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„Ein zutiefst christlicher Dienst“

Feuerwehr verbindet in Laufen Fahrzeug-Segnung mit Tag der offenen Tür

 Gesegnet und offiziell in Dienst gestellt: Mannschaftstransportwagen und Rettungsboot.
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Gesegnet und offiziell in Dienst gestellt: Mannschaftstransportwagen und Rettungsboot.

Der Mannschaftswagen VW T4 war im Jahr 1995 in Dienst genommen worden. Im März 2019 hatte der TÜV dann „stopp“ gesagt, zu viel der Mängel und zu groß die Roststellen. Ebenso alt ist das Rettungsboot der Laufener Feuerwehr. Beide waren also zu ersetzen und beide wurden am vergangenen Sonntag in der großen Fahrzeughalle gesegnet und offiziell in Dienst gestellt. Anlass und Gelegenheit für die Aktiven, die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür einzuladen. Dieser Einladung kamen Bürger zahlreich nach, darunter viele Familien.

Laufen - Zu Goethes Zeiten gab es noch keine Feuerwehr im heutigen Sinn. Und doch hat der Dichterfürst festgestellt, dass die „Höhe der Kultur eines Volkes“ daran zu erkennen sei, „inwieweit es bestrebt und imstande ist, seine wertvollsten Kulturgüter gegen Vernichtung durch Feuer zu schützen.“ Dieses Bedürfnis nach Sicherheit vor Gefahren und dem Schutz der Kulturgüter sieht Bürgermeister Hans Feil mit anwachsendem materiellem Wohlstand ständig gestiegen. 

Ein besonders schützenswertes Kulturgut in der Salzachstadt ist die große gotische Stiftskirche mitsamt ihren Schätzen. Schlimm wenn die Wehr zwar rasch vor Ort ist, aber dann vor verschlossenen Türen steht. Und so hatte der ehemalige Mesner Hans Surrer geschweißt und gefeilt, bis der Sonderschlüssel exakt in das mächtige Schloss passte. Stiftsdekan Simon Eibl übergab diesen großen Schlüssel vertrauensvoll an Kommandant Herbert Kitzberger, der eine sichere Verwahrung versprach. Er beschrieb die Vorgeschichte und die technischen Daten der neuen Einsatzfahrzeuge zu Lande und auf Wasser (siehe Kasten). Vor allem aber bedankte sich der Kommandant bei Peter Dietrich junior und Sebastian Kitzberger, die viel Zeit in den Innenausbau des 43 000-Euro-Fahrzeugs investiert hatten. Boot und Motor kosteten 14 000 Euro

Stiftsdekan Simon Eibl übergibt Kommandant Herbert Kitzberger den Schlüssel der Stiftskirche. Deren Silhouette findet sich auf den Fahrzeugen der Laufener Wehr

Den „Mammon“ nützlich eingesetzt, wie Stiftsdekan Simon Eibl dazu feststellte, denn im vorangegangenen Evangelium nach Lukas war es um einen Verwalter gegangen, der Geld verschleudert hatte. Das Buch Amos handelt von Geschäftemachern, die selbst aus Getreideabfällen noch Geld machen. „Politiker wie Christian Lindner dürften da gerne zuhören“, mochte sich Eibl einen Seitenhieb auf „Übergewinne“ und „ungerechtem Mammon“ nicht verkneifen. „Das Geld ist für den Menschen da“, betonte Eibl, „nicht umgekehrt.“

Der Geistliche erinnerte an teilweise tragische Einsätze auf der Salzach, wo alles für eine Rettung getan werde. Anders als bei Flüchtlingen im Mittelmeer, die in Europa eine neue Chance suchten. Eibl würdigte den „zutiefst christlichen Dienst“ der Aktiven, die allen helfen würden, egal welcher Religion, Nationalität oder Herkunft. „Und dabei vielleicht noch blöd angemacht werden, wenn sie eine Straße sperren müssen.“ Zum Beispiel auch für kirchliche Feste. Zuletzt sei die Pandemie keine einfache Zeit für die Wehr gewesen.

Das bestätigte Kommandant Kitzberger, denn mit dem ersten Lockdown habe man den Ausbau des Fahrzeugs aussetzen müssen. Den ehrenamtlichen Einsatz für das eigene Fahrzeug würdigte auch Kreisbrandrat Josef Kaltner; Bürgermeister Hans Feil den „anspruchsvollen und manchmal sogar lebensgefährlichen Dienst“ der Aktiven, die sich – nebenbei – über jungen Nachwuchs freuen. Der trug beim Gottesdienst die Fürbitten vor.

Doch dürfe es nicht beim Dank bleiben, so das Stadtoberhaupt, das Mindeste müsse eine ordentliche und funktionsfähige Ausstattung sein. Dafür sorge die Stadt Laufen, nicht zuletzt auch mit einem Neubau für den Löschzug Leobendorf, der noch in diesem Jahr starten werde. Bei all den Investitionen hofft der Rathauschef aber doch, dass die Fahrzeuge der Wehr allein bei Übungen zum Einsatz kommen. „Und sollte es wirklich zu Einsätzen kommen, wünschen wir Euch dafür alles Gute. Kommt’s gesund an Körper und Seele wieder nach Hause.“ 

Dem Gottesdienst, der Segnung und dem Festakt schloss sich ein Tag der offenen Tür an. Mit Hüpfburg-Spaß für die Kleinen, spannenden Autorennen auf der Carrera-Bahn, Führungen durchs Haus, Blicke in die Geschichte, Mitmachaktionen und Vorführungen der Aktiven, die auch für Speis und Trank sorgten. Mit einer Urkunde gratulierte Innenminister Joachim Herrmann dem Laufener Florian Dietrich für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Für die festliche Musik beim Gottesdienst sorgte die Leobendorfer Musikkapelle, später spielte die Saaldorfer Danzlmusi frisch auf. 

Die Daten der neuen Fahrzeuge

Der Mannschaftstransportwagen auf MAN-Fahrgestellt hat Platz für sechs Einsatzkräfte und eine Anhängerkupplung für das Motorboot. Ein Allradantrieb bringt die 180 PS auf die Straße. Das Fahrzeug kostete 43 000 Euro, der Ausbau trotz viel Eigenleistung 12 000 Euro. Der staatliche Zuschuss betrug 13 100 Euro.

Keinen Zuschuss gab es für das Motorboot. Die 7500 Euro übernahm die heimische Firma Hörl-Rosenberger, den Motor zum Preis von 6.500 Euro bezahlte die Stadt. Das Boot mit einer Länge von 3,50 und einer Breite von 1,82 Meter bietet bei maximaler Zuladung von 650 Kilogramm sechs Aktiven Platz. Das Eigengewicht beträgt 65 Kilogramm, der Yamaha-Motor leistet 25 PS

höf

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