Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Laufen

18 Fragen an Michael Spitzauer (Bündnis 90/Die Grünen)

Fordert den amtierenden Bürgermeister von Laufen heraus: Michael Spitzauer (Bündnis 90/Die Grünen).
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Fordert den amtierenden Bürgermeister von Laufen heraus: Michael Spitzauer (Bündnis 90/Die Grünen).

Laufen - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Laufen wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Michael Spitzauer (Bündnis 90/Die Grünen).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Michael Spitzauer


2. Partei

Bündnis90/Grüne

3. Alter

53 Jahre, bald 54

4. Wohnort

Leobendorf seit meinem 2. Lebensjahr

5. Geburtsort

Teisendorf

6. Familienstand

verheiratet mit Silke Spitzauer

7. Kinder

2 erwachsene Töchter aus meiner 1. Ehe (Sarah 27 Jahre u. Carina 24 Jahre), mit meiner jetzigen Frau 1 gemeinsames Pflegekind seit 4,5 Jahren (Flüchtling, 18 Jahre, in der Ausbildung)

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • seit meiner Jugend Förderer von Greenpeace, 
  • wir waren 2001 die erste Metzgerei in Süddeutschland, die bei Schweinen auf GVO-freie Fütterung umgestellt hatte, 
  • zwischenzeitlich wollten mich die Freien Wähler anwerben, aber nach dem Hinweis, ich müsse schon im Sinne der Partei und nicht nach meinem eigenen Gewissen abstimmen, was ich natürlich vehement ablehnte, wurde ich von den damaligen Vorsitzenden nicht mehr eingeladen. Ist heute vielleicht anders, kann ich nicht beurteilen. 
  • dann kamen die Grünen, hier fühle ich mich wohl und zu Hause. Wir sind unabhängig, auch in der Entscheidung. Für die Menschen, Land und Natur, nachhaltig und sozial denkend. 
  • ich war Stadtrat (Grüne) von 2014 bis 2015, musste mein Amt durch einen beruflichen Wechsel aufgeben, was mir sehr leid tat, aber ich sah mich deshalb für mindestens ein Jahr nicht im Stande, meine Arbeit im Stadtrat gewissenhaft auszuüben, was für mich grundvoraussetzung für dieses Amt ist.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

  • Sepp Daxenberger: für die Heimat, gemeinsam für die Zukunft, Ehrlichkeit 
  • Helmut Schmidt: kühler Kopf, klare Haltung

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Hier ist meine Heimat, hier bin ich aufgewachsen, hier lebe ich, hier ist es einfach schön, hier will bis zum Schluss glücklich sein.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ob ich der „Richtige“ bin, oder war, sollen die Menschen beurteilen. Ich weiß, dass ich auf die Menschen zugehen werde, mit „allen“ reden werde, mir „jeder“ wichtig ist. Ungerechtigkeit, Ausgrenzung, dagegen habe ich mich schon in meiner Kindheit widersetzt, anderen geholfen. Fleiß, das haben mir meine Eltern vorgelebt; sie sind die fleißigsten Menschen, die ich kenne. Und ich denke, dass ich das auch immer war, und sein werde. Ich bin in einem Metzgereibetrieb aufgewachsen und habe diesen dann lange mit meiner ersten Frau Marianne geführt, da wurden Probleme einfach und schnell gelöst. Ich will ein erhöhtes Tempo bei Entscheidungen und Umsetzungen, und da will ich die Bürger frühzeitig mit einbinden. Jammern, schimpfen und nur tatenlos zusehen, das liegt mir nicht, ich will was tun.

