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Bauarbeiter vielfach vorbestraft

Schaden deutlich höher als Beute - „Unprofessioneller Blödsinn“ am Laufener Schöffengericht

Zwei Einbrüche in nur zwei Tagen. Einen Laufener Werkstattbesitzer hatte es im vergangenen Dezember schwer erwischt. Der Schaden beim ersten Mal war gering und der Täter bislang unbekannt. Bekannt wurde hingegen der Mann, der in der Nacht auf den 21. Dezember dort eindrang. Der 29-jährige Laufener stand nicht nur deshalb vor dem Laufener Schöffengericht, denn er war auch Mittäter bei einem nächtlichen Einbruch in ein Teisendorfer Geschäft. Für den massiv vorbestraften Bauarbeiter gab es nun eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einem Monat. 

Laufen – Der Angeklagte hatte außerhalb der Haftzeiten immer gearbeitet. Warum bei passablem Verdienst dann diese Taten wollte Vorsitzender Richter Christopher Lang wissen. „Restschulden aus Drogengeschäften und aus der Haft“, erwiderte der 29-Jährige, „ich brauchte schnelles Geld.“ Ergiebig waren die angeklagten Einbrüche in Teisendorf und Laufen nicht. Bei der überstürzten Flucht aus der Teisendorfer Firma konnten die Männer gerade mal 50 Euro aus der Trinkgeldkasse mitnehmen; Dokumente und Fingerabdrücke blieben im Fluchtauto zurück.

Bei dem Einbruch in der Laufener Autowerkstatt war der Bauarbeiter allein. Er gelangte in die Werkstatt, scheiterte aber an der Bürotür. Letztlich konnte er zwei Elektromaschinen und einen Fotoapparat mitnehmen, hinterließ aber einen Schaden, den der Werkstattbesitzer mit rund 10.000 Euro bezifferte. „Bei dem Einbruch am Wochenende hat nichts gefehlt“, schilderte der 59-Jährige die erste Tat. „Am Montag haben wir dann jedes Geld weggebracht und alles sorgfältig verschlossen.“ Genervt habe ihn dann vor allem der „Aufwand und der Ärger“, berichtete der Zeuge, „wir haben drei Wochen im offenen Gebäude und in Zugluft gearbeitet.“ 

Der Angeklagte selbst berichtete von seinem „extremen Suchtverlauf“, als er zwischen 14 und 17 Jahren „alles konsumiert“ habe und mit 18 erstmals in Haft gegangen war. Als Kind lange gehänselt, habe er sich später zu einem „Anführer“ gemausert und war einem Rockerclub beigetreten. Die Folge waren Diebstähle zum Teil mit Waffen, schwerer Raub mit Schusswaffe, Raub und Körperverletzung sowie Handel mit Betäubungsmitteln. Zuletzt waren es Betrug und falsche, uneidliche Aussage. Von einer dreijährigen Strafe hatte er nach eigener Aussage zwei Jahre abgesessen und eine Gewalttherapie absolviert. Die Reststrafe war zur Bewährung ausgesetzt worden, sodass er bei den aktuell angeklagten Taten unter zweifach offener Bewährung stand. 

Glaubhafte Reue und Einsicht

Verwundert zeigte sich Staatsanwalt Fabian Meixner: „Der gute Eindruck, den sie hier machen, lässt sich kaum mit ihrer Vorstrafenliste in Einklang bringen.“ Meixner würdigte das Geständnis des Laufeners und betonte, dass der Werkstattbesitzer dessen Entschuldigung angenommen hatte. Der Staatsanwalt wollte aus den Einzelstrafen von je 16 Monaten für beide Taten eine Gesamtstrafe von 27 Monaten bilden. Rechtsanwältin Garina Hamel wertete das „umfassende frühe Geständnis“ ihres Mandanten und hob wie der Staatsanwalt den „Gesamteindruck“ des Laufeners hervor. Die Taten selbst beschrieb die Verteidigerin als „unprofessionell“ und letztlich als „Blödsinn“. Hamel hielt 20 Monate für ausreichend.

Das Schöffengericht wählte mit 25 Monaten einen Mittelwert. Die „Reue und Einsicht“ mochten die Richter dem Bauarbeiter abnehmen. Allerdings werden Bewährungen voraussichtlich widerrufen werden und damit die Haftzeit verlängern. Der Laufener hatte um den Haftbefehl gewusst und sich Anfang Februar selbst gestellt. Seitdem saß er in Untersuchungshaft. Allerdings gestand er im Gerichtssaal: „Haft ist für keinen Menschen gesund.“

Hannes Höfer

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

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