Interview mit 38-jährigem Familienvater

Vom "Mister Bayern" zum "Mister CSU": Stephan Schwindt will in den Stadtrat

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„Mister Bayern“ Stephan Schwindt 2013 bei einer Veranstaltung in Freilassing, hier mit „Miss Bayern“ Julia Althammer aus Ainring.

Laufen - Als Lückenfüller wurde Stephan Schwindt 2001 als Bayer „Mister Salzburg“, später dann „Mister Bayern“, jetzt will er sozusagen „Mister Stadtrat“ werden, also für die CSU in den Laufener Stadtrat einziehen. Im Interview spricht der 38-Jährige über seinen Werdegang und seine Ziele:

Einen großen Fan hat er schon, obwohl dieser ihn gar nicht wählen darf: sein neunjähriger Sohn Nico. „Er ist sehr interessiert und jedes Mal wenn ich aus dem Rathaus komme fragt er neugierig ‚Hast du wieder mit dem Bürgermeister gesprochen? Über was?‘“. Die Klasse seines Sohnes habe im Rahmen des Unterrichts das Rathaus besucht und dabei auch den Bürgermeister kennengelernt. Gut möglich, dass Schwindt seinem Sohn ab Mai noch mehr über die Stadtpolitik aus erster Hand berichten kann.


"Ich bin ein Fan von Fakten"

Die Politik habe ihn schon lange interessiert, „seit wir 2016 hier gebaut haben habe ich das Geschehen auch mehr beobachtet, und mit drei Kindern im Alter von zwei, vier und neun Jahren bekommst auch alles mit, also zum Beispiel was passiert im Kindergarten, was in der Schule, was im Sportverein“. Seit 2016 ist er auch Fußballtrainer beim SV Laufen, auch hier habe er immer wieder Kontakt mit der Stadtpolitik gehabt bei der Forderung nach einer turnierfähigen Sporthalle. 

Stephan Schwindt kandidiert erstmals für die CSU in Laufen, er will sich vor allem für Belange von jungen Bürgern einsetzen.



Als sein Sohn in die Grundschule kommt wird Schwindt Vorsitzender des Elternbeirates der Schule und hat damit noch mehr Kontakt mit dem Eigentümer des Gebäudes, der Stadt. „Dabei merkte ich, wie wichtig Kommunikation ist, also das miteinander reden“. Er hat den Eindruck, dass in der Vergangenheit oft nicht die Fakten das Wichtigste gewesen wären, „aber ich bin ein Fan von Fakten“. Ende 2018 wird er von einem Unternehmerfreund gefragt, ob er nicht dem CSU-Unternehmerverband beitreten möchte, es folgte der Ortsverband und nun findet sich Schwindt auf dem aussichtsreichen neunten Listenplatz der CSU für die Kommunalwahl am 15. März. Seine Motivation: „Es geht um meine Stadt, hier möchte ich für die Bürger ein paar Initialzündungen starten, also mit jüngeren Augen die Jugendarbeit der Stadt und die Probleme junger Laufener betrachten, also zum Beispiel die aktuelle Wohnsituation“. Warum ausgerechnet CSU? „Ich konnte mit keiner anderen Partei anbandeln“.

Ein Bayer wird „Mister Salzburg“

Geboren ist Schwindt am 14.3.1981 in München, dort wächst er auch auf, 2001 zieht er „der Liebe wegen“ nach Laufen, macht eine Kfz-Mechaniker Lehre bei VW Audi Oberauer in Grassau, besucht die Berufsoberschule in Traunstein und studiert später an der Technischen Hochschule Rosenheim Produktions- und Steuerungstechnik, 2007 schließt er das Studium mit dem Dipl. Ing. (FH) ab.

2001 beginnt Schwindts Modelkarriere, die er aber nur „Just for fun“ betreibt, er wird als Lückenfüller bei der „Mister Salzburg“-Salzburg in Jonnys Disco in Oberndorf angemeldet und gewinnt. Ebenfalls spontan macht er Ende 2012 bei der Wahl zum „Mister Bayern“ mit und gewinnt, außer ein paar Gutscheinen für Trachtenmode bringt ihm das aber nicht viel. Zeit für meist unentgeltliche Auftritte hat er ohnehin nicht, denn 2008 macht sich Schwindt selbstständig als Ingenieur, erst als freier Dienstleister für andere Ingenieurbüros, 2013 kapselt er sich ab und gründet zusammen mit seinem Vater Gert das eigene Unternehmen „Schwindt Engineering“.

„Man kann nicht Everybodys Darling sein“

Auch wenn er auf Listenplatz 9 entsprechend auf Plakaten und Flyern auftaucht sei es nicht sein oberstes Ziel, in den Stadtrat zu kommen, wenn er auch Gefallen an den Gesprächen mit den Bürgern an Infoständen hat. „Man muss sich trauen die Leute einfach anzusprechen, aber klar ist auch, man kann nicht Everybodys Darling sein“, so Schwindt mit seiner realistischen Einschätzung.

hud

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