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Alles wird teurer

Stadtrat fasst Beschluss: So viel sollen Trink- und Abwasser zukünftig in Laufen kosten

Vom Hochbehälter über Froschham werden die Bürger der Stadt mit Trinkwasser versorgt
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Vom Hochbehälter über Froschham werden die Bürger der Stadt mit Trinkwasser versorgt

Alles wird teurer. Wasser, was in der Wohnung ankommt und Wasser, das rausfließt. Laufens Stadtrat beschloss in der Sitzung am Dienstag einstimmig sowohl eine Anpassung der Kosten für die Trinkwasserversorgung als auch der Abwasserentsorgung.

Laufen - Ein wesentlicher Aspekt dabei: Die Grundgebühr, die sogenannte Zählergebühr, die man einst von 50 D-Mark auf 25,56 Euro umgerechnet hatte, verdoppelt sich auf 51 Euro. Im Gegenzug steigen die Wasserverbrauchsgebühren weniger als sonst erforderlich. Gültig sind die neuen Beträge vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2026.

Ein Blick in die Glaskugel

Alle vier Jahre blickt der Bayerische Kommunale Prüfungsverband auf den Stand bei der Wasserversorgung und beim Abwasser. Das Ziel: eine ausgeglichene Bilanz. Ist das nicht der Fall, so müssen die Zahlen im nächsten Vier-Jahres-Zeitraum ausgeglichen werden. Allerdings, das gab auch Sabine Pfanzelt vom Prüfverband in der Sitzung zu: „Es ist ein Blick in die Glaskugel.“ Andererseits garantiere das dem Bürger eine Preisstabilität für die kommenden vier Jahre. „Und das in der heutigen Zeit“, fügte die Prüferin süffisant hinzu. Wer noch zu Jahresbeginn gesagt hätte, der Strompreis würde sich verdoppeln, „den hätte man vermutlich gesteinigt“. 

Homogener „Kostenkuchen“

Bei der Wasserversorgung hat Laufen das „Glück“, dass im zu Ende gehenden Zeitraum eine „leichte Überdeckung“ entstand, sprich es wurde mehr eingenommen als ausgegeben. Als Gründe benannte Pfanzelt verzögerte Investitionen, geringerer Unterhalt und den Verkauf einer größeren Wassermenge. Im Jahresdurchschnitt 377 000 Kubikmeter anstatt der angesetzten 360 000 m³. Insgesamt sei der „Kostenkuchen“ in Laufen relativ homogen; die Personalkosten über die Jahre stabil geblieben. 

Ausgehend von dieser unveränderten Grundgebühr aus D-Mark-Zeiten stiege der durchschnittliche Wasserverbrauchspreis von jetzt 2,00 Euro/m³ auf 2,29 €/m³. Verdopple man die Grundgebühr auf 51 Euro, so wären 2,15 €/m² möglich. „Üblich sind 50 bis 80 Euro“, schilderte Pfanzelt, während man in Laufen die Kosten durch die Grundgebühr gerade mal mit sechs Prozent decke. „Meilenweit entfernt“, meinte die Prüferin. Die vorgeschlagenen 51 Euro erachtet Bürgermeister Hans Feil „immer noch im unteren Rahmen“ und die 2,15 €/m³ als „goldenen Mittelweg“. 

„Kein Glück, dann kommt auch noch Pech hinzu“, formulierte Pfanzelt flapsig, denn beim Abwasser schlägt jetzt neben den allgemeinen Steigerungen noch eine Unterdeckung zu Buche. Eine Grundgebühr gibt es beim Abwasser nicht, der Förderanteil ist hier signifikant höher als bei der Wasserversorgung. Eine „Besonderheit“ hat Pfanzelt in der Salzachstadt entdeckt: „Sie entwässern nach Österreich. Wer hat das schon?“ Zu unterscheiden ist zwischen Schmutzwasser und Mischwasser mit Niederschlag, wobei die Straßenabwässer mit circa 150 000 Euro pro Jahr herausgerechnet werden, also nicht den Bürgern belasten. 

„Ungerecht“ findet Gabriele Hirche (SPD) jene behandelt, die auf dem eigenen Grundstück Niederschlag entwässern. Diesbezüglich sei das Leben auf dem Lande teurer als in München. Pfanzelt gab zu bedenken, dass es in Ballungsräumen wesentlich mehr Anschließer pro Laufmeter Kanal gebe. „Lange Wege, wenige Anschlüsse“, ordnete auch Peter Schuster (Grüne) die heimische Region ein. 

„Vergleiche hinken“

Beim Vergleich mit der Nachbargemeinde Teisendorf fand Wirtschaftsreferentin Hirche ebenfalls Differenzen: „Dort beträgt die Abwassergebühr 1,42 Euro, bei uns dann über 4 Euro.“ – „Vergleiche hinken“, erwiderte Pfanzelt, denn man wisse nicht, welche Investitionen in der Vergangenheit wie getätigt und bezuschusst wurden. „Was ist schon abgedeckt und was muss über Gebühren finanziert werden?“ Auch die Zahlung an die Entsorger im österreichischen Siggerwiesen werde steigen, doch sei die dortige Entwicklung bislang durchaus maßvoll. Pfanzelt vergaß nicht, auf anstehende Investitionen hinzuweisen. So rechnet man in der Lagerhausstraße mit Beträgen im höheren sechsstelligen Bereich. 

„Unsere Vorfahren haben sich vielleicht Unannehmlichkeiten ersparen wollen“, deutete Bürgermeister Hans Feil (CSU) Versäumnisse an, „die wir jetzt zahlen müssen.“ Es gebe keinen Spielraum, sagte der Rathauschef und widersprach sich damit selbst, denn einerseits senkt die Stadt die Kapitalverzinsung zugunsten der Bürger von 3,5 auf 2,0 Prozent. Zudem erhöht man die Grundgebühr, um den Verbrauch zu entlasten. Schuster fügte der Vollständigkeit halber hinzu, dass eine Überdeckung verrechnet werden „muss“, während eine Unterdeckung bloß verrechnet werden „soll“. Dem widersprach Pfanzelt nicht: „Das ist kommunale Selbstverwaltung.“ 

Die neuen Kosten

Bei den Wasserzählern unterscheidet man vier Durchflussgrößen. Bis 5 m³/h steigt die Grundgebühr von 25,56 € auf 51,00 €, bei 10 m³ von 35,76 € auf 71,00 €, bei 20 m³ von 51,12 € auf 102,00 €. Schließlich verdoppeln sich auch bei 30 m³/h die Kosten von 102,24 € auf 204 €. Die Verbrauchskosten würden sich ohne diese Anhebung von 2,00 €/m³ auf 2,29 €/m³ erhöhen. So aber liegt er die kommenden vier Jahre bei 2,15 Euro. 

Die Einleitung von Schmutz- und Niederschlagswasser wird künftig mit 4,66 €/m³ (bisher 3,55 €) berechnet. Ausschließlich Schmutzwasser kostet künftig 4,14 €/m³ anstatt 3,16 €. Bei teilweisem Versickern von Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück werden 4,40 €/m³ fällig (bisher 3,36 €).

höf

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