Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

 Wettbewerb für die Kreise BGL, Traunstein und Altötting

„Naturnahe Spielplätze“ sollen in der Region gefördert werden

„Naturnahe Spielplätze“ sollen in der Region gefördert werden 
+
 Naturnahe Spielräume regen die Entdeckerfreude an und fördern das Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur. Susanne Reichhart, Landschaftsplanerin an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, stellte den Wettbewerb „Naturnahe Spielplätze“ im Detail vor. Ausloben wird ihn der ANL-Förderverein ausloben.

Der ANL-Förderverein schreibt einen Wettbewerb für Gemeinden aus den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Altötting aus – als Preisgeld winken zweimal 3000 Euro.

Der Förderverein der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in Laufen unterstützt seit mehr als drei Jahrzehnten Projekte für die Natur in der Region sowohl finanziell als auch mit Know-how. Einmal pro Jahr treffen sich die Mitglieder, um geplante Aktionen und Maßnahmen zu besprechen. Weil der traditionelle Frühjahrstermin auch heuer wegen der Pandemie abgesagt werden musste, fand die Mitgliederversammlung wieder in der letzten Septemberwoche im Lehrsaal des Verwaltungsgebäudes der ANL statt. Im Mittelpunkt stand die Ausschreibung eines Wettbewerbs zur Förderung naturnaher Spielplätze. Die Mitglieder kamen überein, dass zwei Projekte mit jeweils 3000 Euro gefördert werden. Teilnehmen können alle Gemeinden der Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein und Altötting.

In Vertretung der 1. Vorsitzenden Winifred Funk hieß ANL-Direktor Dieter Pasch als zweiter Vorsitzender einige der aktuell 55 Mitglieder herzlich willkommen. Unter ihnen waren die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Laufen, Kirchanschöring und Saaldorf-Surheim, die stellvertretende Landrätin Elisabeth Hagenauer, die dem erweiterten Vorstand angehört, der Laufener Pfarrer Simon Eibl sowie die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl.

 ANL-Förderverein in Laufen

Der Förderverein der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in Laufen wurde 1989 gegründet und unterstützt Projekte für die Natur in der Region. Zum Vorstand gehören Winifred Funk (1. Vorsitzende), Dieter Pasch (2. Vorsitzender), Melanie Schuhböck (Geschäftsführerin); im erweiterten Vorstand sind Landratsstellvertreterin Elisabeth Hagenauer und Dr. Josef Heringer. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich für Privatleute auf 25 € pro Jahr, für Kommunen und Unternehmen auf 150 € pro Jahr. Für Fördervereinsmitglieder reduziert sich der Teilnehmerbeitrag für Veranstaltungen in Höhe von 50 € pro Tag auf 10 Euro pro Tag. Weitere Infos, auch zur Ausschreibung des Spielplatz-Wettbewerbs, gibt es unter foerderverein@anl.de oder unter Telefon 08682/8963-28.

Zum Einstieg informierte Geschäftsführerin Melanie Schuhböck in einem kurzen Rückblick über Zahlen, Daten und Fakten. So seien 2020 sieben neue Mitglieder dem Förderverein beigetreten, der sich hauptsächlich aus Privatleuten zusammensetzt. Doch auch Kommunen sind Mitglieder, im Landkreis Berchtesgadener Land sind dies Piding, Freilassing, Laufen, Saaldorf-Surheim sowie der Landkreis selbst, im Landkreis Traunstein sind es Kirchanschöring und Fridolfing und im Landkreis Altötting die Stadt Altötting. Das Vermögen des Vereins belief sich laut Kassenbericht zum 31.12.20 auf rund 11 400 €. Für das laufende Geschäftsjahr 2021 seien Ausgaben in Höhe von rund 7500 € beschlossen, wobei die geplanten Kosten von 6000 € für den Spielplatz-Wettbewerb auf das nächste Jahr verschoben werden. Für 2022 sind Ausgaben in Höhen von knapp 8000 € veranschlagt. Kassenprüferin Annemarie Hau bescheinigte in ihrem Bericht eine ordnungsgemäße Kassenführung. Ihrem Vorschlag, den Vorstand zu entlasten, folgten die Mitglieder einstimmig.

