CSU Laufen hebt amtierenden Bürgermeister aufs Schild

Hans Feil wieder Kandidat

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Hat noch nicht fertig: Hans Feil tritt erneut für die CSU um das Amt des Bürgermeisters an

Laufen (Salzach) - Die Wiederwahl als solche war vielleicht keine Überraschung – das Ergebnis gleichwohl aus CSU-Sicht sensationell: Der Ortsverband der Christsozialen wählte in geheimer Wahl Hans Feil einstimmig – bei einer Enthaltung – zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im März 2020.

Zuvor hatten Ortsvorsitzender Bernhard Salomon und der ehemalige Stadtrat Robert Eberherr besonders die Fähigkeit von Hans Feil zum Kompromiss bei der Stadtratsarbeit gewürdigt. „Wir haben ja nicht die Mehrheit im Stadtrat, brauchen also um etwas durchsetzen zu können die Stimmen anderer Fraktionen“, stellte Salomon klar. „Ich bewundere da unseren Bürgermeister, wie der um Unterstützung ringt.“ Robert Eberherr drückte es drastischer aus: „Das hat uns manchmal gar nicht geschmeckt, wie der Hans Kompromisse einging. Da waren wir oft anderer Meinung, haben oft debattiert und geschluckt.“ Die Arbeit von Hans Feil lobte auch Landrat Georg Grabner, der die Aufstellungsversammlung als Gast verfolgte. Er habe den Laufener Bürgermeister als gradlinig und zu seinem Wort stehend kennengelernt. „Bei Dir weiß man immer, wie man dran ist.“ Der so charakterisierte Hans Feil stellte sich dann in ganz persönlicher Art und Weise vor: Geboren vor 50 Jahren im ehemaligen Krankenhaus Laufen, besuchte er die örtliche Grundschule Laufen, absolvierte das Gymnasium und leistete dann 15 Monate seinen Grundwehrdienst ab. Er schlug die Beamtenlaufbahn ein und besuchte die Bayerische Beamtenfachhochschule in Herrsching. 1993 legte er seinen Abschluss als Diplom-Finanzwirt FH ab. Nach einem Jahr beim Finanzamt Laufen als Sachbearbeiter wechselte er 1994 an das Finanzamt Traunstein, wo er bis zur Wahl zum Bürgermeister der Stadt Laufen am 1. Mai 2008 als Betriebsprüfer tätig war. „Das heißt, ich komme einerseits aus der Verwaltung, kenne aber andererseits durchaus die Sorgen und Nöte von Unternehmen“, stellte Feil klar.

Sein politisches Interesse wurde früh geweckt: Mit seinem Großvater mütterlicherseits, Franz Hofer, 1945 einer der Gründer der CSU, diskutierte der junge Hans täglich beim Mittagessen. „Während meine Alterskollegen in Comicheftchen schmökerten, las ich die Süddeutsche und den Bayernkurier“, verriet er. Vergangenes Jahr habe er dann zu seiner eigenen Überraschung bemerkt, dass auch von väterlicher Seite schon politische Verantwortung übernommen wurde: Sein Ur-Ur-Großvater, Peter Schauer, war von 1919 bis 1929 Bürgermeister von Leobendorf und vermutlich dessen Bruder Ignatz von 1912 bis 1916 Bürgermeister der Gemeinde Heining. Feil selbst trat 1985 in die Junge Union ein. Er war viele Jahre JU-Ortsvorsitzender, stellvertretender JU- und CSU-Kreisvorsitzender und ein Jahr lang stellvertretender Landesvorsitzender der Schüler-Union. Der CSU trat er am 12. Dezember 1986 bei. „Nach der völlig überraschenden und verheerenden Wahlniederlage bei der Bürgermeisterwahl 1993 in Laufen hat man dann 1996 verzweifelt einen Kandidaten gesucht“, blickte er zurück, wie er zur eigenen Kandidatur kam. „Nachdem mehrere Kandidaten dankend abgelehnt hatten, hat man dann gehofft, mit mir als Jungspund eine Option für die Zukunft aufzubauen“, schätzte Feil die damalige Situation ein. Zwar verlor er 1996 die Wahl, kam aber in den Stadtrat und den Kreistag. Er wurde 3. Bürgermeister. 2002 war es schon knapper: Er wurde 2. Bürgermeister und nachdem Ludwig Herzog nicht mehr antrat, reichte es für Hans Feil zum 1. Bürgermeister.

„Ganz so falsch kann meine Amtsführung nicht gewesen sein. Sonst wäre ich 2014 nicht mit fast Zweidrittel der Stimmen im Amt bestätigt worden“, stellte Feil in seiner Rede fest und meinte dann realistisch: „Gewählt und wiedergewählt wird man nicht aus Dankbarkeit oder weil man was geleistet hat. Vor meiner Bilanz zum jetzigen Zeitpunkt muss ich mich , so glaube ich, auch nicht fürchten. Die Stadt Laufen hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Wir haben eine deutliche Zunahme der Einwohnerzahl und der Steuereinnahmen. In den letzten zwölf Jahren ist viel in die Infrastruktur investiert worden. Darauf lässt sich aufbauen.“ Aber gewählt werde man nur, wenn einem Vertrauen für die Zukunft geschenkt werde. „Ich hoffe, ich habe nachweisen können, dass ich mit Tatkraft, Umsicht manchmal Einsicht, dem Willen zur Zusammenarbeit auch über politische Lager hinweg aber auch mit dem Mut zu notwendigen unpopulären Entscheidungen diese Zukunft gestalten kann.“ Mit einem Appell an die an diesem Abend ebenfalls nominierten Stadtratskandidaten gab Feil das gemeinsame Ziel aus: „Das Wohl der Stadt Laufen als Priorität anzusehen und mit ihm gemeinsam dafür zu kämpfen.

CSU Laufen-Leobendorf

Sechs Stadträte hat die CSU aktuell in Laufen - doch nicht alle treten 2020 wieder an: Schon jetzt steht die Kandidatenliste für die Kommunalwahl.

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