Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

In der JVA Laufen-Lebenau

Kochausbildung im Gefängnis: Insasse nutzt Haftstrafe und kann jetzt wieder voll durchstarten

Der Insasse mit den beiden Küchenmeistern in der JVA Laufen
+
Der Insasse mit den beiden Küchenmeistern in der JVA Laufen

Die Resozialisierungsmaßnahmen in deutschen Gefängnissen: ein viel diskutiertes Thema, das einen eher schlechten Ruf hat. Doch eigentlich ist dieser nicht berechtigt. Ein sehr gutes Beispiel hierfür gibt es in der JVA Laufen.

Mitteilung im Wortlaut

Laufen – Es ist den Inhaftierten durchaus möglich, die ihnen auferlegte Haftstrafe sinnvoll zu nutzen und sich dadurch selbst einen einfacheren Neuanfang in der Gesellschaft zu ermöglichen. Dass das bestens funktionieren kann, zeigt uns das Beispiel eines im Frühjahr 2021 inhaftierten Kochauszubildenden. 

In Haft beschloss er, mit seiner Betäubungsmittelmissbrauchsvergangenheit abzuschließen und äußerte den Wunsch nach einem sinnstiftenden, drogenfreien Leben. Seine Ausbildung zu seinem Traumberuf Koch musste er wegen seiner Inhaftierung kurz vor den Abschlussprüfungen abbrechen. Seine Ausbildung war aber für ihn so wichtig, dass er seine ganzen Ausbildungsunterlagen in die Haft mitnahm.

Als er nach seiner Zugangsphase zur Arbeit in die Küche eingeteilt wurde, erkannten unsere Küchenmeister sein Talent für diesen Beruf und unterstützten ihn bei seinen Vorbereitungen auf die theoretische Prüfung im Herbst 2021. Der Inhaftierte war sehr dankbar für diese Chance, denn so hatte er die Möglichkeit bekommen, nach seiner Haftentlassung einen Arbeitsplatz zu finden und sein Leben neu ordnen zu können. 

Auch wenn durch die Corona Pandemie einige Schwierigkeiten auftraten, nahm der Inhaftierte wie geplant an der theoretischen Prüfung teil. Hier gilt unser besonderer Dank auch den sehr netten Sachbearbeiterinnen der IHK, die uns unkompliziert bei der Organisation weiterhalfen, da in der JVA Laufen-Lebenau leider keine Kochausbildung angeboten werden kann.

Als der Auszubildende diese erfolgreich bestanden hatte, konnte die Vorbereitung auf die praktische Prüfung, die dann im Januar stattfand, beginnen. Die Prüfung bestand aus einem Drei–Gänge-Menü, das der Azubi zusammen mit den Küchenmeistern entwarf. Er probte es mehrmals durch und konnte es dadurch immer weiter verbessern. Außerdem wurde er von den Küchenmeistern auf das ausführliche gastorientierte Gespräch vorbereitet, das ebenfalls Bestandteil der Prüfung ist. 

Dank der guten Vorbereitung und der großen Motivation, die der Inhaftierte mitbrachte, bestand er auch diese Prüfung und kann nach seiner Haftstrafe, die im Mai endet, als fertig ausgebildeter Koch in sein Berufsleben starten. Man kann seinen Stolz darauf, seine Freude daran und seine Dankbarkeit dafür jeden Tag spüren, wenn man ihm begegnet. „Ich bin dankbar für die Chance, die ich gekriegt habe, und diese Chance möchte ich weiter nutzen.“

Uns selbst erfüllt dieser Erfolg auch mit großer Freude, denn das ist das Ziel, wofür wir tagtäglich für unsere Insassen da sind. Um mit ihnen zu kämpfen, sie zu unterstützen und zu ermutigen, an sie zu glauben und was am schönsten ist, sich mit ihnen zu freuen und stolz auf sie zu sein, wenn sie es geschafft haben.

Markus Mühlfellner - JVA Laufen-Lebenau

Kommentare