Obwohl Naturlandtrasse eigentlich fix ist

Neue Planung für Ortsumfahrung entlang der Bahn? Knappe Entscheidung in Laufen

Der Planfeststellungsbeschluss für die Laufener Ortsumfahrung als „Naturlandtrasse“ ist nun fix
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Der Planfeststellungsbeschluss für die Laufener Ortsumfahrung als „Naturlandtrasse“ ist nun fix. Nun nochmals die Alternative prüfen zu lassen - nämlich eine bahnparallele Trasse - wurde vom Stadtrat knapp abgelehnt. Hier ein Archivfoto aus 2018 von Protesten der Landwirte rund um Laufen.

Laufen - Dass die Ortsumfahrung weit um Laufen herumführen soll ist eigentlich beschlossen - trotzdem pochten vier Fraktionen weiter auf eine Planung entlang der Bahnlinie. Nun hat der Stadtrat entschieden.

Die Stadt Laufen wird keine neue Planung mehr in Auftrag geben, die kommende Ortsumfahrung parallel zur Bahnlinie zu prüfen. Mit 9:11 Stimmen sprach sich der Stadtrat am Dienstag, 10. November, gegen den Antrag von SPD, ufb, ÖDP und Grünen aus. Von der Firma Vieregg-Rössler liegt seit August ein Angebot vor, das die Vorplanung der Ortsumfahrung und des zweigleisigen Bahnausbaus als gemeinsames Projekt sah.


Plan für B20-Ortsumfahrung bei Laufen ist fix

Man hätte sich das zumindest mal anhören können“, so Stadtrat Michael Spitzauer. Doch auch ihm war bewusst: „Jetzt wo der Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumfahrung steht sind Änderungen natürlich schwierig.“ Denn mit 9. Oktober hat die Regierung von Oberbayern die Route für Laufens Ortsumfahrung festgeklopft - nicht parallel zur Bahn, sondern außerhalb der Stadt über Wiesen und Felder. Der Planfeststellungsbeschluss liegt noch bis 17. November aus. Mit Klagen dagegen wird gerechnet. Beim Bau einer bahnparallelen Trasse hätten wohl 19 Gebäude abgerissen werden müssen.


So wird die Ortsumfahrung westlich an Laufen vorbeiführen.

Im Juli sprach sich der Stadtrat für eben jene Neuplanung der Ortsumfahrung parallel zur Bahn aus. Doch das Staatliche Bauamt, Herr über die Planung, musste das nicht berücksichtigen. Jetzt, wo der Planfeststellungsbeschluss für die Naturlandtrasse steht, fand sich also doch keine Mehrheit mehr im Stadtrat, an der Überprüfung der Alternative festzuhalten. „Diese Planung ist richtig und wir waren noch nie näher an der Umsetzung“, so Bürgermeister Hans Feil. Einige Forderungen des Stadtrats wurden vom Staatlichen Bauamt aber durchaus berücksichtigt. Die Geh- und Radwegverbindung bei Arbisbichl-Hasenhaus-Biburg wurde vom Staat in den Planungen nachgebessert, auch die „Biburger Brücke“ bleibt.

B20neu bei Laufen wird Schnellstraße

Der Bürgermeister bezeichnete die Historie zur Ortsumfahrung als „unendliche Geschichte“, die schon in den 1920er-Jahren begann. Aber die kritischen Stimmen gegen die Naturlandtrasse verhallen im Stadtrat trotzdem nicht. „Wir bekommen einen übermäßigen Ausbau mit übermäßigem Flächenverbrauch“, so Franz Eder. Er stört sich außerdem daran, dass die Ortsumfahrung teils als Schnellstraße (Kraftfahrstraße) ausgewiesen werden soll - Fahrzeuge, die die 60 km/h nicht schaffen, dürfen dann erst gar nicht auf das Teilstück der B20.

Soll die Stadt also dagegen klagen, dass die B20neu bei Laufen als Kraftfahrstraße ausgewiesen wird? Auch Landratsamt und Kreistag sprachen sich schließlich dagegen aus. „Das wäre nur ein Zeit- und Geldverlust. Die Klage bringt nichts und wird abgewiesen“, war sich Bürgermeister Feil sicher - und die Mehrheit des Stadtrats folgte ihm. Mit 11:9 Stimmen war das Gremium gegen eine Klage.

Die B20-Ortsumfahrung bei Laufen wird 4,8 Kilometer lang und soll laut Staatlichem Bauamt 45 Millionen Euro kosten.

xe

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