Pressemitteilung BRK Berchtesgadener Land

Laufener Wasserwacht braucht 4000 Euro für Rettungsboot

Laufen - Die BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Laufen-Leobendorf steht mit aktuell 22 passiven und 69 aktiven und zum größten Teil sehr jungen Mitgliedern gut da und überzeugt mit einer starken Jugendarbeit:

Bei ihrer Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstagabend im Leobendorfer Gasthaus blickten Ortsgruppenvorsitzender Christoph Scharf, die Technische Leiterin Sabrina Schauer und Jugendleiter Christian Pollhammer auf 16 Einsätze der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), 584 Wachstunden und sieben Erste-Hilfe-Leistungen am Abtsee und stolze 1.800 Ausbildungsstunden zurück.Sie sind vor allem froh, dass seit September das neue Badylon offen hat und sie nach einer jahrelangen Durststrecke auch im Winter wieder eine Trainingsstätte in der Nähe nutzen können.


Neues Boot und neue Wachstation am Abtsee

Aufgrund mehrerer zeitgleicher Wahlkampf-Veranstaltungen hatten weder die geladenen Bürgermeister noch die Gemeinderäte von Laufen und Saaldorf-Surheim Zeit, die Jahreshauptversammlung zu besuchen, so dass nur Rudolf Schierghofer als Vorsitzender der Kreis-Wasserwacht der Ortsgruppe für ihr ehrenamtliches Engagement dankte. Ortsgruppenvorsitzender Christoph Scharf äußerte sich verständnisvoll und enttäuscht zugleich. Er gedachte dem in der Silvesternacht verstorbenen Ehren-Kreisvorsitzenden der BRK-Wasserwacht, Alfons Kandler, dem die Ortsgruppe sehr viel zu verdanken hatte, unter anderem ihr aktuelles Boot am Abtsee, das 2020 für ein rund 40.000 Euro teures Nachfolge-Modell ausgetauscht werden muss. Zehn Prozent der Kosten muss die Ortsgruppe selbst stemmen, weshalb die Wasserretter aktuell Spenden für ihr neues Wasserfahrzeug sammeln. Auch die Wachstation am Abtsee ist mittlerweile nach mehreren Hochwassern in die Jahre gekommen, wobei die Bau-Substanz stark gelitten hat. "Wir haben aber schon ganz andere Projekte gestemmt", meint Scharf zuversichtlich und betont, dass die Ortsgruppe eine neue Station kostengünstig errichten kann, wenn alle wie schon früher wieder tatkräftig mit anpacken und die Bevölkerung mit Spenden hilft. Der Rückhalt der Menschen und Firmen in der Region für ihre heimische Wasserwacht ist groß, denn 2019 gingen gleich mehrere tausend Euro Spenden ein, die die Wasserwacht unter anderem in das rund 2300 Euro teure Raftingboot, in ein Schwimmbrett, für den Fahrzeug-Unterhalt, in die Jugendarbeit und in die Ausrüstung der Rettungstaucher investiert hat.

320 Einsatzstunden bei 16 SEG-Einsätzen 

Am Abtsee leisteten die Ehrenamtlichen nicht nur am Wochenende, sondern auch oft nach Arbeit oder Schule Wachdienst, wobei 584 Stunden zusammenkamen. 2019 war laut Scharf ein verhältnismäßig unspektakuläres Jahr mit 16 SEG-Einsätzen, das aber bereits im Januar mit fünf Tagen und jeweils vier bis sechs Einsatzkräften bei der Schnee-Katastrophe im südlichen Landkreis den Freiwilligen viel abverlangte. "Wir haben einige Fließwasser- und Canyon-Retter in der Ortsgruppe und konnten uns deshalb auf den schneebedeckten Dächern besonders gut selbst und gegenseitig sichern", erklärt Scharf. Über das Jahr hinweg folgten Einsätze am Abtsee, an Salzach, Saalach und Königssee, darunter sieben Motorboot-Einsätze, fünf Vermisstensuchen, eine Sachbergung im Wasser, fünf Lebensrettungen und eine Erstversorgung. "Es waren auch werktags immer vier bis sechs Leute rasch im Einsatz, wenn was passiert ist, wobei wir insgesamt 320 Stunden geleistet haben", berichtet die Technische Leiterin Sabrina Schauer. 2019 hat die Ortsgruppe neben einem Schwimmbrett zur Wasserrettung am Abtsee auch ein neues Rafting-Boot bekommen, das vor allem in kleineren Bächen und bei Niedrigwasser wertvolle Dienste leistet, wenn die Schraube des Außenbord-Motors am Grund schrammen würde und deshalb kein größeres Boot mehr eingesetzt werden kann.


