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BGL sucht weiter nach langfristigen Wohnlösungen

Zwischenstation Sporthalle Laufen: THW und Feuerwehr bauen Erstunterkunft für Flüchtlinge auf

Ukraine Flüchtlinge Rottmayr Gymnasium Laufen THW Freiwillige Feuerwehr Berchtesgadener Land
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Erst ausladen, dann aufbauen. Das THW Berchtesgadener Land und die Freiwillige Feuerwehr Laufen errichten in der Sporthalle des Rottmayr-Gymnasiums eine Erstaufnahmestation für Flüchtlinge.

Bis zu 1800 Flüchtlinge aus der Ukraine kommen täglich im Berchtesgadener Land an. Hunderte sollen direkt im Landkreis unterkommen. Das THW und die Feuerwehr haben dafür am Freitag (25. März) eine Erstaufnahme-Unterkunft im Rottmayr-Gymnasium in Laufen aufgebaut. Gleichzeitig unterstützt das BGL auch noch den Partnerlandkreis in Polen mit Hilfsgütern.

Laufen/Berchtesgaden - Am frühen Freitagnachmittag gleicht der Schulhof des Rottmayr-Gymnasiums einem Bienenstock. Das liegt aber nicht am Schulunterricht, der zu Ende ist, und deswegen die Kinder nach Hause schwirren. Ausgeschwärmt sind das Technische Hilfswerk Berchtesgadener Land und die Freiwillige Feuerwehr Laufen.

Turnhalle am Rottmayr-Gymnasium neue Unterkunft für Ukraine-Flüchtlinge

Die Ehrenamtlichen bauen in der Turnhalle in kürzester Zeit ein neues Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine auf. Während die freiwilligen Feuerwehrler in der Halle bereits den Boden ausrollen, lädt am Schulhof das Team des THW Metallzäune und Palletten von Bierzeltgarnituren aus ihren Lastwagen aus.

THW und Feuerwehr im Einsatz: Sporthalle am RGL wird zur Erstaufnahme für Flüchtlinge

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Zwischen Schulpack und Turnsackerl - die Schüler werden die nächste Zeit den Sportunterricht im Freien abhalten.  © ce
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Erst ausladen, dann aufbauen. Das THW Berchtesgadener Land und die Freiwillige Feuerwehr Laufen errichten in der Sporthalle des Rottmayr-Gymnasiums eine Erstaufnahmestation für Flüchtlinge. © ce
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Das Team vom THW ist routiniert. Bereits seit Ende Februar sind die Ehrenamtlichen täglich im Einsatz.  © ce
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Auch die Freiwillige Feuerwehr Laufen ist mit im Einsatz. Während das THW auslädt, rollen sie bereits den Boden in der Turnhalle aus.  © ce
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Nach dem Ausladen startet die eigentliche Arbeit: der Aufbau.  © ce
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In der Barbarossastraße ist am Freitagnachmittag erstmal alles voll mit Einsatzfahrzeugen.  © ce
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Das Rottmayr-Gymnasium ist Eigentum des Landkreises.  © ce
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Das THW Berchtesgadener Land ist mit zahlreichem Material für die Erstaufnahmeunterkunft angerückt.  © ce
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Auf einem Lastwagen sind Zäune aufgeladen.  © ce
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Der Anhänger ist unter anderem mit Bierzeltgarnituren voll.  © ce
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Das THW am Schulhof in Laufen.  © ce
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Bereits am Montag (28. März) sollen die ersten Flüchtlinge ans Rottmayr-Gymnasium kommen.  © ce
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Bis dahin laufen die Aufbauarbeiten auf Hochtouren.  © ce

Angerückt sind die Ehrenamtlichen mit insgesamt vier Fahrzeugen. Auch die Freiwillige Feuerwehr ist mit zahlreichen Einsatzwagen vertreten. Das THW ist bereits „seit dem ersten Tag des Angriffs“, also dem 24. Februar, jeden Tag im Einsatz, erklärt Thomas Wellenhofer, der stellvertretende Ortsbeauftragte. Je nach Aufgabe seien zwei bis 15 Einsatzkräfte am Arbeiten. Mit operativen Einsätzen ging es so richtig ab 1. März los, als auch die Flüchtlinge aus der Ukraine im Berchtesgadener Land zu hohen Zahlen ankamen, so Wellenhofer.

