Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Laufen

18 Fragen an Hans Feil (CSU)

Will sein Amt behalten: Laufens Bürgermeister Hans Feil (CSU).
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Will sein Amt behalten: Laufens Bürgermeister Hans Feil (CSU).

Laufen - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Laufen wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Hans Feil (CSU).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Hans Feil


2. Partei

Christlich-Soziale Union (CSU)

3. Alter

50

4. Wohnort

Laufen (seit der Geburt)

5. Geburtsort

Laufen

6. Familienstand

getrennt lebend

7. Kinder

2 erwachsene Töchter 

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

1996 wurde ich 3. Bürgermeister, 2002 2. Bürgermeister und seit 2008 darf ich 1. Bürgermeister der Stadt Laufen sein. Seit 2002 bin ich auch Mitglied des Kreistags.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Politische Vorbilder habe ich keine. Es gibt aber immer wieder Charaktereigenschaften, die ich an anderen Politikern bewundere, zum Beispiel an Überzeugen festzuhalten und diese auch zu vertreten, dazu Fleiß, Seriosität und Berechenbarkeit.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich bin in Laufen geboren und aufgewachsen, also hier verwurzelt. Mein Urgroßvater war schon Bürgermeister von Leobendorf. Ich habe hier mein ganzes Leben verbracht. Diese Stadt ist meine Heimat. Besonderheiten hat Laufen viele. Zunächst einmal die einmalige Lage im Voralpenland, von der Salzachschleife bis hin zum Abtsdorfer See. Die meisten Besonderheiten resultieren aber aus der Geschichte der Stadt. Unsere schöne, historische Altstadt, die Länderbrücke im Jugendstil, unsere Stiftskirche. Aber auch die Kulturlandschaft in unseren landwirtschaftlich geprägten Ortsteilen wie Leobendorf und Triebenbach. Natürlich auch die Grenzlage zu Österreich. Mit Oberndorf ist die Stadt Laufen eine Stadt, die durch einen Fluss geteilt in zwei Ländern liegt. Davon gibt es weltweit nicht sehr viele.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Man behauptet von mir, dass ich viele der Eigenschaften besitze, die ich bei der Frage 9 aufgezählt habe. Darüber hinaus halte ich mich für ehrlich. Ich denke, dass ich in meinen zwei Amtszeiten als Bürgermeister beweisen konnte, dass ich das Amt tatsächlich ausfüllen kann. Und ich habe die Lust und die Energie Laufen noch weiter nach vorne zu bringen. Inzwischen kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Nach zwei Wahlperioden als 3. Und dann 2. Bürgermeister und jetzt zwei Wahlperioden als 1. Bürgermeister verfüge ich auch über sehr viel Erfahrung. Dass es mir gelingt auch parteiübergreifend sehr gut zusammenarbeiten zu können, beweist die Tatsache, dass die allermeisten Stadtratsbeschlüsse der letzten Wahlperiode einstimmig gefasst wurden.

12. Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht?

