"Wir lassen uns nicht zwangsalpinisieren"

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Laufen - Nächste Bewährungsprobe für den "Markenprozess BGL": In Laufen besteht man weiter auf die Unterschiede im Landkreis - das Abstimmungsergebnis überraschte daher schließlich.

Es war ein flammender Apell für den Rupertiwinkel, den Bürgermeister Hans Feil zu Beginn der Debatte hielt: "Der Rupertiwinkel ist das bayerische Salzburg - 17 Gemeinden, und das landkreisübergreifend. Wir haben eine eigene Identität und Begrifflichkeit. Der Rupertiwinkel lässt sich nicht zwangsalpinisieren." Wie auch schon am Montag in Freilassing befürchteten viele Stadträte, dass das Voralpenland beim "Markenprozess BGL" im Vergleich zu Bad Reichenhall und dem südlichen Landkreis den Kürzeren ziehen könnte.

Thomas Birner von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, neben der BGLT die treibende Kraft hinter dem Markenprozess, hielt dagegen: "Die Region gehört noch sehr stark zu den Alpen, auch wenn sie 15 oder 20 Kilometer weg ist. Der Rupertiwinkel mag zwar identifikationsstiftend sein, aber touristisch ist er kaum zu fassen und zu vermarkten. Jemand aus Hamburg oder dem Ruhrgebiet wird ihn trotzdem mit den Alpen verbinden."

Bunt gemischte Einwände

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Es war fast ausschließlich ein "Ja, aber", das den Laufener Stadträten am Dienstag zum Markenprozess einfiel. Die Einwände waren bunt gemischt: Werner Eckl stieß sich nicht nur am "selbstbeweihräuchernden" Adjektiv "kraftvoll", mit dem die Experten von "Brand Trust" den Landkreis beschrieben, sondern auch einer "wilden Ansiedelungspolitik", die der Stadt drohen könnte. Interessanterweise war man in Freilassing aus umgekehrter Logik skeptisch gegenüber dem Markenprozess, da man dort den Fokus eher auf dem Tourismus sah und zu wenig Schwung für die dortige Wirtschaft befürchtete.

Auch Michael Spitzauer blies ins selbe Horn: "Ich habe Angst, dass der Landkreis dann verkehrstechnisch noch besser erschlossen wird, eben weil der Landkreis so lebenswert ist, wie im Markenprozess herausgestellt wird. Dann könnten wir übermorgen die Marke wieder begraben, weil es bei uns so ausschaut, wie überall." Franz Eder bemängelte ganz grundsätzlich: "Ich habe noch nie gehört, was dieser Markenprozess für Laufen bringen sollte. Für Reichenhall? Ja. Aber für uns? Gar nix!"

Ein Kompromiss für das "Voralpenland"

So hart die Worte in der Diskussion auch klingen mochten: Der Stadtrat beschloss einstimmig, bei dem neuen Projekt mit dabei zu sein. Für Hans Feil gibt es auf Vermarktungsebene schlicht keine Alternative, auch Eckl befürchtete, man gehe unter, wenn man sich verweigere. Doch Eckl war es, der einen Kompromiss für die Stadt aushandelte: Der Bürgermeister, der ab nun stellvertretend für die Stadt am Prozess teilnehmen wird, wurde verpflichtet, sich dafür einzusetzen, dass das Voralpenland gleichwertig zu Bad Reichenhall und den Talkessel-Gemeinden berücksichtigt wird.

xe

Rubriklistenbild: © CSU Laufen

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