12. Was möchten sie besser als ihr Vorgänger machen?

Schule Leobendorf, Trinkwasser, usw., da gibt es natürlich verschiedene Ansichten. Anderen ihre Fehler oder Versäumnisse vorzuhalten, ist aber nicht der richtige Weg, da werden die Mauern und Gräben immer größer. Ich will bürgernah und ansprechbar sein, offen und transparent handeln, zusammen und gemeinsam nach Wegen suchen, um Probleme zu lösen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die Verkehrssituation in und um Laufen. Mit dieser weiteren Entwicklung steht und fällt die weitere Zukunft Laufens. Wir brauchen eine Ortsumfahrung, dringend!. Eine Null-Lösung darf es nicht geben. Und ohne eine stadtnahe Brücke im Süden Laufens ist alles nur eine halbe Sache. Da jetzt der Bahnausbau feststeht, hat sich die Situation für Laufen grundsätzlich geändert. Ich bin bereit, eine Bahntrasse erneut in Erwägung zu ziehen, wenn alle Menschen überzeugt werden können, dass diese auch für sie von Vorteil wäre. Die Bahnanwohner haben zu Recht Sorge vor der Ortsumfahrung an der Bahnlinie, zusätzlich zum Bahnausbau. Eine gemeinsame Troglage wäre für sie und Laufen vielleicht vorteilhafter. Wichtig ist mir unsere schöne Landschaft, mit Anwohnern und Landwirten, aber miteinander und nicht gegeneinander. Sowohl dem Straßenbauamt, der Bahn, allen Ämtern und Behörden möchte ich gemeinsam einen Vorschlag anbieten, um eine einfachere und schnellere Umsetzung möglich zu machen, ohne Streitigkeiten und Klagewellen erwarten zu müssen. Ich möchte die Menschen „drent der Salzach“, also Oberndorf, dazu bewegen, ein gemeinsames Ziel, nämlich den Bau einer Brücke zu realisieren, für die gemeinsame Lebensqualität.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  • Zusammenhalt, Miteinander stärken: im Stadtrat und Verwaltung, unter uns allen 
  • monatlich eine Bürgermeister-Sprechstunde abhalten: jeden anhören und ernst nehmen 
  • mehr sozial helfen und unterstützen, z.B. Jugendzentrum, Mehrgenerationenhaus

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Entwicklung eines nachhaltigen Entwicklungskonzeptes für Laufen. Bauland muß vor allem nachhaltig und sozial verträglich ausgewiesen werden. Bauland nach dem § 13b auszuweisen, also schnell und ohne die meisten Bestimmungen zu Umwelt- u. Naturschutz und ohne Ausgleichsflächen, war ein Riesenfehler, schon vom Gesetzgeber her. In Zukunft ist es wichtig, sparsam mit den Flächen umzugehen. Wir müssen Bauen ermöglichen,welches nachhaltig, sozial verträglich, bezahlbar und ausgewogen ist. Wir müssen den tatsächlichen Bedarf und Möglichkeiten der Innenraumverdichtung erfassen und nutzen; auch Alternativen zum Einfamilienhaus. Bei Vergabe von Bauplätzen sollten soziale Baugenossenschaften und –gesellschaften bevorzugt werden vor Bauträgern und Spekulanten.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

  • nachhaltige Siedlungs- u. Bauformen 
  • Verbleib in der Ökomodellregion 
  • endlich ein gut ausgebautes Fußgänger- und Radfahrernetz 
  • ÖPNV: Planungsgruppe wie in Kirchanschöring, Bahn und Busse besser abstimmen, Stadtbus erweitern, beim Bahnausbau zeitig und gut einzuwirken versuchen 
  • Regionalität und Bio unterstützen, Wochenmärkte erweitern, Einkauf nur vor Ort 
  • Jede Entscheidung sollte dem Prinzip der Nachhaltigkeit unterworfen werden.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Es sollte jedem klar sein, man kann jahrzehntelange Fehlentwicklung nicht in kurzer Zeit rückgängig machen. Nur über Bauern schimpfen geht überhaupt nicht, wir alle sind gefordert und müssen die Sorgen unserer Landwirte ernst nehmen. Ich mache mir hier viele Gedanken, wie man vor Ort helfen kann: Regionalität, kurze Wege (Schlachthof Laufen), weg von der Billigware, Blühstreifen, Randstreifen und Säume durch Heckenbepflanzung, Laufener Bioweizen. Die Bauern brauchen faire Preise für ihre Produkte, ich möchte ein Bewusstsein dafür entwickeln.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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