Die B20 soll bei Laufen ausgebaut werden

Grüne gegen Schnellstraße - „völlig überdimensionierter Ausbau, der noch dazu zu Lasten der Bürger geht“

Laufen - Die B20 soll ausgebaut werden. Der Kreis- und Gemeinderat sieht darin jedoch keine Notwendigkeit und wehrt sich dagegen.

Die Mitteilung des Gemeinderats im Wortlaut:


Als Kraftfahrstraße, umgangssprachlich auch Schnellstraße oder Autostraße genannt, soll die neue Ortsumfahrung von Laufen laut Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern ausgebaut werden. Da auf Schnellstraßen nur Fahrzeuge fahren dürfen, die auf über 60 kmh zugelassen sind, erfordern sie ein weiteres zusätzliches Wegenetz für z. B. landwirtschaftlichen Verkehr.

„Da sollten wir alle sehr hellhörig sein“, äußerte sich Grünen Kreissprecher Dr. Bernhard Zimmer aus Piding, „damit wird das Laufener Thema zum Kreisthema“. „Ein Ausbau auf nur ein paar Kilometern macht für den überörtlichen PKW und LKW-Verkehr keinen Sinn, sondern verunsichert die Verkehrsteilnehmer nur. Deshalb ist zu befürchten, dass Laufen nur der Einstieg in den Ausbau auf der ganzen Strecke sein wird. Dagegen sollten wir uns mit allen Kräften wehren“.


Den größten Nachholbedarf im Bereich Verkehr im Landkreis sieht Dr. Zimmer in der Verbesserung des ÖPNV, des Schienennahverkehrs oder bei den Radwegen. Für dreispurige Umgehungsstraßen sehe er keine Notwendigkeit.

Für Karin Kleinert, Gemeinderätin aus Saaldorf-Surheim ergibt sich klar: „Die Frage wird im Lauf der Zeit alle Kommunen betreffen, die entlang der B20 liegen und das sind nicht wenige: Angefangen in Schönau am Königssee über Berchtesgaden, Bischofswiesen, Bayrisch Gmain, Bad Reichenhall, Piding, Hammerau, Freilassing bis Laufen“.

Stadt- und Kreisrat Franz Eder aus Laufen betonte die hohe Wichtigkeit der Entlastung der Bürgerinnen und Bürger in Laufen. „Für jeden, der die Situation durch Laufen kennt, dürfte es völlig unstrittig sein, dass die Lärm- und Schadstoffbelastung besonders für die Anwohner der innerörtlichen B20 in Laufen genauso  unakzeptabel sind wie die Gefahren durch den hohen Anteil des Schwerverkehrs. Dies rechtfertigt aber meines Erachtens keinen völlig überdimensionierten Ausbau, der noch dazu zu Lasten der Laufener Bürger geht, die Umwege in Kauf nehmen müssen. Und es rechtfertigt auch nicht unnötig hohen Flächenverbrauch zu Lasten der Landwirte“.

Was Herr Eder überhaupt nicht akzeptieren kann: „Warum soll für die Ortsumfahrung nicht ein Ausbauzustand genügen wie er von Schönau bis an den Ortsrand von Laufen auch genügt?“

„Wir müssen die gesamte Verkehrspolitik im Auge behalten“, betonte Kreisrat Bernhard Koch aus Anger. „Die Millionen, die für den übermäßigen Ausbau von Straßen ausgegeben sind, stehen nicht mehr zur Verfügung. Nicht mehr für Investitionen in den Schienenverkehr, nicht für den weiteren öffentlichen Nahverkehr und auch nicht für vielfältige dringend nötige Verbesserungen im Radverkehr“.

Die Grünen zeigten sich sowohl auf Ebene des Kreisverbands als auch in der Fraktion im Kreistag einig. Dieser Ausbau der Bundesstraße als Schnellstraße ist nicht im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger und auch nicht notwendig.

Pressemitteilung Kreis- und Gemeinderat Laufen

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