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Schulbau in Laufen in der Schwebe

Utopische Kosten: 21,7 Millionen Euro für einzelnen Bauteil des Rottmayr-Gymnasiums?

Rottmayr Gymnasium Laufen
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Das Rottmayr-Gymnasium in Laufen ist zum Teil generalsaniert. Bauteil C befindet sich noch in der Schwebe. Ist der Neubau zu teuer?

Wie geht es weiter am Rottmayr-Gymnasium in Laufen? Die Kosten sowohl für Neubau als auch Generalsanierung erreichen utopische Höhen. Kann der Landkreis die zunehmende finanzielle Belastung noch schultern?

Bad Reichenhall/Laufen - Egal ob als Neubau oder generalsaniert - Bauteil C des Rottmayr Gymnasiums in Laufen wird mehr kosten als die bereits abgeschlossene Generalsanierung der Bauteile A und B zusammen. Und mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant.

Bauteil C am Rottmayr-Gymnasium Laufen: Neubau oder Generalsanierung?

Nach der Wiedereinführung von G9 hat sich das bisherige Raumprogramm als zu klein herausgestellt. Der Kreistag hat sich deswegen 2018 dazu entschieden, eine Machbarkeitsstudie für den Bauteil C zu erstellen. 2019 folgt die Entscheidung, neu zu bauen. 2020 beschloss das Gremium, den Neubau in „überwiegender Holzbauweise planen und errichten zu lassen“.

Doch die Planungen zeigten, dass die Kosten weitaus höher liegen werden, als ursprünglich angenommen. Deswegen wurde zusätzlich auch eine Generalsanierung des Bauteils C mit einem Neubau der Pausenhalle untersucht.

Realisierbar sind laut Christian Brinkmeier, dem Projektsteuerer, die Varianten 1 oder 6 c. Variante 5, bei der eine stützenfreie Aula mit Empore im Obergeschoss geplant war, lässt sich nicht realisieren.

Kosten doppelt so hoch als angenommen

Die Ergebnisse zeigen, dass ein kompletter Neubau (Variante 1) nach derzeitigem Stand rund 18,7 Millionen Euro kostet. Die Generalsanierung des Bauteils und der Neubau einer Pausenhalle (Variante 6 c) beläuft sich auf 15,9 Millionen Euro. Doch im Laufe der Bauzeit würden die Kosten jeweils auf geschätzte 21,7 bzw. 18,0 Millionen Euro steigen. Würde man an allen Ecken und Enden sparen, wären beide Varianten immer noch weit teurer als man noch vor zwei Jahren angenommen hätte.

Auch im Kreistag Thema: Klinik-Neubau: Ist Bad Reichenhall doch nicht „in trockenen Tüchern“?

Die Landkreisverwaltung empfiehlt, die Variante 1, also den Ersatzneubau des Bauteils C mit einer Pausenhalle, weiter planerisch zu verfolgen. Brinkmeier sieht in der Variante 1 eine „höhere Wertschöpfung pro Euro“. Außerdem seien die Kosten- und Terminrisiken niedriger als bei einer Sanierung des Bestandsgebäudes.

Kostenentwicklung „völlig unklar“

Die Preissteigerung der letzten Jahre sei „dramatisch“. Es sei auch „völlig unklar“, wie sich die Baukonjunktur weiter entwickeln werde, erklärt Brinkmeier. Landrat Bernhard Kern (CSU) spricht aus, was die Anwesenden im Kreisausschuss fühlen: Ernüchterung. Auch wenn Brinkmeier die Entwicklungen erklärt habe, also den Kostensprung von 9,76 auf 21,7 Millionen Euro, sei diese trotz alledem „heftig“.

Auch Franz Rasp (CSU) überschlägt die Kosten. „Die Planer präsentieren uns einen Preis von 8000 Euro pro Quadratmeter Nutfläche.“ Dies läge rund 65 Prozent über dem Fördergeld, das der Staat zahle, „nämlich 4830 Euro pro Quadratmeter“. „Da kommt eine Lücke von 6 Millionen Euro, die wir aufwendiger bauen, als der Staat sagt, dass man bauen sollte.“ Dazu kämen weitere 5 Millionen Euro für nicht förderfähige Flächen. Was hier Wunsch sei und was Notwendigkeit, fragt Rasp.

„Jetzt kostet das neue Ding mehr als die Sanierung von dem ganzen riesen Haus und das ist wirklich fit gemacht worden. Der ganze Werdegang ist unbegreiflich“, so Agnes Thanbichler (ÖDP). Auch das Planungsteam selbst sei bei dem Kostensprung aus allen Wolken gefallen, meint Brinkmeier.

Zurück auf Null? Kreistag entscheidet über nächste Schritte

Hans Metzenleitner (SPD) ist „hin- und hergerissen“. Langsam stelle sich die Frage, wie man die ganzen Vorhaben im Landkreis noch schultern solle. „Andererseits war es uns immer klar - Stichwort Bildungsregion Berchtesgadener Land - , dass wir unsere Schulen bestmöglich ausstatten und sanieren wollen.“ Man habe Beschlüsse gefasst und könne die Schule nicht im Regen stehen lassen. Es gebe laut Metzenleiter zwei Möglichkeiten: „Entweder zurück auf Null mit einer völlig neuen Planung oder wir müssen uns für eine der beiden Varianten entscheiden.“

8000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche seien jenseits jeglichen Vergleichswertes, so Dr. Bartl Wimmer (Grüne). „Ich habe gerade einen Holzbau fertig gestellt. Das ist lächerlich im Vergleich.“ Ein „Kassasturz“ sei jetzt notwendig. Wimmer sieht keinen Sinn in einem Beschlussvorschlag einzelner Baumaßnahmen. Man müsse erst die Finanzplanung für die Projekte im Landkreis machen.

„Am liebsten würden wir sagen, wir stoppen. Aber mir liegt etwas daran, das Projekt vorwärts zu bringen“, so Michael Koller (FWG).

Landrat Kern beendet die Debatte ohne einen Beschluss. Dies wird wohl dem Kreistag am 17. Dezember überlassen.

ce

 

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