„Sche wars de Zeit, es werd uns foin“

Jahrgangsklasse der Landwirtschaftsschule Laufen „feiert“ Abschluss

Die Jahrgangsbesten in Laufen
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Die Jahrgangsbesten (v.l.n.r.): (hinten): Veronika Hocheder, Anna Weindl, Magdalena Berger, (vorne): Sabine Heinrich, Katharina Dangl, Theresa Kern-Wallner sowie Schulleiterin Sonja Bergmeier.

Für 32 Studierende aus dem Raum Chiemgau und Berchtesgadener Land ist ein weiterer Lebensabschnitt vorbei. Sie haben ihre Zeit an der Landwirtschaftsschule Laufen erfolgreich abgeschlossen.

Laufen - Sie dürfen sich jetzt „Fachkraft für Ernährung und Hauswirtschaftsführung“ nennen, die 32 Studierenden der Teilzeitschule Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule Laufen, Jahrgang 2019-2021. Schulleiterin Sonja Bergmeier überreichte Ihnen nach anderthalbjähriger Studienzeit und erfolgreichem Prüfungsabschluss ihre Zeugnisse in einer   pandemiebedingt verkürzten, aber würdigen Feier in einem etwas ungewöhnlichen Rahmen. Katharina Dangl aus Traunstein und Anna Kerschdorfer aus Prien am Chiemsee haben die Traumnote 1,0 erreicht. Bei sechs weiteren Studierenden stand die eins vor dem Komma. Den Notendurchschnitt von 1,11 hatten Magdalena Berger (Trostberg), Sabine Heinrich (Traunstein), Veronika Hocheder (Bad Reichenhall), Elisabeth Maier (Prien am Chiemsee) und Anna Weindl (Altötting). Sehr gut dabei war auch Theresa Kern-Wallner aus Ainring mit einem Durchschnitt von 1,12. 

Die Abschlussfeier in der Stiftskirche Laufen begann mit einem Wortgottesdienst, den Pfarrer Simon Eybl hielt. „Wo ist Gott? Wo ist der Himmel?“ fragte er die Anwesenden und gab auch gleich die Antwort „Da, wo Menschen zusammen versuchen, Zukunft zu gestalten, da ist Gott!“. Er forderte die Absolventinnen auf, Gott für die Schulzeit, die heute zu Ende geht, zu danken, auch wenn sie bestimmt schwierig war. Verbunden bleiben, Freundschaften bewahren und sich weiter entwickeln, gab er ihnen für die Zukunft mit auf den Weg. Leider konnten zu der Feier wegen der Personenzahlbeschränkung keine Festgäste, Angehörige und Freunde eingeladen werden. Neben den erfolgreichen Absolventinnen waren daher nur noch die Lehrkräfte Sonja Bergmeier, Irmgard Hofbeck, Johanna Speigner, Alexandra Drexl, Franziska Schwarzund Cordula Stief. Gekommen war auch die ehemalige Schulleiterin Annemarie Hofstetter-Hack, die bis zu ihrem Ruhestand im Juni 2020 bei diesem Jahrgang das Fach Haushalts- und Finanzmanagement unterrichtet hatte. 

Im Anschluss an den Gottesdienst fand die eigentliche Zeugnisverleihung statt, die mit einem kurzen Rückblick der Schulleiterin Sonja Bergmeier begann. „Ihr wart ein tolles Semester“ zeigte sich Schulleiterin Bergmeier überzeugt. „Trotz der vielen Widrigkeiten und Steine, die im Weg lagen, habt ihr es geschafft“. Die Schulleiterin versuchte die Schulzeit in Zahlen zu fassen. So hätten die 32 Studierenden, die aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf kommen, in den zwanzig Monaten von September 2019 bis April 2021 rund 660 Unterrichtsstunden besucht.

Sie haben dabei viel gelernt über Familie, Persönlichkeitsentwicklung, hauswirtschaftliche Betreuung, gesunde Ernährung, Haushalts- und Finanzmanagement, Unternehmensführung, Hausgartenbau, Berufs- und Arbeitspädagogik und sich in der Küchenpraxis und der Haus- und Textilpraxis fit gemacht.  Fünf Monate fand reiner Distanzunterricht statt, in der übrigen Zeit gab es einen Mix von Distanz- und Präsenzunterricht. Selbst beim Praxisunterricht mit den Fachlehrerinnen Johann Speigner (Küchenpraxis) und Alexandra Drexl (Haus- und Textilpraxis) wurden teilweise Live-Schaltungen in die Schulküche oder den Hausarbeitsraum durchgeführt. Die Studierenden haben Aufträge zuhause ausgeführt oder parallel zur Live-Schaltung zuhause gearbeitet.

Trotz Corona fanden auch  Besichtigungen und Ausflüge statt. Bleibende Erinnerungen hat die Studienfahrt nach Landsberg am Lech hinterlassen, bei der auch die gesellige Seite nicht zu kurz gekommen ist. Sieben Studierende haben an einem zusätzlich organisierten Dirndlnähkurs teilgenommen. Als wichtige Erfolgsfaktoren für die guten Leistungen nannte Sonja Bergmeier aber Dinge, die man nicht in Zahlen fassen könne, nämlich die Motivation, das Durchhaltevermögen, die tolle Klassengemeinschaft, den Optimismus und den Humor, die diesen Jahrgang ausgezeichnet hätten. Der Wunsch, den die Schulleiterin ihren jetzt ehemaligen Schülerinnen mitgab, war kurz und knapp, aber sehr aussagekräftig: „Seien Sie neugierig, unkonventionell und innovativ“. 

Mit einem in Verse gefassten launigen Rückblick auf das Teilsemester 2019-2021 brachten die Semestersprecherinnen  Magdalena Göbl und Chris Wiezorrek ihre Kolleginnen und die Fachlehrerinnen zum Schmunzeln und erinnerten an so manche gelungene und weniger gelungene Aktion während der gemeinsamen Zeit. „Sche wars de Zeit, es werd uns foin“, so das Fazit der beiden zum Schluss, kombiniert mit der Empfehlung an ihre Kolleginnen „Bleibts so wias seits!“ 

Jeder Fachlehrerin überreichten die Klassensprecherinnen als Zeichen ihres Dankes einen Blumenstrauß.  Der Höhepunkt war dann die Überreichung der Zeugnisse durch die Schulleiterin.

Musikalisch gestaltet wurde sowohl der Gottesdienst als auch die anschließende Feier der Zeugnisübergabe durch Magdalena Berger und Magdalena Göbl mit Gitarrenklängen und Gesang. Zum Abschluss und Abschied sangen die beiden ein  Lied, dessen Refrain genau das aussagte, was alle in diesem Moment spürten und das allen sichtlich nahe ging:  „Servus, Servus und Auf Wiedersehn!“.  

kon

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