Der Staat muss mehr Geld für den Schwimmunterricht ausgeben 

Im Juli unterstützten die ehrenamtlichen Wasserretter auf Anfrage von Direktor Johannes Kumeth das Schulschwimmen der Grund- und Mittelschule Laufen-Leobendorf im Freilassinger Freibad und übernahmen an drei Werktagen mit jeweils drei bis vier Freiwilligen Aufgaben in der Aufsicht und Ausbildung, wobei die Wasserwacht auf spielerische Art und Weise Schwimmübungen mit dem Nachwuchs durchführte. Die Ehrenamtlichen haben sich dafür extra Urlaub genommen und bei den Kindern zwölf Seepferdchen und 25 Jugendschwimmabtzeichen abgenommen. "Wir stoßen langfristig werktags ehrenamtlich an unsere Grenzen, machen diese Präventionsarbeit aber grundsätzlich gerne, da jedes Kind, das gut schwimmen kann, ein Opfer weniger ist, das wir retten oder womöglich sogar tot bergen müssen. Die Ertrinkungsunfälle neben seit ein paar Jahren ja leider wieder zu", bedauert Scharf, der zugleich aber auch den Staat und die Eltern der Kinder in die Pflicht nehmen will: "Es darf nicht sein, dass für einen Skikurs der Schule viel Geld ausgegeben werden kann, fürs Schwimmen aber kaum; Skifahren ist schön, aber nicht lebenswichtig wie das Schwimmen! Es reicht auch nicht, wenn die Kinder nur in der Schule schwimmen gehen, die Eltern dann aber nicht mit ihnen weiter üben und trainieren!" Darüber hinaus sicherte die Wasserwacht jeweils auch am ersten Donnerstag im Monat von Mai bis September das Freischwimmen des TSV Freilassing vom Strandbad zur Insel am Abtsee ab.

Für jede Notlage gut vorbereitet 

"Wenn 2019 was passiert ist, war immer wer da, der gut helfen konnte!", berichtet Scharf. Mit umfangreicher und vielfältiger Ausbildung bereiten sich die ehrenamtlichen Wasserretter auf Notfälle aller Art vor, wobei sie vergangenes Jahr rund 1800 Übungs- und Ausbildungsstunden absolvierten - beispielsweise beim Wiederbelebungstraining, bei Eis-, Wasserrettungs- oder Bootsübungen auf den heimischen Gewässern, bei der Selbstsicherung am Übungsturm, bei einer Schulung für das Informations-Management-System (IMS) des Roten Kreuzes und bei Dienstabenden mit verschiedenen Ausbildungsthemen. Dienstagabend und Sonntagmorgen ist für die Laufener Wasserwacht jeweils eine Bahn im neuen Badylon reserviert, die die Aktiven zum Schwimmtraining nutzen und dabei auch jährlich das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber wiederholen. Felix Kronawitter, Bernhard Mayer, Andreas Pollhammer und Valentin Portisch absolvierten 2019 die Ausbildung zum Motorbootsführer. Shehrazed Ayed, Alicia Loreth, Lea Zink und Kevin Klinger nehmen am aktuellen Wasserretter-Lehrgang teil, der im September 2019 begonnen hat und bis April 2020 dauert - jeweils nur ein Wochenende im Monat, damit das Ehrenamt besser mit Ausbildung, Beruf und Freizeit vereinbar ist. Bernhard Mayer hat sich zum Notfallsanitäter weiterqualifiziert und Andreas Herner den Rettungssanitäter-Lehrgang absolviert; beide arbeiten haupt- und nebenamtlich im Rettungsdienst und Krankentransport des Roten Kreuzes, wobei ihre Kameraden in der BRK-Wasserwacht vor allem in der Ausbildung von ihrem umfangreichen Wissen und langjährigen praktischen Erfahrungen profitieren. Scharf lobte auch das gute Verhältnis zur Berchtesgadener Wasserwacht, die die Laufener Kameraden immer wieder zu Übungen einlädt.

22 Mädchen und Buben in der Jugendgruppe 

Jugendleiter Christian Pollhammer berichtete von den vielen Aktivitäten der aktuell 22 Kinder und Jugendlichen der Ortsgruppe:Alle zwei Wochen fanden im Feuerwehrhaus Gruppenstunden mit Ausbildung statt; drüber hinaus Schwimm- und Tauchtraining sowie Übungen im Badylon, am Abtsee und an der Salzach. Wegen des kleinen Raums im Feuerwehrhaus mussten die Jugendleiter die Kinder auf zwei Gruppen aufteilen, die sich montags und mittwochs treffen. Zusätzlich am Sonntagmorgen um 8 Uhr zum Schwimmtraining im Badylon, wobei die Nachwuchs-Wasserretter ihre Jugendschwimmabzeichen in Gold und Silber ablegten. Auch in den Ferien fand immer mindestens eine Übung oder ein Ausflug statt, darunter spannendes Bootsfahren auf der Salzach und ein Erkundungsspaziergang, bei dem die Kinder die Gefahren des Wassers kennenlernten. Mit einer Spende hat die Ortsgruppe für die gesamte Jugend einheitliche Shirts beschafft und damit das Gruppengefühl gestärkt. Bei einer gemeinsamen Müll-Sammelaktion mit der Feuerwehr räumte der Nachwuchs den Dreck der Erwachsenen weg; die Feuerwehr hatte allen Vereinen eingesagt, um mit anzupacken, mitgemacht hatte aber dann letztlich nur die Wasserwacht. "Es läuft derzeit richtig gut bei uns; sobald es wieder wärmer wird, gehen wir mit den Kindern wieder zur Ausbildung an den See, wo wir uns Bahnen zum Schwimmen und Tauchen abstecken", berichtet Pollhammer. Im März findet im Badylon ein Jugendwettbewerb der Kreis-Wasserwacht statt, an dem auch Laufen teilnehmen wird.

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