Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Düstere Aussichten nach Höhenflug

„Horrorszenario“ - Laufener Bürgermeister blickt auf finanzielle Lage und in die Zukunft

Bürgermeister Hans Feil
+
Bürgermeister Hans Feil

Die finanzielle Lage ist gut, die Aussichten sind düster. Bürgermeister Hans Feil sprach in der Laufener Salzachhalle von einem möglichen „Horrorszenario“, das auf die Salzachstadt zukommen könnte. In eineinviertel Stunden arbeitete das Stadtoberhaupt die wichtigen Themen der Gemeinde ab; allen voran die Finanzen. Das Interesse der Bürger hielt sich freilich in Grenzen. Neben einem Dutzend städtischer Mitarbeiter, einem halben Dutzend Stadträten fanden sich gerade mal 15 Interessierte ein.

Laufen – Es ist Krise. Corona noch nicht vorbei, es tobt seit Februar 2022 ein Krieg in Europa. Mehr als eine Million Menschen sind bislang nach Deutschland geflüchtet. 52 davon leben momentan in Laufen. Weil auch die Zahl der Asylbewerber stark zunehme, erwartet Feil, dass erneut Turnhallen belegt werden könnten. Darunter jene des Rottmayr-Gymnasiums. Das wirtschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt habe sich „Gott sei Dank“ normalisiert, abgesehen von diversen Sparmaßnahmen bei Heizung und Beleuchtung.

Feil gestand, dass man zum Zeitpunkt der Haushaltsaufstellung erwartet habe, auch die Stadt werde es „finanziell derbröseln“. Entsprechend vorsichtig sei man deshalb gewesen, was sich beim Gesamthaushalt von 24,9 Millionen jedoch noch nicht niedergeschlagen habe. Gestiegen seien erneut die Personalkosten, bei den Investitionen sei der Rückgang von rund 200 000 Euro bislang nur eine „leichte Bremsspur“. Bei der Gewerbesteuer habe die Stadt mit 3,5 Millionen Euro das beste Jahr ihrer Geschichte erlebt. Doch aufgrund der Vorzeichen habe man für 2022 mit lediglich 2,5 Millionen Euro kalkuliert, was insgesamt einen Einnahmerückgang von rund 800.000 Euro bedeutet hätte. Die Verschuldung zum Ende des Jahres gehe voraussichtlich auf 6,5 Millionen zurück, wovon 2,9 Millionen Euro langfristig durch Beiträge und Gebühren refinanziert werden.

„Von einer Überschreitung der Zehn-Millionen-Grenze sind wir momentan weit entfernt“, stellte Feil fest, „doch die tatsächliche Entwicklung schaut – Stand heute – komplett anders aus.“ Die heimischen Betriebe arbeiteten so gut, dass das Gewerbesteuer-Ergebnis des Vorjahres sogar noch übertroffen werden könnte. „Warum stelle ich das nicht als supertoll dar und male es in rosaroten Farben?“, fragte Feil. Seine Antwort: „Die mögliche Fallhöhe wird immer größer, sodass mir fast schlecht wird, wenn ich daran denke.“

Alle Prognosen sprächen inzwischen von einer kommenden Depression, die irgendwann auch die Laufener Betriebe erreichen werde. Die Gewerbesteuer 2023 werde vermutlich zurückgehen. Doch die Firmen würden derzeit nach den „guten Gewinnen“ des Jahres 2021 veranlagt, weshalb bei niedrigeren Erlösen 2023 Rückzahlungen fällig würden. Damit nicht genug: „Das Superjahr 2021 ist auch Bemessungsgrundlage für die Kreisumlage 2023, sodass wir mit Sicherheit deutlich mehr an den Landkreis abführen müssen.“ Schließlich sei mit einem Anstieg des Hebesatzes bei der Kreisumlage zu rechnen. In Folge erreichen die Stadt auch weniger Schlüsselzuweisungen des Freistaates.

Feil rechnet mit enorm steigenden Strompreisen und die Gehaltsforderungen der Gewerkschaften von bis zu zehn Prozent verschärften die Belastungen für die Kommunen. „Dann weiß ich nicht mehr, wie wir im nächsten Jahr einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen sollen“, so Feil, für den es kein Trost ist, „dass es vorher noch ganz andere zerreißt.“

„Glauben sie mir“, schloss Feil den Punkt Finanzen, „das von mir gezeichnete Horrorszenario ist leider nicht unrealistisch.“ Und dabei habe man vom Vermögenshaushalt, sprich den anstehenden Investitionen, noch gar nicht gesprochen. Darüber und über die Wortbeiträge berichten wir gesondert.

Hannes Höfer

Kommentare