aus.

Auch für das Jahr 2011 hat die JU bereits die Weichen gestellt und die neue Vorstandschaft wird an einem sogenannten Teaming- und Führungsseminar teilnehmen, die EurimPharm in Surheim besichtigen und sich wieder an den Ferienprogrammen der Stadt Freilassing und der Gemeinde Saaldorf-Surheim beteiligen. Nach dem Kassenbericht, der dem Verband solide und geordnete Finanzen bescheinigte, konnte die Vorstandschaft einstimmig in ihren Ämtern entlastet werden.

Die neue Vorstandschaft:

Unter der Wahlleitung von Bürgermeister Ludwig Nutz ergaben die Neuwahlen folgendes Ergebnis. Kreis- und Gemeinderat Maximilian Lederer aus Surheim wurde wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreter sind in den kommenden zwei Jahren Sebastian Zauner aus Freilassing, Thomas Reiter-Hiebl aus Eham und Johann Heinz jun. aus Gausburg. Ebenfalls im Amt bestätigt wurden Heinz Neuhofer aus Freilassing als Schatzmeister und Johann Lederer jun. aus Surheim als Schriftführer. Die Vorstandschaft komplettieren Stefan Standl, Maximilian Standl jun. und Christoph Schwaiger aus Freilassing, sowie Gemeinderat Andreas Buchwinkler, Simon Seyfferth und Mathias Moosleitner jun. aus Surheim als Beisitzer. Als Kassenprüfer wurden Robert Buchwinkler und Eva Seyfferth gewählt.

Maximilian Lederer dankte Bürgermeister Nutz für die sehr gute Wahlleitung und auch den Mitgliedern, die der neuen Vorstandschaft das Vertrauen für die kommenden zwei Jahre ausgesprochen haben. Lederer gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Zusammenarbeit wie auch in den letzten Jahren wieder vertrauensvoll und fruchtbar ist. Dann ging Lederer auf die Berichte der Bürgermeister der Stadt Freilassing und der Gemeinde Saaldorf-Surheim über. In seinen einleitenden Worten bezeichnete er Saaldorf-Surheim als Mustergemeinde in Sachen politischer Zusammenarbeit. Er persönlich sei stolz als Gemeinderat einem Gremium anzugehören, in welchem über Parteigrenze hinweg konstruktiv zusammengearbeitet wird. Es werde nach Entscheidungen, die nicht einstimmig gefasst werden, niemand öffentlich kritisiert und es werde auch nicht nachgekartet, so der JU-Gemeinderat. Diese politische Geschlossenheit innerhalb des Gemeinderates sei ein Garant für den derzeitigen Höhenflug von Saaldorf-Surheim. Ein weiterer wichtiger Garant sei Bürgermeister Ludwig Nutz, der die Gemeinde in ausgezeichneter Weise leite, sagte Maximilian Lederer.

"Saustall" Freilassing

Ein anderes Bild zeige sich in Freilassing, meinte Lederer, der als Ausstehender die Art und Weise wie in Freilassing derzeit miteinander umgegangen wird, als „Saustall“ bezeichnete. Seit einigen Jahren sei es vorbei mit der politischen Toleranz in der Stadt, so Lederer, der alle politisch Aktiven in Freilassing zu mehr konstruktiver Zusammenarbeit aufruft. Die JU Freilassing-Saaldorf-Surheim verurteilt scharf, wie im politischen Umfeld miteinander umgegangen wird und fordert alle politischen Gruppierungen auf, endlich wieder vernünftig, sachlich und konstruktiv im Sinne der Stadt Freilassing gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die ständigen persönlichen Anschuldigungen und Unterstellungen seien nicht gerade förderlich für eine vertrauensvolle Arbeit im politischen Freilassing, so Lederer. „Als JU setzen wir es uns auch zum Ziel, den ‚Saustall‘ aufzuräumen“, erklärte der JU-Vorsitzende plakativ und verwies damit auch auf eine gleich lautende Mitgliederwerbeaktion.

In seinem Bericht relativierte Bürgermeister Josef Flatscher die Aussagen Lederers. Der Stadtrat treffe in den meisten Fällen einstimmige Entscheidungen, so Flatscher. Leider werden von wenigen Entscheidungen die Auswirkungen zu negativ dargestellt und entsprechen damit nicht der Realität. Das Erscheinungsbild der Stadt Freilassing sei durchaus positiv, so der Bürgermeister, der darauf verwies, dass in den Jahren seiner Amtszeit ein dreistelliger Millionenbetrag in den Wirtschaftsstandort Freilassing investiert wurde. Er sei stolz auf die Freilassinger Unternehmen, die die Weltwirtschaftskrise sehr gut gemeistert hätten und eine sehr wichtige Stütze der Stadt sind, da zukünftige Investitionen von Unternehmen bereits geplant seien.

Auch der Bürgermeister wolle der JU beim Aufräumen des „Saustalls“ helfen. Er rief zugleich die JU auf, sich beim Stadtentwicklungsprojekt zu beteiligen, wie sich auch alle interessierten Bürger nicht nur aus Freilassing hier beteiligen können. Bei diesem Projekt stehe die Zukunft von Freilassing im Fokus und jetzt hat die Jugend die Möglichkeit diese Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. „Den vielen Worten müssen nun Taten folgen“, erklärte Flatscher diese Herausforderung. Er hoffe, dass im Laufe dieses Stadtentwicklungsprozesses wieder eine konstruktive, ruhige und sachliche politische Zusammenarbeit in Freilassing einkehre.

"Von der ländlichen Gemeinde zur Dienstleistungskommune"

Unter dem Thema „Von der ländlichen Gemeinde zur Dienstleistungskommune“ präsentierte Bürgermeister Ludwig Nutz Saaldorf-Surheim. „Nichts ist selbstverständlich und vieles muss sich auch ein Bürgermeister jeden Tag für seine Gemeinde erarbeiten“, sagte Nutz. Die früher sehr ländlich geprägte Gemeinde entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einem potentiellen Wirtschaftsstandort im Umland von Salzburg, wie es der Masterplan der Euregio in seiner aktuellsten Fortschreibung darstellt. „In der Kernregion Salzburg liegen die Herausforderungen und Chancen für unsere Gemeinde“, erklärte Ludwig Nutz den JU-Mitglieder. Deshalb beklagt er bei dieser Fortschreibung, dass auf die von Saaldorf-Surheimer Seite gekommenen Vorschläge und Einwände zur Wasserkraftnutzung und dem Ausbau der Münchener Bundesstraße nicht mehr eingegangen werde.

Eine Zukunftsvision von ihm ist weiterhin ein lebenswertes Wohnumfeld in der Gemeinde zu schaffen. Dieses Umfeld ist von vielen einzelnen Faktoren abhängig, erklärte Ludwig Nutz, der zum Beispiel neben Straßen- und Wegebau, das Vereinsleben, Kindergarten- und Schullandschaft, auch den Preis für Wohnraum aufzählte. Die Gemeinde habe großes Interesse an organischem Wachstum und deshalb stellt sie Bauland für junge Familien und den freien Markt zur Verfügung. Bisher wurden insgesamt 82 gemeindlich subventionierte Bauparzellen vergeben und bieten jungen Familien die Möglichkeit sich in der Gemeinde anzusiedeln, erläuterte Ludwig Nutz.

Pressemitteilung JU Freilassing-Saaldorf-Surheim

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