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„Kein Pädophiler, sondern ein Voyeur“

Bilder von nackten Kindern gaben ihm „Energie“ - Lagerist (61) in Laufen vor Gericht

Die Mädchen waren 10, 12, 14, 15. Das jüngste gerade mal 6 Jahre. Sie waren überwiegend nackt und zeigten sich in eindeutigen Posen, inklusive Selbstbefriedigung.

Laufen – Über sechs Jahre hatte sich der 61-jährige Lagerist solche Bilder auf einem Laptop seines Arbeitgebers angesehen und war dabei bemüht, keine Spuren zu hinterlassen. Bis er doch erwischt wurde. Das Schöffengericht in Laufen verurteilte den Mann zu 20 Monaten auf Bewährung. 

Kein Pädophiler, sondern ein Voyeur

Aufgeflogen war der ledige Deutsche im Dezember letzten Jahres als um 2 Uhr nachts ein IT-Techniker zufällig eine Fernwartung startete. Daraufhin räumte der Angeklagte ein, bereits seit sechs Jahren nach Bildern junger Mädchen zu suchen. Nicht weil er pädophile Neigungen habe, wie sein Anwalt Jürgen Pirkenseer betonte, sondern einfach ein Voyeur sei. „Dass es verwerflich ist, war ihm bewusst“, so der Verteidiger. Er habe aufhören wollen, erklärte der Angeklagte, „aber es war dann doch zu viel Gewohnheit.“

Ob er sich dabei selbst befriedige, wollte Staatsanwältin Karin Hahn wissen. „Nicht mehr“, erwiderte der Lagerist, worauf Vorsitzender Richter Martin Forster nachhakte: „Warum Kinder und junge Mädchen, nicht Erwachsene?“ Die seien hübscher – „ein Idealbild“ – und gäben ihm „Energie“, lautete die Antwort, die Hahn eher als verharmlosend wertete. Die Staatsanwältin machte deutlich, dass dergleichen inzwischen als Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr geahndet werde. „Nur wenn Leute wie Sie solche Bilder konsumieren, werden sie hergestellt.“ Für die zwei angeklagten Taten und rund zwei Dutzend Bilder beantragte Hahn eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann. 

Rechtsanwalt Jürgen Pirkenseer erinnerte daran, dass solche Fälle bis vor Kurzem mit einem Strafbefehl abgehandelt wurden, „was für alle Beteiligten angenehmer war.“ Dabei falle der Angeklagte „nicht in die klassische Schiene“, sondern führe selbst ein „asexuelles Leben“. Dessen Geständnis sei „überschießend“ gewesen und wohl als „Lebensbeichte“ zu sehen. Pirkenseer erachtete 20 Monate zur Bewährung für ausreichend. 

Das Schöffengericht entschied wegen Abrufs und Besitzes kinder- und jugendpornografischer Inhalte auf diese 20 Monate, auch deshalb, weil der Angeklagte nicht vorbestraft ist. Vorsitzender Martin Forster attestierte dem Mann jedoch eine kriminelle Energie, indem er nicht die eigene IP-Adresse verwendete und beim Anschluss seines Arbeitgebers den Cache-Speicher alle paar Minuten löschte, um keine Spuren zu hinterlassen; wohl wissend, „dass Amerikaner das Netz ordentlich überwachen und Informationen auch an deutsche Behörden weitergeben.“ Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Zudem hat sich der Lagerist einer ambulanten Therapie für Sexualstraftäter zu unterziehen. Der 61-Jährige nahm das Urteil an. 

hhö

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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