Ständiges Hin und Her jetzt beendet?

"Uns fällt Stein vom Herzen": Grenzbrücke Laufen wieder teils geöffnet

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Salzachbrücke zwischen Laufen und Oberndorf.

Laufen - Die Grenzbrücken nach Oberndorf gingen in den vergangenen Tagen immer wieder auf und zu - vor allem die Länderbrücke war von einer Komplettschließung betroffen. Nach Intervention der Bürgermeister wird sie nun wieder teils geöffnet.

Update Freitag, 20. März, 14.50 Uhr: Pressemitteilung Stadt Laufen

Die Pressemitteilung der Stadt Laufen im Wortlaut:


"Gegen 14.15 Uhr wurde auf Erlass des Deutschen Innenministeriums angeordnet, den Grenzübergang zwischen Laufen und Oberndorf auf der Länderbrücke für grenzüberschreitenden Warenverkehr sowie für grenzüberschreitendes Reisen aus berufsbedingten Gründen unter Vorlage von Reisepass, Dienstgeberbestätigung und Meldebestätigung zu öffnen. Dafür wurde der Grenzübergang am kleinen Europasteg, der in den letzten Tagen als Minimallösung für pendelnde Fußgänger geöffnet war, nun komplett geschlossen.

Hans Feil, Bürgermeister der Stadt Laufen: „Uns allen fällt ein Stein vom Herzen – die Grenze ‚Länderbrücke‘ ist für den notwendigsten Pendlerverkehr und die wichtigsten Ver- und Entsorgungsfahrten wieder geöffnet. Dieses Ergebnis ist der unkomplizierten und intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verdanken. Mein spezieller Dank geht unabhängig von Herrn Bundesminister a.D. Dr. Peter Ramsauer, Frau Ministerin Michaela Kaniber und unseren Landrat Georg Grabner an die örtliche Leitung der Bundespolizei Herr Edgar Dommermuth“.


Sein österreichischer Kollege aus Oberndorf Georg Djundja: „Die Entscheidung der deutschen Behörden auch den Grenzübergang an der Länderbrücke zwischen Laufen und Oberndorf kontrolliert zu öffnen ist richtig. Denn dringender Warenverkehr, wie beispielsweise die Anlieferung des Mittagessens vom Krankenhausessen Oberndorf ins Seniorenpflegeheim Abtseehaus in Laufen, dringende Arzneien von der Apotheke als auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unserer beiden Feuerwehren ist dadurch wieder möglich. Aber auch Grenzgänger, wie beispielsweise Pfleger im Oberndorfer Seniorenheim und in unserem Krankenhaus, welche in Laufen wohnen, können nun wieder die Grenzen passieren. Das tagelange Intervenieren hat Früchte getragen – zur Sicherheit und Aufrechterhaltung der Infrastruktur unserer beiden Städte, welche zwar durch einen Fluss und einen Bundesgrenze getrennt sind, aber im täglichen Leben zusammengehören.“

Hü-Hott an der Grenze – Turbulente Tage in Laufen und Oberndorf. Ein Rückblick

Die beiden Städte Laufen und Oberndorf verbindet mehr als nur eine Brücke und ein Steg: Menschen wohnen in der einen Stadt und Arbeiten in der anderen Stadt, beispielsweise im Krankenhaus oder Seniorenwohnheim. Die Oberndorfer Apotheke beliefert dringend notwendige Arzneien nach Laufen. Die Seniorenpflegeeinrichtung Abtseehaus bezieht das Essen für alle Bewohner vom Krankenhaus Oberndorf. Die Feuerwehren von beiden Städten unterstützen sich seit 155 Jahren bei größeren Einsätzen – das ist sogar in den Einsatzplänen festgelegt.

Eine Rückschau: Am Montag, 16. März wurde ab 8 Uhr die am Vortag von deutscher Seite angekündigten Grenzsperren durch die Bundespolizei auch auf der Länderbrücke und am Europasteg zwischen den beiden Städten Laufen und Oberndorf durchgeführt.

