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Dieb wollte sein Gras klauen

Kurioser Fall in Laufen vor Gericht: Drogenbesitzer rief die Polizei selbst

Justitia
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Eine Figur der blinden Justitia.

Aus irgendeinem Grund hatte der Einbrecher zwei Kilogramm Marihuana in der Pidinger Wohnung vermutet. Und war dort eingestiegen. Verstört und „panisch“ verständigte der Mieter die Polizei. Die fand nicht nur den Einbrecher, sondern auch 480 Gramm Marihuana im Kühlschrank.

Laufen - Wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmittel in nicht geringer Menge stand der 37-jährige Sozialarbeiter vor dem Laufener Schöffengericht, wo er mit einer Bewährungsstrafe davonkam.

Eigenverbrauch finanzieren

Seinem „Stress“ war der Angeklagte nach eigenen Angaben mit Kokain und Amphetamin begegnet. Diese harten Drogen habe er jedoch durch das „weichere“ Marihuana ersetzen wollen. Der Pidinger räumte ein, er habe nicht alles selbst habe konsumieren wollen, sondern mit einem Teilverkauf seinen Eigenverbrauch zu finanzieren.  

Den späteren Einbrecher beschrieb er als „fernen Bekannten“, der ihn angesprochen und nach Drogen gefragt habe. Das hatte er bejaht und wenig später beim Aufsperren der Wohnungstüre die Überraschung erlebt. „Ich habe gehört, dass jemand in der Wohnung ist. Vor lauter Panik habe ich die Polizei gerufen.“ Den Beamten hatte der Besucher von den vermuteten zwei Kilo Gras berichtet, sichergestellt wurden dann die 480 Gramm. 

„Vielleicht haben sie die fehlenden eineinhalb Kilogramm schon verkauft“, spekulierte Vorsitzender Richter Martin Forster, „oder sie haben nur damit geprahlt.“ Beides verneinte der Angeklagte, wollte aber weder den Einkaufspreis noch den Lieferanten nennen. Ein Haargutachten bestätigte die Aufnahme einer großen Menge MDMA und Kokain, nicht aber THC. Gleichwohl: „Ein beabsichtigter Wechsel zu Marihuana ist nicht zu widerlegen“, gestand Staatsanwältin Helena Neumeier, die trotz eines gewissen Eigenkonsums das Maß der „nicht geringen Menge“ immer noch deutlich überschritten sah. Sie beantragte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten, die sie auf drei Jahre zur Bewährung aussetzen wollte. Daneben forderte sie eine Geldauflage von 1600 Euro. 

Kein unbeschriebenes Blatt

Der Angeklagte hat acht Einträge im Bundeszentralregister und eine halbjährige Haftstrafe hinter sich. „Das liegt alles 15 Jahre und mehr zurück“, relativierte Rechtsanwalt Jürgen Pirkenseer diese Vorstrafen. Weil sein Mandant den Konsum „eingestellt“ und eine feste Arbeitsstelle hat, hielt der Verteidiger 15 Monate auf Bewährung für ausreichend. Der Angeklagte erklärte dieses Verfahren zum „Dämpfer“ und zur „Chance für mich“. 

„Niemand kauft 500 Gramm für den Eigenbedarf“, stellte Vorsitzender Richter Martin Forster den angeklagten Handel außer Frage. Die im Raum stehenden zwei Kilogramm schloss er jedoch wegen der erforderlichen hohen Einkaufssumme aus. Der Pidinger steht bei einem Strafmaß von eineinhalb Jahren jetzt für drei Jahre unter Bewährung. Ein Drogenkonsum ist untersagt und das wird auch kontrolliert. Der Einbrecher steht demnächst in Laufen vor Gericht. 

hhö

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