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So geht es nun mit dem Projekt weiter

„Ökologisches Desaster“: Umstrittener Gymnasium-Bau beschäftigt Ausschuss in Laufen

Gebäude und Wappen des Rottmayr Gymnasiums Laufen
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Es geht um diesen weißgetünchten Bau hinter dem Schulschild. Der dunkle Teil links ist bereits saniert.

Nach der Zustimmung durch den Kreistag für den Teilneubau am Rottmayr-Gymnasium in Laufen beschäftigte sich nun der Bau-, Umwelt- und Stadteinwicklungsausschuss mit dem Projekt. Das Gremium kam dabei zu einem eindeutigen Ergebnis:

Laufen – Der Kreistag hatte sich lange mit dem sogenannten C-Trakt des Laufener Rottmayr-Gymnasiums beschäftigt. Letztlich stimmte das Gremium dem Abriss eines 24 Jahren alten Gebäudes und einem 20-Millionen-Neubau mehrheitlich zu. Mit dem Neubau soll eine große Aula entstehen. Doch davon ließen sich fünf Mitglieder des Laufener Bau-, Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses nicht beeindrucken. Sie lehnten am Dienstagabend den Bauantrag des Landratsamtes ab.

„Es geht um den berühmten Bauteil C“, stellte Bauamtsleiter Werner Mitteregger seiner Einführung in die „umfangreichen Pläne“ voran, machte aber gleichzeitig deutlich, dass zwei baurechtliche Anforderungen erfüllt sind: „Es liegt innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und fügt sich in die umgebende Bebauung ein.“ Konkret wird auf dem bestehenden Parkplatz ein Neubau entstehen, am jetzigen C-Trakt werden neue Autostellplätze geschaffen.

Für Erich Althammer (Grüne) ist zwar der Plan und die Gestaltung „okay“, sehe gut aus und entspreche wohl dem Wunsch der Schulleitung, doch ein „so relativ neues Gebäude“ abzureißen sei nicht in seinem Sinne. Die deutlichste Kritik formulierte Barbara Winkler (ÖDP): „Es ist eine unglaubliche Verschwendung, ein ökologisches Desaster und klimapolitisch unmöglich.“

„Es geht auch um unser Geld“

Die Energiekosten gingen nach oben und Vorhaben wie dieses – man kalkuliert mit etwa 20 Millionen Euro – trügen zu einer Erhöhung der Kreisumlage bei, also jenem Anteil, den Gemeinden an den Landkreis abführen müssen. Das unterstützte Dr. Klaus Hellenschmidt (Freie Wähler): „Es geht auch um unser Geld.“ Winkler will nicht ausschließen, dass in Folge Vorhaben der Salzachstadt wie der Umbau der eigenen Grund- und Mittelschule nicht verwirklicht werden könnten.

Irrsinnig in der heutigen Zeit“, beurteilte die Sozial-Referentin das Kreisvorhaben und zweifelte, ob man eine Pausenhalle mit 392 Sitzplätzen überhaupt brauche. Winkler erkennt darin zuvorderst „Begehrlichkeiten“, um mit einer Aula den Gymnasien in Berchtesgaden und Bad Reichenhall gleichzuziehen. Josef Steinmaßl (ufb) mochte sich dieser Sicht „nur anschließen: ökologisch völlig aus der Spur.“

Winklers Nachfrage nach Parkmöglichkeiten während der Bauphase beantwortete Bauamtsleiter Werner Mitteregger so: „Ausweichplätze gibt es nicht.“ Es werde sich während dieser Zeit auf die Anliegerstraßen erstrecken. „Es herrscht ja jetzt schon Chaos bei Elternabenden“, musste Winkler feststellen, was Mitteregger so konterte: „Wir können keine herzaubern.“ Dergleichen Probleme habe wohl jede Schule zwei-, dreimal im Jahr.

Auswirkungen auf alle 15 Kreisgemeinden

Es geht hier nur um Baurecht“, wollte Vizebürgermeisterin Brigitte Rudholzer, die in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters die Sitzung leitete, die Diskussion wieder in die Spur bringen. Und solches Baurecht dürfe nur verweigert werden, wenn sich das Gebäude nach Art und Maß nicht in die umgebende Bebauung einfüge und eine Erschließung nicht gesichert sei, wie Mitteregger erneut bekräftigte. Er appellierte, den Blick nicht auf den Stadthaushalt zu legen, denn Kreismaßnahmen wirkten sich stets auf alle 15 Kreisgemeinden aus.

Argumentative Unterstützung kam – außer von Rudholzer – aus dem Ausschuss nicht. Mit ihr stimmten lediglich Christian Sichert und Bernhard Salomon (beide CSU) für den Antrag. Die fünf Nein-Stimmen kamen von Dr. Klaus Hellenschmidt (FW), Barbara Winkler (ÖDP), Josef Steinmaßl (ufb), Peter Schuster und Erich Althammer (beide Grüne). Entschuldigt waren die Ausschussmitglieder Werner Eckl (Linke) und Vertreterin Gabriele Hirche (SPD). „Wir brauchen eine Begründung“, reagierte Mitteregger auf die Drei zu Fünf-Ablehnung, denn Verschwendung von Steuergeldern sei kein baurechtliches Argument.

Der Bauamtsleiter rechnet damit, dass das Landratsamt diese Ablehnung ohne Begründung durch eine eigene Zustimmung ersetzen wird. „Unser Beschluss wird sowieso ersetzt“, erachtete Steinmaßl eine Begründung als eher zweitrangig. „Okay, dann ohne Begründung“, schloss Mitteregger diesen Tagesordnungspunkt.

Hannes Höfer

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