Aula ja, Abriss Bauteil C und Neubau mit Aula wahrscheinlich

Kreisausschuss: Rottmayr-Gymnasium bekommt eine Aula

+

Laufen - Die 613 Schüler des Rottmayr-Gymnasiums werden derzeit schon während einer laufenden Generalsanierung unterrichtet, bald könnte eine neue Großbaustelle dazukommen. Der Kreisausschuss, also der „kleine Kreistag“, beschloss Mittwochvormittag bei einer Gegenstimme, dass das Gymnasium eine Aula bekommen soll, zwei Varianten werden nun weiter untersucht.

Entweder soll der 1999 fertiggestellte Bauteil C komplett abgerissen und neu gebaut werden, dann inklusive einer Aula und einer Pausenhalle oder der Bauteil C soll generalsaniert werden und in einem Teilneubau auf dem jetzt noch bestehenden Parkplatz eine Aula bekommen.

Im Klassenraum 105 im Bauteil A tagte heute der Kreisausschuss, zuvor hatten die Mitglieder bereits die Schule und insbesondere den Bauteil C besichtigt. Dieser war erst 1999 gebaut worden und beherbergt derzeit sowohl Schulklassen, als auch einen Mehrzweckraum. Schulleiter Maurice Flatscher nutzte den Rundgang mit den Politikern dafür, Argumente für eine eigene Aula an den Mann zu bringen. „Eine Aula ist das Herz der Schule, da treffen sich alle, da findet schulisches Leben statt“. Die Schule habe rund 15 größere Veranstaltungen im Jahr, diese müssten bisher alle entweder im Turnsaal oder in der Mehrzweckhalle stattfinden, die aber beide nicht geeignet seien. 

Mit einer neuen, ebenerdigen Aula könne man mit Konzerten oder Theateraufführungen die Schulqualität steigern. „Wir haben auch eine rührige Schülervertretung, die wollen öfters Vollversammlungen abhalten, auch dafür fehlt bisher der Platz“, so Schulleiter Flatscher. Außerdem habe sich im Zuge der „Fridays for future“-Bewegung an der Schule eine „Jetzad für späda“-Initiative gegründet, Vorträge zum Beispiel zum Thema Energiesparen könnten in einer Aula auch Kindern von anderen Schulen präsentiert werden.

Studie 2018: Bauteil C ersetzen


Das Rottmayr-Gymnasium hat neben dem neuen Turnsaal und dem Verwaltungsgebäude drei Bauteile, A, B und C. Die Teile A und B wurden und werden generalsaniert, Bauteil C im Westen des Areals sollte eigentlich ersetzt werden, so ein Grundsatzbeschluss des Kreistages im Oktober 2018. Damals war man sich aber nicht einig, ob die Schülerzahlen einen Neubau rechtfertigen und ob nicht Flächen entstehen, die am Ende nicht gefördert würden. Nun sei der Wunsch nach einer Aula dazugekommen, „wir müssen also heute grundsätzlich entscheiden, soll das Rottmayr-Gymnasium eine Aula bekommen wie es die Schulen in Berchtesgaden und Bad Reichenhall schon haben oder genügt eine Pausenhalle?“. Grabners Präferenz und die der Mehrheit der Kreisräte war schnell erkennbar, „Ja, auch das Rottmayr-Gymnasium soll eine Aula haben“, so der Landrat.

Von insgesamt vier Varianten mit Kosten zwischen 8,6 Millionen Euro (Neubau C ohne Aula) bis zu 9,2 Millionen Euro (Neubau C mit Aula und Pausenhalle) sollten am Ende nur zwei Varianten weiter untersucht werden, in einer Variante wird der C-Trakt saniert und eine neue Aula sozusagen angebaut, der jetzige Parkplatz würde dann wegfallen. Die Alternative ist der völlige Abriss des 20 Jahre alten C-Traktes und der Neubau inklusive der Aula.

Markus Hiebl vom zentralen Gebäudemanagement des Landkreises präsentierte dem Ausschuss die Fakten, die Frage sei am Ende, ob die Schule eine Aula brauche und wie man diese bauen wolle. In der Variante „Ersatzneubau mit Aula“ stünden in der ebenerdigen Aula Plätze für 442 Personen zur Verfügung, in einer kleineren Aula im 1. Stock 118 Plätze, dazu Klassenräume. Ob die Variante „Teile von C erhalten und Aula anbauen sinnvoll ist müssen wir kritisch hinterfragen“, so Hiebl. Gegen eine Sanierung des Bauteils C spricht auch ein Wasserschaden, der im Mai dieses Jahres nach den starken Regenfällen aufgetreten ist. Ein verstopftes Regenwasser-Rohr habe dazu geführt, dass Wasser in die Lichtschächte eingedrungen sei, für die nötigsten Reparaturen wie Trocknen und Ausmalen seien schon 50.000 Euro veranschlagt, wenn der Estrich auch noch ersetzt werden müsse komme das noch viel teurer.

Josef Flatscher: „Jede Schule hat eine Aula verdient“


In der Diskussion der Kreisräte stellte sich schnell heraus, dass eigentlich alle einen Neubau bevorzugen, einzig ÖDP-Kreisrätin Agnes Thanbichler verweigerte sich. Sie sei zwar prinzipiell auch für eine Aula, „aber ich bin gegen die Vernichtung von Ressourcen“, der Trakt C sei gerade einmal 20 Jahre alt, „vor zwei Jahren war das Haus noch nicht schlecht“. Man könne nicht die Kinder für den Klimaschutz demonstrieren lassen und dann nicht entsprechend handeln, sie forderte eine Ökobilanz für alle vier Varianten. „Dafür habe ich nicht das Personal und nicht das Geld“, konterte der Landrat, der nur zwei Varianten untersuchen lassen will, „warum soll ich Varianten untersuchen lassen die nicht machbar und nicht sinnvoll sind?“

Mehr als großes Verständnis für den Bau einer Aula zeigte SPD-Kreisrat und Schulleiter in Bischofswiesen, Hans Metzenleitner. „Eine Schule dieser Größe ohne Aula ist ein Schildbürgerstreich, das gleiche Problem haben wir auch bei uns in Bischofswiesen“. Der Landkreis habe auch alle anderen Schulen in seiner Verantwortung saniert und sehr gut ausgestattet. Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser meinte, man solle nicht „herumbasteln“ sondern jetzt einen Neubau beschließen. Für die Freien Wähler sagte Thomas Resch, dass für ihn Klassenzimmer im Keller keine Option seien, wie in einer Variante vorgestellt. „Für mich ist ein Umbau eines 20 Jahre altes Gebäudes ein ökologischer Wahnsinn“. In den Reigen der Befürworter stimmten auch Elisabeth Hagenauer von den Grünen („Es ist schlüssig, die Schule braucht eine Aula“) und Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher ein („Jede Schule verdient eine Aula“).

Bereits 2016 hatte der Kreistag die Generalsanierung des Rottmayr-Gymnasiums beschlossen, 14,6 Millionen Euro wurden für die Bauteile A und B, sowie das Verwaltungsgebäude in die Hand genommen, im Bauteil C sollten ursprünglich nur kleinere Arbeiten vorgenommen werden. Im Oktober 2018 stoppte der Kreistag den dritten Bauabschnitt, um die Folgen des wieder eingeführten G9-Zuges zu überdenken. Damals zeigte eine Machbarkeitsstudie, dass der Neubau vom Trakt C die wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung sei.

Michael Hudelist

Zurück zur Übersicht: Laufen (Salzach)

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT