Rund zweistündige Diskussion zwischen Bürgern und der Stadt Laufen

Zaun am Abtsee von Unbekannten abmontiert: „Kriminelle Ader“

Die unbekannten Täter haben den Zaun am Abtsee in Laufen abmontiert
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Die unbekannten Täter haben nicht nur den Zaun abmontiert, sondern auch eine Botschaft hinterlassen: „Nur ein trockener See ist ein sicherer See“

In der Nacht auf Samstag, 6. März, haben unbekannte Täter den Zaun am Abtsee demontiert. Offenbar galt diese Aktion als ein Protest zu den kürzlich angebrachten Zaun. Doch wie Laufens Geschäftsleiter Christian Reiter nochmals bekräftigt, gebe es hierfür keine Alternative. Eine offene Diskussion am Samstag lässt aber hoffen. 

Laufen - Am Samstag, 6. März, gab es einen geplanten Drehtermin am Abtsee mit dem Bayerischen Rundfunk, die in ihrem Format „Quer“ über die Problematik der Haftung und deren Folgen an den Seen berichten wollen. „Einige Bürger haben von diesem Termin Wind bekommen und wollten Flagge zeigen. Das ist auch völlig in Ordnung. Das ist demokratisches Grundrecht“, erläutert Christian Reiter, Geschäftsleiter der Stadt Laufen, gegenüber BGLand24.de. Schätzungsweise 40 Personen waren gekommen.

Zaun am Abtsee demontiert - Laufen erstattet Anzeige gegen Unbekannt

Doch als Reiter und Bürgermeister Hans Feil vorab am See angekommen sind, traf sie der Schlag. Der Zaun am Steg wurde über Nacht abgebaut. „Dafür war die Stadt nicht verantwortlich, sondern private Personen als Demonstrationszweck. Das ist eine Handlung mit krimineller Ader“, so Reiter. Statt dem Zaun wurde an einer Stelle ein Plakat mit einer klaren Botschaft angebracht: „Nur ein trockener See ist ein sicherer See“.

Hintergrund der Protestaktion dürften die kürzlich umgesetzten Maßnahmen am Abtsee sein, die für reichlich Diskussionen sorgen. Aufgrund der Haftungsfrage musste die Stadt Laufen aber einige Vorkehrungen laut einem Gutachten treffen: darunter die Namensänderung vom Strandbad zur „Badestelle Abtsee“ und die Anbringung eines Metallzauns am Ufer. Letzterer wurde wie eben erwähnt nun entfernt.

Die Zaunelemente wurden am Zaun angelehnt und die Schrauben auf einem Schirmständer abgelegt. „So wird keine demokratische Meinung gemacht, sondern hier geht es um Sicherung. Wenn am Sonntag ein kleines Kind hineinfällt, will ich hören, was dann wieder los ist“, ärgert sich Reiter. Ein größerer Schaden ist nicht entstanden. „Der Bauhof baut den Zaun am Montag wieder auf. Die Materialien sind zum Glück noch vor Ort. Am Samstag wurde die Tat aber bereits strafrechtlich zur Anzeige gegen Unbekannt gebracht“, so der Geschäftsleiter.

Der abmontierte Zaun wurde säuberlich abgelegt und nicht mitgenommen. Auch die Schrauben wurden an einem Schirmständer zwischengelagert.

Reiter: „Optisch ist es sicherlich nicht schön. Aber uns bleibt nichts anderes übrig“

Doch auch positive Nachrichten konnte Reiter verkünden: „Nach dem Dreh haben sich alle Beteiligten coronakonform über den Sachverhalt unterhalten. Die rund zweistündige Diskussion war überwiegend angenehm“, berichtet der Geschäftsleiter. Dies sei sehr sachlich gewesen und am Ende hätte es teilweise auch Verständnis für die Maßnahmen gegeben. Daraus entstanden auch zwei Verbesserungsvorschläge, die die Stadt Laufen dem Gutachter zur Prüfung vorlegen wird: eine breite Treppe als Einstieg und ein offener Bereich am Steg zur Seeseite, da es dort eigentlich tief genug wäre.

Natürlich seien nicht alle einer Meinung. Aber der Austausch hätte der Sache gedient und wäre nach einem „echten demokratischen Prinzip“ abgelaufen. 80 Prozent hätten laut Reiter Interesse an sachlicher Demokratie. „Wir wollen diese Badestelle retten. Aber es gibt auch positive Rückmeldungen. Man könnte in Zukunft mehr Veranstaltungen machen, weil es abgesichert ist. Optisch ist es sicherlich nicht schön. Aber uns bleibt nichts anderes übrig. Deshalb machen wir das Beste daraus“, so Reiter abschließend.

jz

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