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Seit Jahrzehnten leer gewesen

Endlich: „Schifferwirt“ in Laufen wird saniert – so sieht die Planung aus  

Nach etlichen gescheiterten Anläufen wird der historische Schifferwirt jetzt saniert.
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Nach etlichen gescheiterten Anläufen wird der historische Schifferwirt jetzt saniert.

Immer noch ziert das Wirtshausschild mit der typischen Salzachplätte das imposante gelbe Altstadthaus. Doch ein Gasthaus ist der „Schifferwirt“ schon lange nicht mehr.

Laufen – Schlimmer noch: Das Haus steht seit Jahrzehnten leer und nicht wenige fürchteten den kompletten Verfall. Doch nun soll endlich etwas passieren: Die Wohnbau Bayern GmbH will das Wohnhaus sanieren, Geschäft und Wohnungen schaffen und dort, wo früher das bekannte „Salettl“ stand, ein zweigeschossiges dreiteiliges Reihenhaus bauen. Vorerst ging es im Bau-, Umwelt- und Stadtentwicklungsplan lediglich um die Bauvoranfrage, um zu klären, ob das Gewünschte möglich ist.  

Trotz etlicher Anläufe und fertiger Konzepte, die die Stadt zum Teil mitfinanziert hatte, war man so weit wie jetzt noch nicht gekommen. Nicht zuletzt Horst Hieble hat sich viele Jahre für seine Stadt und eine attraktive Lösung eingesetzt. „Es ist Zeit, dass sich was tut“, stellte Bürgermeister Hans Feil dazu fest, doch sieht er den Bauwerber „in diesem sensiblen Umfeld“ noch vor einem „weiten Weg“. Denkmal- und Naturschutz werden hier ebenso mitreden wie das Landratsamt und das Sanierungs-Beratungs-Büro. Nicht zuletzt ist die Verkehrssituation mit der schmalen Durchfahrt nahe der Grenzbrücke problematisch.

Warnung vor einer „08/15-Lösung“

Das Altstadt-Sanierungsbüro mahnt schon jetzt ein behutsames Vorgehen an und warnt vor einer „08/15-Lösung“ bei dem neu zu bauenden Reihenhaus hinter dem historischen Gebäude. Dem Vorhaben werden voraussichtlich zwei der drei alten Bäume im Hof zum Opfer fallen, was im Sinne des Klimaschutzes und des städtischen Kleinklimas recht unerfreulich ist.

„Gab’s dort im Hof schon eine Bebauung?“, wollte Peter Schuster (Grüne) wissen, was Bauamtsleiter Werner Mitteregger – auch jenseits des Salettls – bejahte. Altstadtreferent Dr. Klaus Hellenschmidt (Freie Wähler) begrüßte das Vorhaben „absolut“, jedoch müsse ein Augenmerk auf die Sicht von Österreich gerichtet werden. „Da müssen wir uns einspreizen.“ Schuster sieht noch Fragezeichen bei der geplanten Tiefgarage, müsse doch erst ein Bodengutachten die Eignung bestätigen. Klar ist, die Gewölbekeller unter dem Schifferwirt sollen für Gewerbe mitgenutzt werden.

Wiedernutzbarmachung steht hoch im Kurs

Generell bewertet die Stadt den Nutzen einer Wiedernutzbarmachung dieses historischen Gebäudes nach „jahrelanger Verwahrlosung“ derart hoch, dass man Einschränkungen und Beschränkungen einzugehen bereit ist. Ausdrücklich betont die Verwaltung, dass dieses Brachliegen nicht dem jetzigen Bauherrn anzulasten ist. Sichtwort Bauherr: „Ist diese Wohnbau GmbH auch Eigentümer?“, fragte Hellenschmidt. „Bauherr und Antragsteller müssen nicht Eigentümer sein“, erwiderte Feil mit Verweis auf Nichtöffentlichkeit. Soll heißen: Der Eigentümer ist ein anderer. „Der Verkehr ist bei jedem Altstadtgebäude, wo neuer Wohnraum entsteht, ein Thema“, relativierte Werner Eckl (Die Linke) das „Problem“. Hier müsse man einfach „in den sauren Apfel beißen.“

Wie es denn mit den Stellplätzen aussehe, fragte Barbara Winkler (ÖDP) nach. „Ein Stellplatz je Wohneinheit“, erwiderte Mitteregger, „für Besucher braucht es keine und wenn ein Gewerbe der Altstadtbelebung dient, können wir die Anforderungen reduzieren.“ Insgesamt ist der Bauamtsleiter entspannt: „Die Stellplätze werden ausreichend sein.“ 

Kritikpunkte des Sanierungsbüros finden wenig Anklang

Den Kritikpunkten des Sanierungsbüros mochte sich der Rathauschef nicht uneingeschränkt anschließen. „Im Gegenteil bin ich froh über die Tiefgarage und den Stellplätzen auf eigenem Grund.“ Die Mahnungen des Beratungsbüros nahm der Ausschuss lediglich zur Kenntnis. 

Wer sich gerne in der Sitzung geäußert hätte, war Stephan Groitl, Wirt vom benachbarten Gasthaus Greimel. Doch der Bürgermeister unterband dessen Beitrag und verwies auf die anstehende Beteiligungsmöglichkeit am Verfahren. „Im Übrigen kannst du mir deine Meinung jederzeit aufs Auge drücken“, meinte Feil schmunzelnd. Der Bauvoranfrage stimmte der Ausschuss geschlossen zu.  

Hannes Höfer

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