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24-jähriger Soldat aus Laufen verurteilt

„Denke jeden Tag darüber nach“: Gerichtsdrama um tödlichen Frontalunfall nach Sekundenschlaf

Foto vom tödlichen Frontalunfall auf der B20 bei Ainring im Juli 2021. Der Unfallfahrer wurde nun am Amtsgericht Laufen verurteilt.
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Foto vom tödlichen Frontalunfall auf der B20 bei Ainring im Juli 2021. Der Unfallfahrer wurde nun am Amtsgericht Laufen verurteilt.

Ein 24-Jähriger schlief für einige Sekunden ein, dann passierte es: ein tödlicher Frontalunfall auf der B20 bei Ainring - am Amtsgericht in Laufen stand er jetzt jener Frau gegenüber, deren einziges Kind bei dem Unfall ums Leben kam.

Ainring/Laufen - Sie trat ganz in schwarz gekleidet vors Amtsgericht in Laufen und brachte kaum einen Satz hervor, ohne in Tränen auszubrechen: Für eine 57 Jahre alte Frau aus Anger war der Prozess am Dienstag (24. Mai) eine wahre Qual. Sie überlebte den Frontalunfall am 5. Juli 2021 bei Ainring schwer verletzt, ihr Sohn bezahlte ihn mit dem Leben. „Er war mein einziges Kind“, so die letzten Worte der Frau, bevor sie voller Tränen wieder den Gerichtssaal verließ.

Tödlicher Frontalunfall nach Sekundenschlaf: Urteil am Amtsgericht Laufen

Auf der Anklagebank saß ein sichtlich geknickter junger Mann: Ein 24-jähriger Bundeswehr-Soldat aus Laufen. An jenem Tag im vorigen Sommer war er gegen 18.30 Uhr auf dem Heimweg von der Kaserne, auf der B20 zwischen Hammerau und Feldkirchen. Warum krachte er frontal in das entgegenkommende Auto? Richter Josef Haiker hatte keine Zweifel: „Sie waren übermüdet und sind kurzzeitig eingeschlafen.“ So sagte es der Angeklagte kurz nach dem Unfall im Schockzustand auch einem Sanitäter. Er selbst kann sich heute an nichts mehr erinnern, beteuerte aber immer wieder: „Es tut mir so leid, was passiert ist. Ich denke jeden Tag darüber nach.“

Angesichts des Dramas und der unglücklichen Umstände schienen die Details des Urteils fast eine Nebenrolle zu spielen. 12.600 Euro Geldstrafe hat der Angeklagte jetzt zu bezahlen, dazu muss er ein Jahr auf seinen Führerschein verzichten. Der Richterspruch: Fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs. „Sie kämpfen psychisch noch heute mit den Folgen“, so Richter Haiker zum Angeklagten - und er stellte klar: Auch als Verkehrsrowdy sei der junge Mann nie aufgefallen. Daneben läuft aber auch noch ein Zivil- und ein Disziplinarverfahren gegen den 24-Jährigen.

Unfallfahrer verlor nur anderthalb Sekunden Kontrolle über sein Auto

Nach Polizeiangaben starb der Fahrer des entgegenkommenden Autos sofort an der Unfallstelle. Seine Mutter erlitt etliche Rippenbrüche und schwere Verletzungen an der Hand. Knapp acht Monate lang war sie arbeitsunfähig. Noch heute muss sie Schmerzmittel und starke Antidepressiva nehmen. Dass der 57-Jährigen der Sohn genommen wurde, erfuhr sie erst am Tag nach dem Unfall, als sie auf der Intensivstation des Traunsteiner Klinikums wieder zu sich kam. Mit Prellungen und einer Gehirnerschütterung kam auch der Unfallverursacher ins Krankenhaus.

„Blass, zitternd und unter Schock“ sei der Angeklagte nach dem Unfall an einer Leitplanke gesessen, berichtete ein Sanitäter im Zeugenstand - „und er hat sich ständig Vorwürfe gemacht, dass er müde war und am Steuer eingeschlafen ist“. Ein Alkoholtest verlief negativ, laut Verkehrsgutachter Andreas Thalhammer waren alle Beteiligten darüber hinaus auch angegurtet und nur etwas schneller als die erlaubten 70 km/h unterwegs. Thalhammer errechnete, dass der 24-jährige Soldat wohl für rund anderthalb Sekunden die Kontrolle über sein Auto verloren haben muss. Dann geriet er etwas zu weit auf die Gegenfahrbahn und der tragische Unfall ereignete sich.

xe

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