Natur, Werte und Gesundheit

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Dr. Christoph Goppel, Direktor der ANL Laufen, dankte Prior Dr. Johannes Pausch (l.) für seinen engagierten Vortrag zu Werten und Wertebewusstsein.

Laufen - Die diesjährige EuRegio-Fachtagung für Natur- und Landschaftsentwickelung im Seminarzentrum der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen war hochaktuell.

EuRegio-Präsident Georg Grabner, Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, und Laufens Bürgermeister Hans Feil begrüßten die Zuhörerschaft aus Tourismus, Natur- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft, von zuständigen Fachbehörden sowie von den Kommunen. Beide beleuchteten in ihren Grußworten das Spannungsfeld zwischen Natur und regionaler Wertschöpfung etwa in der Bandbreite der Flächennutzung von der Energieerzeugung aus Biomasse bis hin zur Lebensmittelproduktion oder zwischen „Natur schützen“ und „Natur nützen“ in Verbindung mit nachhaltig zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen, dem Ausbau von Verkehrswegen oder der Energieerzeugung. Werte und Wertschöpfung schlössen sich nicht aus, auf das rechte Maß komme es an, lautete ein Fazit.

Dr. Christoph Goppel, Direktor der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen, und Dr. Kurt Trenka, Leiter der Naturschutzabteilung am Amt der Salzburger Landesregierung, beide leiten die EuRegio-Facharbeitsgruppe Natur- und Umweltentwicklung, konnten dann drei hochkarätige Referenten begrüßen. Prior Dr. Johannes Pausch vom Europakloster Gut Aich setzte sich verständlich und mit lebensnahen Beispielen versehen mit der Wertediskussion in Verbindung mit dem Naturschutz auseinander. Wichtig seien die Beziehungen zur Natur, um verantwortungsvoll mit ihr umgehen zu können. Dabei sei die Reduktion an sich schon ein Wert und die Voraussetzung für Gewinn. Gepaart mit dem Aspekt „Stabilität“ könne so die Grundlage für Dynamik und eine positive Entwicklung gelegt werden. Als Beispiel hierzu wurde aus dem Zuhörerkreis etwa die Umwandlung kommunaler Grünflächen in Blumenwiesen genannt. Von seinem Wesen her sei der Mensch biophil, also naturliebend, so Pausch abschließend.

Dr. Arnulf Josef Hartl zeigte mit seinen Forschungsergebnissen den Einfluss intakter Natur, hier der Krimmler Wasserfälle, auf die Gesundheit des Menschen.

Nach der Mittagspause widmete sich Dr. Arnulf Josef Hartl von der Privaten Medizinischen Universität Salzburg dem Phänomen „Burn-out“ und stellte mit seinen Forschungsergebnissen in Verbindung mit den Krimmler Wasserfällen Möglichkeiten zur Gesundung in der intakten Natur vor. Durch Wandern und Aufenthalt in der Natur stellen sich wesentlich höhere Entspannungszustände beim Menschen ein, als durch Bewegung alleine. Den Krimmler Wasserfällen konnte Hartl aufgrund seiner Untersuchungen eine besondere Wirkung für Allergie- und Asthmaerkrankte bescheinigen. Durch den Einfluss des feinverstäubten, ionisierten und hochreinen Wassers wurde zum Beispiel die Lungenfunktion deutlich verbessert. Mittlerweile nutzen mehrere Hotels in der Nationalparkregion diese Potenziale mit hochspezialisierten Angeboten. Für Hartl ein gutes Beispiel, wie sich intakte Natur und ihre Nutzung zum Wohle des Menschen verbinden lassen, in gesundheitlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht.

Stephan Köhl, Geschäftsführer der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT), schloss den Vortragsreigen mit einem klaren Bekenntnis zur intakten Natur als Grundlage für ein nachhaltiges Tourismusmarketing. Allerdings braucht es immer auch Investitionen, um die ökonomische Nachhaltigkeit abzusichern. Eine ausbalancierte Landschaft ist auch mit Eingriffen oder Werken des Menschen möglich. Dabei sei es langfristig wichtig, so Köhl, ein ruhiges Naturerlebnis in den Vordergrund zu stellen. Das sei es, was die Gäste suchen.

Der Geschäftsführer der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, Stephan Köhl, betonte die Notwendigkeit einer intakten Natur für ein erfolgreiches Tourismusmarketing.

In der von Gabi Toepsch moderierten Podiumsdiskussion mit den Referenten wurden abschließend noch verschiedene Themenfelder beleuchtet wie etwa das sogenannte „city-farming“, also die Gestaltung von Stadtlandschaften durch Schrebergärten und Dachlandschaften als urbane Erholungsräume, die Diskussion um die Nutzungsmöglichkeiten von Windenergie oder die Salzachauen. Letztendlich brauche es eine Art „Neues Denken“, das den Menschen und die Natur als miteinander verschränkt betrachtet und versucht, diese Verschränkung unter Nutzung der wirtschaftlichen Effekte ins Gleichgewicht zu bringen.

Pressemitteilung EuRegio

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