Ein großer Wermutstropfen bleibt trotzdem

Nur noch Bio-Landwirtschaft auf Laufens eigenen Flächen erlaubt

Laufen - Werden Laufens Landwirtschaftsflächen künftig neu verpachtet, soll dort nur noch biologisch gearbeitet werden - doch die Größe der Flächen hält sich ziemlich in Grenzen.

Mit 15:4 Stimmen entschied der Laufener Stadtrat am Dienstag, dass bei der Neuverpachtung landwirtschaftlicher Flächen, die der Stadt gehören, künftig nur noch Biolandwirte zum Zug kommen sollen. Allerdings ist Laufens Anteil an landwirtschaftlichen Flächen "äußerst überschaubar", so Geschäftsleiter Christian Reiter. Die Fläche bemisst sich wohl nicht mal auf einen Hektar.


Sollte sich bei einer Neuverpachtung kein Bio-Bauer finden, wird zumindest die Auflage gemacht, dass Pestizide nicht eingesetzt werden dürfen. Laufen ist Mitglied der Ökomodellregion "Waginger See - Rupertiwinkel", in der man sich einen 20-Prozent-Bio-Anteil an der Landwirtschaft zum Ziel gesetzt hat. Mit dem Beschluss ist man hier einen Schritt weiter vorwärts gekommen. Zum Vergleich: Im Landkreis Traunstein werden aktuell 85 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen konventionell bearbeitet. 

Immer mehr Städte in der Region haben in jüngster Zeit genauere Vorschriften gemacht, wie auf den kommunalen Flächen gewirtschaftet werden soll. Tittmoning sprach für seine 22 Hektar ein Verbot von Glyphosat und bestimmten Neonicotinoiden aus. In Traunreut stimmte der Bauausschuss im ersten Schritt für eine verpflichtende Bewirtschaftung nach EU-Öko-Verordnung. Kurz darauf ruderte der Traunreuter Stadtrat mit seiner Entscheidung aber zurück: übrig blieb lediglich noch ein Glyphosat-Verbot, andere Pflanzengifte wurden nicht angetastet. Nachdem der Glyphosat-Einsatz eines Traunsteiner Bauern publik wurde verhängte auch die Pidinger Molkerei ein Verbot.

xe

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