Aber der grenzüberschreitende Warenverkehr sowie grenzüberschreitendes Reisen aus berufsbedingten Gründen war unter Vorlage von Papieren möglich. Ohne jegliche Information für die beiden Bürgermeister wurde am späten Vormittag desselben Tages beide Grenzen zwischen Laufen und Oberndorf geschlossen. Pendler, welche am Morgen mit dem Wissen, dass sie die Grenzen passieren können, das Haus verlassen haben, konnten mittags auf einmal nicht mehr nach Hause gehen. Das Essen für die Seniorenpflegeeinrichtung Abtseehaus konnte nicht geliefert werden und der Oberndorfer Apotheker seine Arzneien nach Laufen nicht mehr ausliefern. Durch intensive Interventionen beider Bürgermeister bei den deutschen politischen Verantwortlichen konnte kurzfristig erreicht werden, dass zumindest der Europasteg wieder für Fußgänger unter Ausweispflicht bis Montagabend 18 Uhr geöffnet wurde. So konnten die Pendler zumindest nach Hause gehen, das Essen für die Pflegeeinrichtung manuell von österreichischer Seite auf deutsche Seite übergeben werden und die dringenden Arzneien auf der Grenze abgeholt werden. Die Feuerwehren mussten trotzdem zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Einsatzpläne umschreiben und ohne ihre Kameraden planen.

Am Montagabend wurde auch der Europasteg um 18 Uhr planmäßig geschlossen. Die Interventionen der beiden Bürgermeister wurden aber belohnt, und so wurde der Europasteg um 18:15 Uhr wieder geöffnet – das festgezurrte Gitter wieder entfernt.

Mittwochfrüh dann kurzes Aufatmen in beiden Städten: Auch die Salzachbrücke wurde für pendelnde Fußgänger geöffnet. Diese Verbesserung des Zustandes währte nicht lange: am frühen Nachmittag wurde die Salzachbrücke wieder für alle gesperrt und später mittels Bauzäunen und Plastikplanen verbarrikadiert. Der Oberndorfer Bürgermeister Georg Djundja: „Einen Zustand wie diese Trennung hat es seit 1945 nicht gegeben!“

Die beiden Bürgermeister Feil und Djundja trafen sich weiterhin zu fix vereinbarten Zeiten an der Grenze zu einer Lagebesprechung und ließen nicht locker diesen Zustand zu ändern."

Pressemitteilung Stadt Laufen

Update Mittwoch, 18. März, 15.45 Uhr

Die große Länderbrücke zwischen Laufen und Oberndorf ist nun doch wieder komplett gesperrt. Am Mittwochmorgen wurde sie noch teils freigegeben, jetzt heißt es also wieder "Kommando zurück". Die Initiative dazu geht von der Bundespolizei aus. 

Bis Montag floss der Verkehr vom österreichischen Oberndorf nach Laufen ganz normal. Doch dann wurde die historische Grenzbrücke für den gesamten Grenzverkehr dichtgemacht, ebenso der Fußgängersteg über die Salzach. Alle Verbindungen zwischen Laufen und Oberndorf - bis vor gut 200 Jahren war es ein gemeinsamer Ort - waren gekappt. Die Bürgermeister protestierten: "Es hieß die Pendler dürfen nach Deutschland einreisen und dann wurde die Länderbrücke einfach geschlossen, die Leute standen weinend auf der Brücke", so Oberndorfs Rathauschef Georg Djundja. Im Laufe des Montags wurde dann erreicht, dass zumindest der Fußgängersteg für Berufspendler wieder geöffnet wurde. 

Corona-Grenzkontrollen: Länderbrücke Laufen-Oberndorf bleibt gesperrt

Das Sperrgitter auf österreichischer Seite soll heute wieder wegkommen, die Ländergrenze ist auf der Mitte der Brücke. Am Fußgängersteg erreichen Oberndorfs Bürgermeister Georg Djundja (li.) und sein Laufener Amtskollege Hans Feil, dass das Sperrgitter nach 15 Minuten wieder entfernt wurde. © Georg Djundja
 © Georg Djundja
 © Georg Djundja

Am Mittwochmorgen gab die Stadt Laufen dann die nächste Lockerung bekannt: Auch die Länderbrücke wurde für Berufspendler wieder geöffnet, sofern sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs seien. Für den Autoverkehr bleibe der Grenzübergang weiterhin dicht. "Es laufen weitere Bemühungen die Landesgrenzen nach Möglichkeit wieder zu öffnen bzw. die Grenzkontrollen auf ein unbedingt notwendiges zu beschränken", teilte die Stadtverwaltung am Mittwochmorgen mit. 

Nur wenige Stunden später, am Mittwoch gegen 15.30 Uhr, dann die Rolle rückwärts: "Die Länderbrücke ist seit 13.45 Uhr wieder bis auf Weiteres für jegliche Art von Verkehr komplett gesperrt", teilt die Laufener Stadtverwaltung mit - auch zu Fuß geht also wieder nichts mehr. Beim Europasteg alles beim Alten: Fußgänger und Radlfahrer dürfen, sofern es sich um Berufspendler handelt, über die Grenze. Jedoch braucht es eine Bescheinigung des Arbeitgebers, Vordrucke gibt es auf der Homepage der Bundespolizei (Berufspendlerbescheinigung).

Update Mittwoch, 18. März, 9.30 Uhr:

Wie die Stadt Laufen in einer Pressemitteilung nun bekanntgibt, ist die Länderbrücke zwischen Laufen und Oberndorf nun für pendelnde Radler und Fußgänger wieder geöffnet. Für den Straßenverkehr bleibt sie weiterhin gesperrt. Ähnlich ist die Situation beim Fußgängersteg über die Salzach: Pendler dürfen mit dem Rad oder zu Fuß über die Grenze, einfache Spaziergänger dürfen nicht passieren. 

"Es laufen weitere Bemühungen die Landesgrenzen nach Möglichkeit wieder zu öffnen bzw. die Grenzkontrollen auf ein unbedingt notwendiges zu beschränken", teilt die Stadtverwaltung weiter mit. 

Unser Artikel vom Dienstag, 17. März

Die über 100 Jahre alte Länderbrücke zwischen den beiden Städten ist seit Montag, 8 Uhr, wegen der Einreisebeschränkungen für den gesamten Grenzverkehr gesperrt. Auch dienstags, am zweiten Tag der strengen Grenzkontrollen bleibt die Länderbrücke geschlossen, kontrolliert wird nur das Einhalten der Sperre. Das bestätigt der Sprecher der zuständigen Bundespolizei in Freilassing, Maximilian Wirz. Die Begründung ist: "Wir müssen unsere Kräfte bündeln und haben daher kleinere Grenzübergänge erst einmal geschlossen". Ob das auch in den nächsten Tagen so bleibt kann der Sprecher nicht sagen, die Lage werde laufend bewertet.

Zeitweise standen mehrere Bundespolizisten auf der Länderbrücke, die die Einhaltung der Sperre kontrollierten, hätten die dann nicht auch gleich bei offener Brücke die Personen kontrollieren können? "Es waren sicher nicht immer mehrere Beamte auf der Brücke, das war wahrscheinlich nur eine Momentaufnahme". Zumindest wurde gegen Mittag ein Sperrgitter am Fußgängersteg zwischen Laufen und Oberndorf wieder geöffnet, der Steg sollte aber um 18 Uhr wieder geschlossen werden, das haben die beiden Bürgermeister verhindert. Zur Stunde ist der Steg nach wie vor offen, allerdings nur für Pendler.

Oberndorfs Bürgermeister Georg Djundja ist auch am Tag danach noch fassungslos. „Es hieß die Pendler dürfen nach Deutschland einreisen und dann wurde die Länderbrücke einfach geschlossen, die Leute standen weinend auf der Brücke“. Viele Bayern würden in Oberndorf arbeiten, zum Beispiel im Seniorenheim, „die sind dann nicht mehr nach Hause gekommen“. Erst gegen Mittag konnte erreicht werden dass der Europasteg geöffnet wurde, dort durften die Pendler nach einer Kontrolle nach Laufen einreisen. Um 18 Uhr wurde aber auch dieser Fußgängersteg kurzfristig geschlossen, erst eine Intervention der beiden Bürgermeister führte dazu dass er rund 15 Minuten später wieder geöffnet wurde, „allerdings eben nur für Pendler, also nicht für Spaziergänger“, so Djundja.

Einreisesperre auch für österreichisches Essen für bayerisches Seniorenheim

Auf Salzburger Seite der Länderbrücke hätten die österreichischen Behörden ein Sperrgitter und ein Schild „Fahrverbot“ angebracht, „das aber nur weil es sonst auf der Brücke ein Chaos gegeben hätte, die Ländergrenze ist in der Mitte der Salzach. „Diese Sperrengitter auf österreichischer Seite sollen aber heute wieder entfernt werden“, kündigt der Oberndorfer Bürgermeister an. In den Sozialen Netzwerken machten viele User ihrem Ärger Luft, „das ist ja fast vergleichbar mit dem Bau der Berliner Mauer“ ist da zum Beispiel zu Lesen. Auch das Mittagessen für ein Seniorenheim am Abtsee, das im Krankenhaus Oberndorf gekocht wird, ließ die Bundespolizei nicht von Oberndorf aus nicht liefern, „die Mitarbeiter haben das Essen dann per Hand auf dem Fußgängersteg übergeben. Ein Oberdorfer Unternehmer mit Filiale in Laufen hätte statt zwei Minuten von Stadt zu Stadt gestern über Freilassing 2,5 Stunden gebraucht.

hud

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