Ein Bürgermeister kann alleine gar nichts erreichen. Dazu braucht er Mehrheiten im Stadtrat und eine Verwaltung, die dann die Beschlüsse umsetzt. Glücklicherweise gab es in der letzten Wahlperiode für viele Projekte große Zustimmung im Stadtrat über Parteigrenzen hinweg und tolle Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, die oft über sich hinauswachsen. Deshalb war es möglich, in Laufen den städtischen Kindergarten und Kinderhort (Haus für Kinder) neu zu bauen, genauso wie das neue Feuerwehrhaus in Laufen und ein neues Sanitärgebäude am Campingplatz. Die Tiefgaragen am Briouder Platz und vor dem Rathaus, sowie das Rathaus selbst wurden generalsaniert, das städtische Archiv auf einen zeitgemäßen Stand gebracht und in Leobendorf wurde der Dorfplatz neugestaltet. In der Altstadt wurde ein Parkraumkonzept mit Anwohnerparken umgesetzt und eine Testphase mit einem Kreisverkehr in der Schloßstraße erfolgreich abgeschlossen. Wichtig war auch die Entwicklung des Gewerbegebiets in Niedervillern und die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets „Lepperding“.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die größte Herausforderung ist zur Zeit der Verkehr. Allerdings erwarten wir in diesem Jahr den Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumfahrung Laufen, die eine spürbare Entlastung bringen wird. Darüber hinaus ist aber nach wie vor eine zusätzliche Salzachquerung zur Entlastung der Altstadt dringend notwendig. Hier ziehen Laufen und Oberndorf an einem Strang. Und es bedarf eines Ausbaus des ÖPNV. Hier arbeiten wir aktiv an der Erstellung des Nahverkehrskonzepts des Landkreises mit, dessen Ergebnisse dann auch umzusetzen sind.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Obwohl es gelungen ist, die Steuerkraft in der Stadt Laufen in den letzten Jahren stark zu steigern, dürfen wir hier nicht nachlassen. Wir brauchen noch mehr Betriebe und Arbeitsplätze vor Ort, denn der Arbeitsplatz vor Ort ist nicht nur ein Stück Lebensqualität, sondern auch ökologisch sinnvoll. Trotz Kinderkrippe, neuem Kindergarten und Kinderhort brauchen wir eine gezielte, am Bedarf ausgerichtete Weiterentwicklung der Kinderbetreuungsangebote, was auch neue Bauvorhaben notwendig machen wird. Derzeit haben wir unter anderem deshalb begonnen, das Areal der Grund- und Mittelschule in Laufen komplett zu überplanen. Dabei denken wir auch an eine turnierfähige Mehrfachturnhalle, die auch allen sporttreibenden Vereinen im Gemeindegebiet der Stadt Laufen zur Verfügung stehen wird. Dieses Projekt soll nach der Generalsanierung und dem Teilabbruch/Teilneubau der Grundschule in Leobendorf angegangen werden. Und die Planungen für den Neubau des Feuerwehrhauses in Leobendorf, das nach dem Feuerwehrbedarfsplan dringend notwendig ist, sind im vollen Gang.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Laufen wächst. Seit meinem Amtsantritt im Jahr 2008 ist die Zahl der Einwohner von knapp 6.600 auf rund 7.300 gestiegen. Die erstellte Sozialraumanalyse hat ergeben, dass wir in Laufen über eine gute Mischung verfügen: Es gibt ein ausgewogenes Verhältnis der Wohneigentumsformen, Wohnungsgrößen, von hochpreisigem Wohnraum und Wohnungen zu sozial verträglichen Preisen. Dieses Verhältnis gilt es bei dem erwarteten Einwohnerzuwachs zu bewahren. Deshalb brauchen wir Eigentumswohnungen in allen Preiskategorien und Größen, genauso wie Mietwohnungen und das klassische Einfamilienhaus, für das es nach wie vor eine große Nachfrage gibt. Die Stadt hat jedoch bereits die Weichen gestellt, dass in den nächsten Jahren in allen Bereichen das Angebot steigen wird und der von der Sozialraumanalyse prognostizierte Einwohnerzuwachs bewältigt werden kann. Darüber hinaus werden wir bei Bedarf Mehrgenerationenhäusern und alternative Wohnformen ermöglichen.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Das Thema war der Stadt Laufen bereits in den letzten Jahren sehr wichtig. Das sieht man u.a. an der Einführung des Elektro-Bürgerautos und der Ladestation für E-Bikes vor dem Rathaus, aber auch an dem von der Stadt gemeinsam mit der Stadt Oberndorf begonnenen Intereg-Projekt „Fahrradberatung“ mit dem der Radverkehr in Laufen und Oberndorf verbessert, aktive Mobilität attraktiver gestaltet und durch Bewusstseinssteigerung möglichst viele für das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel, insbesondere für Kurzstrecke motiviert werden sollen. In den nächsten Jahren werden wir wie bisher die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED fortsetzen. Ein wichtiges Projekt ist auch die Nutzung der Tiefengeothermie gemeinsam mit der Gemeinde Kirchanschöring. Zum Klimaschutz gehört aber auch die Erhaltung des Lebensraums. Die geplante „ökologischen Aufwertung und Verlegung des Stadtbachs verbunden mit einem Hochwasserschutz für die Steinerne Gasse“ ist eine große Chance für eine naturnahe Salzachau, aber auch für einen Hochwasserschutz, der sonst in absehbarer Zeit nicht zu realisieren wäre.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Mir ist diese ganze Diskussion viel zu einseitig verlaufen. Man kann nicht einen einzelnen Berufsstand derart an den Pranger stellen und für alles Unheil der Welt alleine verantwortlich machen. Unsere Umwelt zu schützen und zu bewahren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der jeder Einzelne gefordert ist. Die Stadt Laufen ist hier in den letzten Jahren bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. Wir verzichten seit Jahren auf den Einsatz chemischer Unkrautvernichtungsmittel und auch mal auf das frühzeitige Mähen, wie man im Naturdenkmal „Alter Friedhof“ sehen kann. Das Anlegen von Blühstreifen und die Pflanzung von Obstbäumen sollen wie bisher fortgesetzt werden.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Egal für welche Kandidatin, oder Kandidaten, für welche Partei oder Gruppierung Sie sich auch entscheiden – stärken Sie unsere Demokratie: Bitte nutzen Sie in jedem Fall die Möglichkeit zur Wahl!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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