Geschäftsleiter der Stadt Laufen erklärt Notwendigkeit dieser Maßnahmen

Vom Strandbad zur Badestelle: „60 Meter langer Zaun nicht der Wunsch des Bürgermeisters“

Der Zaun sorgt für Diskussionen. Durch diesen ist der Einstieg in die „Badestelle Abtsee“ künftig nur noch über die Leitern möglich.
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Der Zaun sorgt für Diskussionen. Durch diesen ist der Einstieg in die „Badestelle Abtsee“ künftig nur noch über die Leitern möglich.

Das städtische Strandbad wird künftig „Badestelle Abtsee“ heißen. Zudem ziert seit kurzem ein Metallzaun das Ufer. Dies und weitere Maßnahmen sind laut Christian Reiter, Geschäftsleiter der Stadt Laufen, notwendig, um den Badebereich zu erhalten.

Laufen – Besonders der Metallzaun an einem solch idyllischen Ort sorgt für Diskussionen. „Natürlich ist es nicht der Wunsch des Bürgermeisters gewesen, einen 60 Meter langen Zaun zu verbauen. Dies war jedoch die einzige Möglichkeit eine Sperrung bzw. Schließung zu verhindern“, erklärt Christian Reiter, Geschäftsleiter der Stadt Laufen, gegenüber BGLand24.de.

Haftungsfrage zwingt Stadt Laufen zum Handeln: Strandbad wird zur umzäunten Badestelle

Der Ursprung zu diesen Änderungen datiert bereits aus dem Jahr 2017. „Es gab ein tragisches Unglück und es stellte sich die Frage nach der Schuld bzw. Haftung. Am Ende wurde ein Bürgermeister vor dem Bundesgerichtshof verurteilt“, berichtet Reiter. Das Oberhaupt sei das Ende der Kette gewesen und habe nichts Falsches gemacht. Aufgrund des Urteils sind die haftungsrechtlichen Ansprüche in der Folge aber an jedem Gewässer extrem gestiegen.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat die Stadt ein 77-seitiges Gutachten von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen GmbH erstellen lassen. Dort stehen exakt die Maßnahmen, die die Stadt Laufen treffen muss. Neben dem Zaun ist eine Namensänderung erforderlich. Der Name Strandbad würde eine Aufsicht implizieren. Die Stadt habe sogar angefragt, ob der Name Badestelle „Strandbad Abtsee“ möglich wäre. Die Versicherungen lehnten dies aber eindeutig ab.

Reiter: „Emotionen sind uns bewusst“

„Das Ziel des Bürgermeisters war immer: Ich möchte weiterhin eine Badestelle haben, an der die Bürgerinnen und Bürger ins Wasser gehen können“, so Reiter. Eine Badeaufsicht ist für die Stadt Laufen aber nicht zu finanzieren. „Wir wollen auch keinen Eintritt verlangen. Zudem müsste das Gelände abgeriegelt werden, sobald kein Bademeister anwesend ist“, ergänzt der Geschäftsleiter.

Natürlich könne man diskutieren, ob der Zaun schön ist. Holz wäre aber beispielsweise nicht so nachhaltig und müsste regelmäßig überprüft werden. „Viele haben damals mitgeholfen bei der Errichtung des Sees. Die Emotionen sind uns bewusst, aber wir machen das, um die Badestelle zu erhalten“, betont Reiter.

Sprung ins Wasser in Zukunft untersagt

In Kürze sollen dann noch Schilder und Piktogramme aufgestellt werden, die u.a. ein hineinspringen untersagen. Anschließend kontrollieren die Gutachter alles nochmal und bescheinigen der Stadt Laufen, dass die Badestelle Abtsee aus haftungsrechtlichen Gründen sicher und sauber ist. „In unserer Gesellschaft wird immer nach Schuldigen gesucht und wer die Haftung übernimmt“, bemängelt der Geschäftsleiter. Das Risiko wollte die Stadt nicht eingehen.

Andere Kommunen hätten ihre Badestellen dicht gemacht oder Bademeister eingestellt. Es gebe nur noch ganz wenige, die nichts unternommen haben und mit dem Risiko fahren. Laufen habe hierfür laut Reiter eine niedrige fünfstellige Summe in die Hand genommen, um die Badestelle zu retten. „Auch in den letzten Jahren wurde viel Geld investiert, um den See auf Vordermann zu bringen und die Idylle zu erhalten. Es gibt ein klares Zukunftsbekenntnis von der Politik für dieses Gebiet“, so Reiter. Auch wenn in Zukunft ein Metallzaun am Ufer stehen muss.

jz

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