Danach gab Melanie Schuhböck einen Überblick über laufende und anstehende Projekte. Man wolle die Bepflanzung der alten Kapuzinergräber weiterhin unterstützen, beteilige sich an den Druckkosten diverser Broschüren sowie bei der „Nacht der Natur“ (22. Juli 2022). Mit dem Hinweis auf einen Info-Workshop zum Thema „Naturspielplatz“, der Ende Juli stattfand, übergab die Geschäftsführerin das Wort an Susanne Reichhart. Die Landschaftsplanerin ist seit fast fünf Jahren an der ANL tätig und dort die Ansprechpartnerin für Umweltpädagogik, Gartenbau, Boden und Geologie.

Reichhart berichtete, dass in der letzten Mitgliederversammlung beschlossen worden war, das Thema „Naturnahe Spielräume“ in den Fokus zu nehmen und kommunales Engagement in diesem Bereich zu unterstützen, weil gerade Kinder schwer von der Pandemie betroffen waren und auf vieles verzichten mussten. Man wolle mit dem Wettbewerb einen kleinen Beitrag leisten und den Kindern wieder etwas Freude bereiten. Sie stellte die Modalitäten des geplanten Wettbewerbs „Naturnahe Spielplätze“ ausführlich vor. Anhand von Beispielbildern zeigte sie die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten naturnaher Spielräume, die ohne Versiegelung durch Beton oder Asphalt auskommen. Dafür gibt es heimische Gehölze und Blütenpflanzen, Hügel, Seilparcours, Naturmaterialien, Naschhecken, Tümpel und vieles mehr. Solche Spielräume regen die Entdeckerfreude an und fördern das Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur.

An dem Wettbewerb können sich alle rund hundert Gemeinden aus den Landkreisen BGL, TS und AÖ mit Beginn 1. November beteiligen. Die Informationen zur Ausschreibung würden automatisch zugeschickt, die Einreichfrist ist der 30. März 22, gab Susanne Reichhart bekannt. Melanie Schuhböck ergänzte, dass Gemeinden, die mitmachen wollen, Mitglied im Förderverein sein müssten. Durch diese Bedingung wolle man Kommunen ermuntern, Fördermitglied zu werden.

Bevor über den auszulobenden Preis abgestimmt wurde, konnten die Vereinsmitglieder Fragen stellen. So wollte etwa der Kirchanschöringer Bürgermeister Hans-Jörg Birner wissen, ob Gemeinden teilnehmen könnten, die eine Aufwertung eines bestehenden Spielplatzes planen. Vorhandene Spielplätze können naturnah entwickelt werden, so Dieter Pasch. MdL Gisela Sengl erkundigte sich über die wichtige Frage der Haftung, ein derzeit vieldiskutiertes Thema. Hier verwies Susanne Reichhart auf die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) und deren Experten Holger Baumann aus München. Er werde die Gemeinden in versicherungstechnischen Fragen beraten und die Spielplätze abnehmen. Sie verwies auf eine im Mai‘22 geplante Fachtagung, an der auch Baumann teilnehmen wird. Landratsstellvertreterin Elisabeth Hagenauer sagte, es sei ein guter Anreiz, nicht nur wie anfangs geplant ein Projekt mit 5000 €, sondern zwei mit jeweils 3000 € zu fördern. Dem von Dieter Pasch vorgetragenen Antrag „Zwei Preise mit je 3000 € auszuloben“ stimmten die Vereinsmitglieder schließlich einstimmig zu. Als Jury werden unter anderem der Vorstand des Fördervereins sowie Elisabeth Hagenauer und MdL Gisela Sengl fungieren.

Im letzten Tagesordnungspunkt gab Dieter Pasch einen detaillierten Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der ANL, der einzigen Naturschutzakademie Bayerns. Beispielhaft sei auf das in diesem Jahr gestartete Projekt „Landschaftsplanung in Bayern – kommunal und innovativ“ hingewiesen, in dem es darum geht, die Landschaftsplanung in den Fokus der Kommunen zu rücken.

Nach Ende der offiziellen Versammlung diskutierten einige Vereinsmitglieder noch angeregt weiter, andere nutzten die Gelegenheit, sich die Karikaturenausstellung „Naturschutz und Hoffnung leben zuletzt“ (läuft bis Frühjahr‘22) mit den ebenso witzigen wie nachdenklich stimmenden Zeichnungen von Wolfram Adelmann im Erd- und Obergeschoss der ANL anzusehen.

kkl

Kommentare