Experte: "Ohne Zuzüge wird alles ärmer"

Zuwanderer, Jobs, Wohnraum: Wohin entwickelt sich Laufen?

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Herbert Tekles vom Institut "Demosplan" wagte bei der Bürgerversammlung am Dienstag den Blick in die Zukunft. 
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Laufen - Eine große Bevölkerungsstudie wagt den Blick in die Zukunft - ein Fazit des Experten: "Ohne Zuwanderung wird alles ärmer und weniger."

Wie ist Laufen für die Zukunft gewappnet? Wohin entwickelt sich die Stadt? "Es wird immer mehr Sterbefälle und immer weniger Geburten geben", begann Herbert Tekles ("Demosplan") mit der Präsentation seiner Bevölkerungsstudie in der Laufener Bürgerversammlung am Dienstag. Die natürliche demografische Entwicklung schaut in Laufen also düster aus.

Osteuropäer sorgen für Bevölkerungsplus

Mit sechs Geburten auf 1000 Einwohner hat die Stadt die zweitniedrigste Geburtenzahl im Landkreis. Dass die Bevölkerungszahl Laufens trotzdem weiter leicht steigen wird, liegt einzig und allein an der Zuwanderung: "In erster Linie sind es EU-Ausländer aus Osteuropa, die für den Zuwachs sorgen, in zweiter Linie Flüchtlinge", so Tekles. Auch von der Lage an der Grenze profitiere die Stadt: 17 Prozent aller Einwohner seien Österreicher

Trotz der Zuzüge würde die Bevölkerung - auch in Laufen - immer älter: "Die Firmen werden Schwierigkeiten bekommen, die Stellen nachzubesetzen. Momentan regeln die Unternehmen das selbst, holen viele Leute aus Osteuropa. Aber allein wegen der Demografie könnten in der ganzen Region künftig rund 30 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen", so der Experte.

Bei Kinderbetreuung für die Zukunft gerüstet

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Das heißt auch: Der Pflegebedarf wird in Zukunft stark steigen, auf dem Wohnungsmarkt wird es viel "Altersleerstand" geben. Auch der Bedarf in der Kinderbetreuung wird steigen. Zwar sinkt langfristig die Zahl der Unter-Dreijährigen, aber immer mehr Eltern werden Kitas in Anspruch nehmen. Hier scheint Laufen gut aufgestellt: Als einzige Kommune im Landkreis hat man sogar zu viele Betreuungsplätze. 

Mit 5,5 Prozent ist die Arbeitslosenquote in Laufen im Vergleich zur Region eher hoch. Auffällig aber: Betroffen sind in erster Linie Langzeitarbeitslose. Junge Leute ohne Job gibt es in Laufen so gut wie überhaupt nicht. Der Wohnungsmarkt ist laut Herbert Tekles in der Stadt insgesamt ausgewogen, mit einem kleinen Defizit an günstigem, sozialem Wohnungsbau.

7102 Einwohner hat Laufen momentan - ein Rekordwert. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl auf ungefähr 7360 erhöhen: "Man muss auf Zuwanderung setzen, oder alles wird ärmer und weniger", so das Fazit von Tekles.

xe

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