Kontrolleure machten grausige Funde in Bischofswiesen

Verschimmelter Schweinsbraten und mehr: Prozess gegen Hotelbetreiber

+
Die beiden Angeklagten am Mittwoch vor dem Amtsgericht in Laufen. Das Hotel in Bischofswiesen ist seit Oktober 2013 geschlossen, mit Gastronomie haben die beiden nichts mehr zu tun.
  • schließen

Laufen/Bischofswiesen - Jede Menge verschimmelter Lebensmittel fand das Landratsamt bei in einem Bischofswieser Hotel - das Verfahren wurde nun vor Gericht gegen eine Geldauflage eingestellt.

400 Gramm fertig gegarter Schweinsbraten mit starkem Schimmel, verschimmeltes Brot, verfaulte Paprika, aufgeblähte Schupfnudelpackungen, angefaulter Salat oder verschimmelter, angebrochener Frischkäse fand das Landratsamt bei einer Kontrolle im September 2013 in einem Hotel in Bischofswiesen. Dazu 50 Becher Joghurt oder drei Eimer Kartoffelsalat, die bereits abgelaufen waren und nicht gekühlt wurden. 

Früherer Betreiber muss 1000 Euro zahlen

Wegen Verstößen gegen das Lebensmittelgesetzbuch standen am Mittwoch der Betreiber des ehemaligen Hotels und eine mutmaßliche Angestellte vor dem Amtsgericht in Laufen. Weil die Funde nun schon viele Jahre zurückliegen und der Hotelbetrieb schon damals kurz vor der Aufgabe stand, wurde das Verfahren gegen die beiden eingestellt

Eine Geldauflage wurde vom Gericht trotzdem ausgesprochen: 500 Euro muss die 63-Jährige bezahlen, 1000 Euro ihr 32-jähriger Sohn. Ein Problem für Richter Martin Forster war auch, dass alle betroffenen Zeugen, die das Gericht laden wollte, erkrankt, verzogen oder inzwischen verstorben sind. 

"Es stimmt, dass das in der Küche gelagert wurde. Aber die Küche war damals schon nicht mehr in Betrieb und die Lebensmittel für die Mülldeponie vorgesehen", verteidigte sich die Angeklagte. Auch ihr Anwalt meinte, dass während der Kontrolle schon die Räumung des Hotels in Vorbereitung gewesen wäre: "Der Betrieb wurde einen Monat später beendet. Für die Sachbearbeiter vom Landratsamt war das ein gefundenes Fressen." 

Angeklagter: "Hotel hat keinen Gewinn abgeworfen"

Auch der 32-Jährige hat seit der Hotelschließung ("Es hat keinen Gewinn abgeworfen") beruflich nichts mehr mit Gastronomie zu tun. Nach Angaben der Angeklagten seien nur wenige Touristen dort in Bischofswiesen untergebracht gewesen, in erster Linie Bauarbeiter, Krankenpfleger und Festmieter. "Ich will mit der Sache jetzt komplett abschließen", so der frühere Betreiber. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Angeklagten stimmten der Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage zu. 

Einen ähnlichen Fall verhandelte das Laufener Amtsgericht schon im vorigen Jahr: Ein Schönauer Hotelbetreiberin wurde wegen verdorbenem Essen zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro verurteilt

xe

Zurück zur Übersicht: Laufen (Salzach)

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT