Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

 Landratsamt contra Rathaus

Laufener Altstadtreferent Hellenschmidt hat Fragen: Spielhalle, „Alte Post“-Umbau & Co.

Dem zuständigen Referenten Dr. Klaus Hellenschmidt (FW) war hier so einiges aufgefallen. Er hatte Fragen – auch zum Umbau der Alten Post.
+
Dem zuständigen Referenten Dr. Klaus Hellenschmidt (FW) war hier so einiges aufgefallen. Er hatte Fragen – auch zum Umbau der Alten Post.

Die Ablehnung eines Mobilfunkprojekts durch den städtischen Ausschuss war unzulässig. Meinte das Landratsamt und ersetzte das verweigerte Einvernehmen durch eine Genehmigung. Doch damit nicht genug: Desgleichen tat die Kreisbehörde nun bei einer Spielhalle in der Laufener Altstadt. Stichwort Altstadt: Dem zuständigen Referenten Dr. Klaus Hellenschmidt (FW) war hier so einiges aufgefallen. Er hatte Fragen.

Laufen – Im Juli 2020 hatte der Bau-, Umwelt und Stadtentwicklungsausschuss einen ersten Antrag auf eine Spielhalle im ehemaligen Lokal Pelforth-Keller, zuletzt die Bar Coconut, abgelehnt. Obwohl man das in der Kreisbehörde als „rechtswidrig“ ansah, lehnte der Ausschuss ein etwas geändertes Vorhaben im Juli 2022 mit knapper Mehrheit erneut ab. Nun kam der „Ersatz“, denn im Reichenhaller Amt sieht man die Umplanung mit verringerter Quadratmeterzahl als zulässig an. Fragen zur Suchtproblematik blieben hierbei unberücksichtigt, hieß es von Bauamtsleiter Werner Mitteregger.

Der hatte „Erfreuliches“ zu vermelden: „Der Umbau der Alten Post mit elf Hotel-Betten im Erdgeschoss und zwölf Wohnungen in den Obergeschossen ist genehmigt.“ Bestandteil des Projekts ist ein zusätzlicher Neubau auf dem westlichen Grundstück und eine Tiefgarage. 

Was wird aus aus dem ehemaligen Trödelbasar und dem Café Contrast?

Damit hatte sich eine Frage Hellenschmidts erledigt. Jedoch: „Was ist mit dem ehemaligen Trödelbasar?“ Es ist bekannt, dass dieses imposante Gebäude wenige Meter vor der Stiftskirche der Freilassinger Firma Scharl gehört; wie und wann es weitergeht, konnte aktuell nicht beantwortet werden. „Am Café Contrast hängt ein Zettel ‚zu vermieten‘“, warf der Altstadtreferent weiter ein. Wie berichtet, hatte dieses alte und imposante Gebäude am Marienplatz ein Münchner Immobilen-Magnat ersteigert. Hellenschmidt will gehört haben, dass es Überlegungen für eine Flüchtlingsunterbringung gibt. Doch Bauamtsleiter Werner Mitteregger konnte das nichts bestätigen: „Es gibt keinen planerischen Sachstand.“ 

Pflanzkübel vor Stadtcafe als Mülleimer missbraucht

Ein Dorn im Auge sind Hellenschmidt die hölzernen Pflanzkübel auf den Steinwürfeln vor dem Stadtcafé, denn die würden teilweise als Mülleimer missbraucht. „Die Stadt ist nicht Eigentümer“, erwiderte Geschäftsleiter Christian Reiter, die Pflanztröge habe der Gewerbeverein ‚Laufen Aktiv‘ angeschafft. Allerdings sei die Stadt später gefragt worden, ob man das übernehmen möge. „Nein. Entweder kümmert sich Laufen Aktiv drum oder sie müssen weg“, machte Reiter deutlich. Im Übrigen gebe es auch winterfeste Blümchen. Die Innenstadtgestaltung mit den Steinwürfeln und Sitzbänken gründet auf Entwürfen des Laufeners Friedrich Koller. Laut Reiter ist die Aufstellung der Pflanzkübel mit dem Künstler abgesprochen.  

Künstler widerspricht Stadt

Der aber widerspricht auf Nachfrage von BGLand24.de. Ein Laufener Bürger habe ihn über die hölzernen Pflanztröge informiert, worauf er seinen Einwand schriftlich an die Stadt gerichtet habe. „Ich war nie damit einverstanden“, sagt Friedrich Koller und berichtet von einem zweiten Schreiben an die Verwaltung, worin er vor einer Verfärbung der Quader aus heimischen Konglomerat-Gestein durch austretende Gerbsäure gewarnt habe. 

Müll bereitet keinen schönen Anblick

Müll- und Papiertonnen werden in der Altstadt an Montagen abgeholt. Die Behältnisse sammeln sich deshalb schon an den Wochenenden. Kein schöner Anblick für Bürger, Gäste und Touristen. Hellenschmidt wünscht sich daher, die Abfahrtermine demnächst neu zu regeln. Werner Mitteregger erinnerte daran, dass Christian Sichert (CSU) bereits auf dieses unschöne Bild und die olfaktorische Beeinträchtigung hingewiesen hatte, und der beauftragte Abfuhrunternehmer zugesagt habe, den Tourenplan bei den gelben Säcken im nächsten Jahr zu ändern. „Der Landkreis ist groß“, gab Reiter zu bedenken, die regelmäßige pünktliche Abfuhr sei eine logistische Herausforderung. „Würde jede Kommune mit Wunschterminen kommen, wird’s schwierig.“  

„Stellt die Tonnen halt später raus“

Der Geschäftsleiter gab den Ball in gewisser Weise an die Anlieger zurück: „Stellt die Tonnen halt später raus. Etwa am Sonntagabend.“ Reiter räumte ein, dass dies bei Läden und Geschäften schwieriger zu verwirklichen sei, „aber privat ist es möglich.“ Zu guter Letzt schilderte Mitteregger zum wiederholten Male den Umgang des Staates mit den Kommunen, in dem der derart kurze Fristen setzt, die eigentlich nicht zu schaffen seien. So zum Beispiel beim Landesentwicklungsprogramm (LEP), wo man die Fristen notgedrungen verlängern musste. Nun geht es um die ergänzende Beteiligung, in der die eingearbeiteten Vorschläge und Änderungen begutachtet werden sollen. Eingelangt im Urlaubsmonat August, ist eine Reaktion nur bis spätestens 19. September 2022 möglich gewesen. Eine Fristverlängerung war ausgeschlossen. Immerhin habe Eckls Vorschlag, das Thema Inklusion aufzunehmen, Eingang gefunden. Zum Thema Photovoltaik auf Altstadtdächern finde sich darin jedoch nichts. 

Komplett unproblematisch war der Bauantrag von Claudia und Martin Wimmer, die an eine bestehende Maschinenhalle an der Dr.-Einhauser-Straße ein Hackschnitzellager in den Maßen 8,30 mal 7,95 Meter anbauen wollen.

Hannes Höfer

Kommentare