Landrat Kern: „Ankommende so schnell es geht unterbringen“

Ab Montag steht die Turnhalle des Rottmayr-Gymnasiums mit rund 100 Plätzen als Erstaufnahme-Unterkunft bereit. Dem Landkreis zugewiesene Flüchtlinge kommen hier kurzfristig unter. Laufen löst damit die Übergangslösung in Bad Reichenhall ab - die Von-Martius-Halle der Bundeswehr.

In der Sporthalle werden die ankommenden Menschen verpflegt und gegebenenfalls medizinisch versorgt. Außerdem bekommen sie erste Informationen zu der Registrierung, Aufenthaltstiteln oder auch finanzieller Unterstützung. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereiten hierzu ein Informationsblatt vor, das in mehrere Sprachen übersetzt wird. So wollen wir die Geflüchteten bestmöglich bei der ersten Orientierung unterstützen“, so Landrat Bernhard Kern, „Unser Ziel ist es auch weiterhin, alle Ankommenden so schnell es geht in zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten im Landkreis unterzubringen.“

Hohe Belastung für Landkreis: Bis zu 1800 Ankünfte pro Tag

Derzeit sind im Berchtesgadener Land rund 400 Personen in privaten und kommunalen Unterkünften untergebracht, erklärt Landrat Kern in der Kreistagssitzung am Freitag (25. März). Wie hoch die Dunkelziffer sei, wisse man nicht. „Die Kommunen und Meldeämter sind aber dabei, nicht gemeldete Personen zu registrieren.“ Die Situation sei insgesamt sehr dynamisch.

Anfangs habe man an der Grenze noch zwischen 1200 und 1800 Ankünfte abgefertigt. Mittlerweile seien es etwas weniger, so Kern. „Trotzdem ist es noch eine Belastung, insbesondere für die Stadt Freilassing.“ In der Grenzstadt kommt der Großteil der Flüchtlinge in Zügen an.

Im Landratsamt arbeitet man weiterhin auf Hochtouren daran, zusätzliche, längerfristige Unterkünfte im gesamten Landkreis zu finden. Neben dem Hotel Axelmannstein in Bad Reichenhall und der Neubichler Alm am Högl ist jetzt auch das CJD Berchtesgaden dazugekommen. Auf Corona positiv getestete Flüchtlinge kommen jetzt nicht mehr auf den Högl, sondern ins CJD.

Geprüft werden auch leer stehende Gebäude, die sich im Besitz des Freistaats Bayern befinden. Überprüft wird unter anderem das seit Jahren leer stehende Forsthaus in Freilassing und eine weitere Einrichtung in Bad Reichenhall, erklärt der Landrat. „Selbst der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat seine Zusage gegeben, dass wir in der Polizeischule in Mitterfelden Flüchtlinge unterbringen können“, so Kern.

250 Flüchtlinge pro Tag - BGL hilft Partnerlandkreis Belchatow

Der Landkreis ist derzeit extrem gefordert. Das zuständige Personal im Landratsamt arbeitet genauso wie die Blaulicht-Kräfte etwa seit vier Wochen durch. Doch Hilfe benötigt auch der Partnerlandkreis Belchatow in Polen.

„In Belchatow haben sie sehr große Probleme. Die kriegen rund 250 Personen pro Tag. Deswegen haben wir kurzerhand beschlossen, dass wir Betten, die wir in unserem Kontingent nicht brauchen, nach Belchatow weitergeben“, so Kern. 200 Feldbetten samt weiterer Hilfsgüter des täglichen Bedarfs aus dem Berchtesgadener Land sind am Montag in Belchatow angekommen. Um die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Landkreises nicht noch weiter zu belasten, hat das Landratsamt eine Spedition für den Transport engagiert.

ce

 

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