Laufen braucht Zuwanderung

Sozialraumanalyse zeigt Wachstum bis 2030 – Laufen profitiert vom Wanderungsgewinn

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Laufen wird in Zukunft von der Zuwanderung profitieren, prophezeit Herbert Tekles in seiner Sozialraumanalyse.

Laufen - Die Stadt muss auf Zuwanderung setzen um damit den Arbeitsmarkt zu fördern, das stärke auch die Stadt - so der Tenor von Sozialwissenschaftler Herbert Tekles bei der jüngsten Bürgerversammlung.

Dass die Stadt dabei aber auch Geld in die Hand nehmen muss für Sanierungen und Neubau von Kindergärten und Schulen stehe fest. In der Stadt Laufen wohnten mit Stand Mitte April dieses Jahres exakt 7.207 Einwohner, im Vorjahr waren es noch 7.100, „diese Steigerung ist schon nennenswert, weil in den meisten Gemeinden dieser Größe die Bevölkerung schrumpft“, so Tekles. So seien zwischen 2017 und 2019 mehr Osteuropäer nach Laufen gekommen, also zum Beispiel Polen, die Zahl hat sich von 150 auf 266 fast verdoppelt, „das hat mit der Personenfreizügigkeit innerhalb der EU zu tun und Betriebe würden diese Personen aktivieren um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“.

Diese Zahl wird nach Ansicht des Wissenschaftlers auch noch steigen, „denn rund ein Drittel der Belegschaft der Laufener Betriebe wird in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen und dann wird man die Zuwanderung brauchen, um den Personalstand zu halten“.

Flüchtlinge werden in der Region bleiben

Die Zahl der Asylbewerber und der anerkannten Flüchtlinge aus dem Kosovo, aber auch aus Afghanistan, Syrien und zahlreichen afrikanischen Ländern ist im Zeitraum zwischen Sommer 2017 und Frühling 2019 in der Stadt Laufen von 117 auf 150 angestiegen. „Ein erheblicher Teil der Flüchtlinge wird auf Dauer in der Region bleiben“, so Tekles, Familien mit vier Kindern und mehr seien keine Seltenheit, weitere Geburten in den nächsten Jahren seien zu erwarten weil viele Flüchtlingsfrauen „erst um die 20 Jahre alt sind“.

Weniger Kinder und Jugendliche

Bei der Prognose über die Geburten in der Stadt Laufen wählt der Wissenschafter die Geburtenraten, also wie viele Kinder werden pro 1.000 Einwohner pro Jahr geboren. Im Regierungsbezirk Oberbayern waren es bei einer Erhebung 2017 10,4 Kinder, im Berchtesgadener Land 9,1 und in der Stadt Laufen 8,6 Kinder auf 1.000 Einwohner. Im Landkreisvergleich lag Laufen 2017 damit im Mittelfeld, die Top Drei sind Saaldorf-Surheim, Schneizlreuth und Teisendorf, am unteren Ende sind Ainring, Bischofswiesen und Marktschellenberg. Die Geburtenquote sei in den vergangenen Jahrzehnten aber überall massiv zurückgegangen.

Durch den Zuzug aus dem osteuropäischem Raum würde die Zahl der Geburten aber wieder steigen, „und die kommen in den nächsten Jahren in die Kindergärten und Schulen“, so Tekles, in Traunreut hätte die Bevölkerungspyramide bereits wieder einen Sockel.

7.400 Einwohner im Jahr 2020

Nicht nur wegen steigender Geburten, sondern auch wegen des so genannten Wanderungs- Gewinns wird es in Laufen bis 2030 mehr Einwohner geben. „Von derzeit 7.207 Einwohnern ausgehend wird die Bevölkerung in Laufen zunächst deutlich, später leicht steigen, langfristig auf rund 7.400 bis zum Jahr 2030“. In diese Prognose seien auch neue Baugebiete mit eingerechnet, „vor allem die Zahl der jungen Bewohner mit Migrationshintergrund wird wachsen“, sagt Tekles.

Viele geringfügig Beschäftigte

Die Zahl der Betriebe hat sich mit Stand 2017 auf 323 eingependelt, diese erwirtschafteten 2017 Umsätze von knapp 200 Millionen Euro, mit Stichtag 30. Juni 2018 arbeiteten in den Betrieben mit Sitz in der Stadt Laufen rund 1.700 Erwerbstätige als sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer. Das macht eine Arbeitsplatzdichte von 23,1 Prozent, also rund 23 von 100 Arbeitnehmern haben einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Das ist ein sehr niedriger Wert, zum Vergleich: der Landkreiswert liegt bei 34,3 Prozent, im Regierungsbezirk Oberbayern liegt er bei fast 46 Prozent.

Im Vergleich mit den Landkreisgemeinden liegt Laufen mit diesen 23,1 Prozent an viertletzter Stelle, an der Spitze liegen Freilassing mit knapp 49 Prozent, gefolgt von Berchtesgaden und Bayerisch Gmain. Im Gegensatz zu diesen Zahlen ist der Anteil der geringfügig Beschäftigten in den Betrieben in Laufen höher als im Durchschnitt, fast jeder dritte Arbeitsplatz ist geringfügig.

hud

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